Taube Nesseln 3

Und nochmal Taubnesseln, wahre Zuckerschnütchen: Kommt man den Hummeln zuvor, die das Hummelkarussell (das ist ein alter Name der Taubnesseln) anfliegen und die im Kreis um den vierkantigen Stängel aufgereihten Blüten wie beim Ringelspiel nacheinander besuchen, kann man selbst „Bienensaug“ spielen. Ausgezupfte Blüten, wie miniaturisierte Trinkhörner am Ansatz in den Mund gesteckt, lassen sich auslutschen. Honigsauger, Suggelblume, Schlotzerli, Schluznessel, Honigschläppchen, Zuckerschnuller, Zuzala, Zullerbadscher – all diese malerischen Bezeichnungen verraten den Spaß, den unzählige Kinder und Kind gebliebene Erwachsene schon mit den Taubnesseln erlebt haben. Weniger geläufig ist das Kindervergnügen, das Blütenröhrchen vorsichtig zwischen die Lippen zu nehmen, sachte hindurch zu pusten und dabei einen feinen Klang zu erzeugen – sind die Taubnesseln vielleicht deshalb wahre Lippenblütler?

Blumen fürs Gemüsebeet

Die gute Idee für Garten und Balkon auf Bayern 1: Bei den Pflanzen ist es wie bei den Menschen. Manche mögen sich und manche mögen sich nicht. Die Wurzeln artfreundlicher Pflanzen verflechten sich im Untergrund, während artfeindliche Pflanzen sich distanzieren. Was aber immer zusammen passt, sind Blumen und Gemüse – zu beiderseitigem Vorteil und vor allem zum Vorteil für uns Gärtner!

Schön sauer, der Ampfer

Sauerampfer – klingt verächtlich aus dem Munde eines Weinliebhabers. Dagegen umso verlockender für einen Wildpflanzenkenner. Gerade sprießt er wieder, das Essigkraut, der Sauerlump, der Surimuri. Kaum jemand, der sich nicht erinnert, mit welcher Lust man als Kind die frischen Blätter des Sauerampfers von der Wiese gezupft und genüsslich zerkaut hat: so schön sauer! Da lief einem das Wasser im Munde zusammen und der Durst war gelöscht. Will nicht auch jeder Koch seinen Gästen ein solches Wohlgefühl vermitteln? Dann kommt er am Sauerampfer kaum vorbei.
Mehr zum Sauerampfer auch im Wildpflanzen-Magazin – dem monatlich erscheinenden e-Magazin rund um Wildkräuter und mehr.

Zucchini wild gefüllt

Runde Zucchini – Rondinis – eignen sich besonders gut zum Füllen. Also einfach Zwiebeln, Karotten und andere Gemüse würfeln, mit dem Fruchtfleisch der Zucchini sowie Reis, Couscous, Bulgur oder Graupen mischen, Kräuter dazu, kräftig würzen und ab in den Ofen (bei 180 °C in 20-30 Minuten fertig). Fülle noch mit Käse (Schafskäse!) anreichern, das macht’s besonders geschmackvoll. Bei mir kommen derzeit viele „Neophyten“ mit in die Füllung, z.B. Blüten der Kanadischen Goldrute (Solidago canadensis), vom Einjährigen Berufkraut (Erigeron annuus) und Triebspitzen vom Kanadischen Berufkraut (Conyza canadensis) – allesamt sehr schön kräftig pfefferwürzig!

„Unkraut“ im Garten: Franzosenkraut

Und weiter geht’s mit „Unkraut“: Franzosenkraut oder Knopfkraut (Galinsoga). Verbreitet ist vor allem das Zottige Franzosenkraut (G. ciliata), erkennbar an der rauen Behaarung, etwas seltener trifft man auf das nicht oder nur wenig von dicht anliegenden Härchen überzogene Kleinblütige Knopfkraut (G. parviflora). Egal welche Art, die Pflanzen stehen dicht an dicht und scheinen alles andere zu ersticken. Im Garten werden sie deshalb gejätet – aber bloß nicht ungenutzt lassen! Franzosenkräuter heißen auf Englisch nicht bloß Quickweeds, Shaggy bzw. Gallant Soldier (oder auch Soldiers oft the Queen), sondern auch Potato Weeds, Kartoffelkräuter. Und wachsen nicht nur zwischen Kartoffeln, sondern schmecken auch gut zu Erdäpfeln. Fast schon food…

