Schon wieder "Unkraut", ein besonders gehasstes - von nicht wenigen Gärtnern an eine der vordersten Plätze auf der Liste der world's worst weeds gewählt: Die Echte Zaunwinde (Calystegia sepium). Trägt so nette Namen wie Bettlerseil, Schlangenrank, Teufelsdraht, aber auch so einfallsreiche wie Tutenblume, Kaffeetässchen oder Pisspott. Regenblume heißt sie, weil sie sich schließt, wenn Regen ansteht. Elegante Schlingtriebe, herzförmige Blätter, glockige Blüten, die auch nachts im Mondlicht schimmern - kann man so was als Unkraut verreißen?
Foto: piaxabay
Es hört nicht auf mit "Unkraut": Die Ackerwinde (Convolvulus arvensis). Mag eigentlich auch keiner im Garten haben. Gilt auch als Teufels Nähgarn oder Sauwickel, weil sie andere Pflanzen zusammenschnürt. Aber wie viel passender sind Namen wie Sonnenschirmchen, Engelshemdchen, Herrgottskittelchen oder Marienkelch. Zum letzten Namen gibt es eine Legende:
Nelkenwurz – ein heimisches Kraut mit exotischem Duft
Die Echte Nelkenwurz (Geum urbanum) verdankt ihren Namen dem typischen Duft ihres Wurzelstocks, der wie Gewürznelken riecht. Das als lästiges Unkraut geschmähte Kraut ist eine wertvolle Heilpflanze.
Für mehr Naturschutz und eine bessere Umwelt: Unkraut nutzen statt vernichten. Beispiel Löwenzahn, der in vielfältiger Weise nutzbar ist und es keinesfalls verdient, dass man ihn ausrottet.
Die gute Idee für Garten und Balkon auf Bayern 1: Gilt als das hartnäckigste und schlimmste Unkraut – wird als biblische Plage angesehen und als Garten-Apokalypse gefürchtet. Giersch! Weg damit?
Wenn doch bloß der Giersch... nicht wär', stöhnen viele Gärtner und versuchen ihn mit allen Mitteln los zu werden. Dabei kommt doch der Giersch am ehesten dem Traum einer "eierlegenden Wollmilchsau" unter den Pflanzen nahe. Wer kann da eigentlich noch wagen, "Der Giersch muss weg!" zu sagen?
"Das Unkrautjäten füllt meine Tage aus... Man kniet am Boden und vollzieht das Rupfen, wie man einen Kult zelebriert, nur des Kultes wegen, der sich ewig erneuert, denn wenn drei, vier Beete sauber sind, ist das erste schon wieder grün." Herrmann Hesse
Noch mehr "Unkraut": Feinstrahl (Erigeron annuus), auch Einjähriges Berufkraut - noch ein Neophyt, eine eingeschleppte Pflanze, ursprünglich in Nord-Amerika heimisch. Als Gartenzierpflanze (Feinstrahlaster) bei uns eingeführt und über die Gartenzäune "gehüpft", verselbständigt und heute argwöhnisch beäugt. Dabei sieht es doch so nett aus, fast wie ein zu groß gewordenes Gänseblümchen. Stehen lassen oder ausrupfen?
Wenn mancher Hobbygärtner über die Unkrautplage Giersch stöhnt, oder die gefürchtete Zaunwinde als den ärgsten Feind betrachtet, dann sollte er zufrieden sein, es nicht mit der Wasserhyazinthe zu tun zu haben.
Was jetzt grad auffällt: Frühe Rosen Noch bevor der Rosenmonat Juni beginnt, eröffnen ein paar Frühstarter unter den Rosen mit kostbaren Blüten die Rosensaison. Dazu gehört die Bibernell- oder Dünenrose (Rosa pimpinellifolia). Sie zählt zu den Wildrosen, aber es gibt eine Reihe von Sorten mit weißen, gelben, rosa bis roten Blüten, von einfach über halbgefüllt
Was jetzt grad auffällt: Schlüsselblume Hier und da blühen sie schon, die Schlüsselblumen, Schlüssele oder Himmelsschlüssel. Nach einer Legende sind sie aus den verlorenen Schlüsseln des heiligen Petrus entstanden, und schließen seitdem im Frühling die Erde für alle Pflanzen auf. Die Echte oder Wiesen-Schlüsselblume (Primula veris) gehört laut dem Deutschen Verband für Landschaftspflege zu Bayerns