Von wegen Unkraut: Das Franzosenkraut oder Knopfkraut (Galinsoga) macht in manchen Beeten eine gute Figur, so wie hier in Kombi mit Tagetes. Sieht so aus, als wäre es eigens zur Zierde gesät und gepflegt worden. Warum denn auch nicht? Der Korbblütler aus Mittelamerika, seit Anfang des 19. Jahrhunderts in Mitteleuropa landauf, landab verbreitet, wächst ohne Zutun, läuft im Herbst nochmal zur Hochform auf – das soll ihm erst mal eine andere Zierpflanze nachmachen.
Kleinblütig, zottig

Verbreitet ist das Zottige Franzosenkraut (G. ciliata), erkennbar an der rauen Behaarung, aber auch das nicht oder nur wenig von dicht anliegenden Härchen überzogene Kleinblütige Knopfkraut (G. parviflora).

Egal welche Art, die Pflanzen stehen dicht an dicht und scheinen alles andere zu verdrängen. Meistens werden sie deshalb gejätet – aber bloß nicht ungenutzt lassen! Franzosenkräuter heißen auf Englisch nicht bloß Quickweeds, Shaggy bzw. Gallant Soldier (oder auch Soldiers oft the Queen), sondern auch Potato Weeds, Kartoffelkräuter. Und wachsen nicht nur zwischen Kartoffeln, sondern schmecken auch gut zu Erdäpfeln. Fast schon food…

In Kolumbien, Peru, Brasilien und anderen südamerikanischen Staaten ist Franzosenkraut so bekannt und beliebt wie bei uns Petersilie, es gehört unbedingt in Nationalgerichte wie die berühmte Hühnersuppe Ajiaco de Bogota.

Die neophytischen Korbblütler (was für ein Begriff! Soll heißen, dass es sich um Vertreter der Asteraceae handelt, die erst nach 1492 zu uns gekommen sind) werden im Ackerbau vehement bekämpft. Im Garten sollte man aus der Not viel mehr eine Tugend machen und die Franzosenkräuter nicht verteufeln, sondern lieber aufessen. Geht nicht nur im Smoothie, sondern auch als Gemüse, im Salat, sogar für Brot.