Wildkräuterburger

Wildkräuter Burger

  Alles selbst gemacht: Buns, Pattys, Saucen… dazu selbst gesammelte frische Wildkräuter, wenn das kein Burger ist!   Gebaut aus (von unten nach oben): Vogelmieren-Briochesemmel, Fichtenspitzen-Senfcreme, Gierschblätter, Hackfleischpatty, Rhabarber-Ketchup, Julienne-Gemüse, Blüten vom Barbarakraut und der Knoblauchsrauke. Nicht nur optisch der Renner…

Stängelkohl-Pfanne

Cime di rapa, hopp in die Pfanne, mit frischem Zitrusaroma vom kohligen Muff befreit und zum eleganten Frühlingsgemüse erhoben. Zwiebeln in Ringe oder Spalten schneiden, in etwas Öl andünsten, in Stücke geschnittene Stiele vom Stängelkohl dazu. Mit Orangensaft ablöschen, bei sanfter Hitze garen. Gezupfte Blätter und Röschen untermischen, nochmals kurz ziehen lassen. Mit Salz, Pfeffer würzen, nach Belieben etwas Sahne oder Joghurt unterziehen. Als Krönung: im Ofen getrocknete Orangen- und Grapefruitscheiben oben auf (bei 80 °C rund 4 Stunden).

Cime di rapa, Stängelkohl, Rübstiel

Früher ein Arme-Leute-Essen, heute glanzvolle Sterneküche: Ein Kohl erobert die Pfanne. Einst lebenswichtig als Vitaminspender, müssen Kohl und Konsorten heute erst wieder schmackhaft gemacht werden. Oft funktioniert das gut, wenn althergebrachte, fast schon vergessene Gemüse unter wohlklingenden Namen auf den Markt kommen – etwa Cime di rapa. Hört sich viel feiner an als Rübstiel oder Scherkohl…
Ist zwar nicht ganz dasselbe, Scherkohl ist eine Raps-Variante, Rübstiel ist das Blattwerk von viel zu dicht gesäten Mairüben, Stängelkohl oder Cime di rapa gehört zu den Brokkoli-Verwandten. Aber egal, schmecken tut’s in jedem Fall. Rezept gibt’s morgen…

Reispapierrollen und Dips

Reispapierröllchen mit feinen Saucen

Sehr beliebt beim letzten Küchen-Rendezvous: Unsere Gäste haben sich ihr Fingerfood selbst zubereitet – Reispapierröllchen. In die eingeweichten Reispapierblätter kam frisches, in Stifte geschnittenes Gemüse, z.B. Chinakohl, Möhren, Lauch, Rettich, Zucchini, Paprika dazu wahlweise noch gebratene Pilze und Mangostreifen. Einschlagen, aufwickeln, fertig! Nur noch in pikante Saucen tunken und genießen! Unsere Saucenrezepte: Limetten-Pfeffer-Dip: im Bild …

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Tee aus Resten

„Leaf to Root – Gemüse essen vom Blatt bis zur Wurzel“, das Buch von Esther Kern, Sylvan Müller und Pascal Haag (erschienen im AT Verlag), hat mich tief beeindruckt. Das Pendant der Bewegung „Nose to Tail“, nur eben nicht rund um Fleisch, sondern um Gemüse. Obwohl ich selber immer schon versuche, möglichst alles von Gemüse und Obst zu verwerten, hat sich mir hier nochmals eine neue Welt eröffnet. Blätter vom Blumenkohl, Rotkohlstrünke, Bananenschalen – es ist unglaublich, was man alles verwerten kann. Und das dann auch noch schmeckt. 

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Knödelsalate

Knödel übrig? Perfekt!

Sie haben vom letzten Sonntagsessen noch Knödel übrig? Hervorragend, denn daraus entsteht ein raffinierter Salat – super fürs Abendessen oder auch zu anderer Gelegenheit.   Paprika, Tomaten, Gurken, Frühlingszwiebeln, Möhren, Romanasalat – nehmen Sie an Gemüse, was gerade vorhanden ist. Dazu kommen nach Wahl noch Schinken, Kabanossi, Leberkäs oder Bratenreste. Und Käse, egal ob Feta, …

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Wiesenbrokkoli süß-sauer

Schnell mal was Pikantes von der Wiese? Ich empfehle Wiesenbrokkoli süß-sauer. Bärenklau-lecker! Einfach zubereitet, schwierig kann nur die Beschaffung der Hauptzutat werden. Im Zweifel muss man bis nächstes Jahr warten. Aber Appetit mache ich jetzt schon mal.

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Garten: Rosige Aussichten

Bibernellrose weissWas jetzt grad auffällt:
Frühe Rosen
Noch bevor der Rosenmonat Juni beginnt, eröffnen ein paar Frühstarter unter den Rosen mit kostbaren Blüten die Rosensaison. Dazu gehört die Bibernell- oder Dünenrose (Rosa pimpinellifolia). Sie zählt zu den Wildrosen, aber es gibt eine Reihe von Sorten mit weißen, gelben, rosa bis roten Blüten, von einfach über halbgefüllt bis gefüllt, oft duftend. Überaus anspruchslos schmücken die 1-2 m hohen Sträucher selbst an sehr kargen Standorten ihre dicht bestachelten Zweige mit feingliedrigen Laubblättern, bleiben den ganzen Sommer über gesund und bringen im Herbst kugelige, schwarze Hagebutten.

Wetterspruch:
Wenn’s im Mai viel regnet,
ist das Jahr gesegnet.

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Salat Kaffeedressing

Salat mit Kaffeedressing und spicy Kartoffelwedges

Wer beim Küchen-Rendezvous im Januar dabei war, hat sich über eine Vorspeise gefreut, die es nicht jeden Tag gibt. Ein lauwarmer Gemüsesalat mit einem Kaffeedressing, dazu kräftig gewürzte Kartoffelspalten aus dem Ofen. Eigentlich schon ein vollwertiges Gericht… Hier die Kurzbeschreibung: Salat aus Chinakohl, Radicchio, Chicorée, Winterportulak und hauchdünn gehobelte rote Zwiebeln (alles knackig frisch vom …

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Wurzeln: Von Nutzen

Wurzeln LoewenzahnWurzeln für Gemüse
Oben chic – unten dick: Schon mal Löwenzahn (Taraxacum officinale) aus dem Rasen gestochen? Mit ihm lässt sich am besten üben, denn er ist selbst mit größtem Fleiß kaum auszurotten. Und statt die herrlich fleischigen Wurzeln als Leckerbissen in Wühlmausfallen zu stecken, ab in die eigene Küche damit. Feinschmecker warten schon, gedünstet oder gebraten sind sie ein Genuss – und entgegen der Erwartung vieler nicht bitter, sondern sogar fast ein wenig süßlich.

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Bayrischkraut Äpfel

Krautiges ganz fein

Jetzt beginnt die hohe Zeit von Kraut und Kohl! Zuerst kommt der Spitzkohl mit seinen feinen Blättern. Ganz fix wird daraus ein feines Gemüse, nach Art von Bayrisch Kraut: entweder mit Kartoffeln ein vollwertiges Gericht oder als Beilage zu Braten und gebratenem.   So geht’s: Zwiebeln anschwitzen, in Fleckerl geschnittenen Kohl dazu, etwas Zucker dazu, …

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Garten: Vorfreude auf den Herbst

Sommeraster 2Frisch entdeckt:
Sommeraster
Obwohl sie erst mit ab September voll zur Blüte kommt und sich die Blütezeit bis tief in den Herbst erstreckt, heißt sie doch nicht Herbstaster, sondern Sommeraster (Callistephus chinensis), manchmal auch Garten-, China- oder Madeleine-Aster. Die stolzen Blumen werden schon seit Anfang des 18. Jahrhunderts gezogen. Heute haben sie vorrangig als Schnittblumen Bedeutung. Doch man sollte sie ruhig auch wieder in Beete und Rabatten holen, in vielen Formen und Farben bereichern sie die ausklingende Blühsaison.

Wetterregel:
An Mariä Geburt (8.9.) fliegen die Schwalben furt.
Bleiben sie noch da, ist der Winter nicht nah.

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