Möhre mal anders

Möhren oder Karotten kennt man vorwiegend als Gemüse. Weniger bekannt ist, dass sich aus den Rüben eine gute Marmelade zubereiten lässt – in Kombination mit den ersten Äpfeln oder auch mit Aprikosen echt gut! Ich aber nehme gerne die Wilde Möhre, und davon nicht die Rübenwurzeln, sondern die Blüten – die blühen jetzt gerade zuhauf.

Schlehen – blaue Perlen zwischen schwarzen Dornen

Schon der Ötzi kaute sie, im Mittelalter war der Schlehenwein gar ein Modegetränk, als Edelbrand mit kirschig-pflaumiger Extravaganz ist sie auch heute eine Spezialität: Schlehen, Juwelen unter den Wildfrüchten. Wer jemals eine frische Schlehe gegessen hat, vergisst das nie. Die schwarzblauen Früchte ziehen alles zusammen und schmecken sehr herb. Ganz anders dagegen mundet das berühmte Schlehenfeuer, das fruchtig süß über die Zunge rinnt und im Magen für Wärme sorgt, oder das rubinrot schimmernde Schlehengelee, das eine Frühstückssemmel wie einen winterlichen Kuchen gleichermaßen krönt. Schlehen wollen eben richtig verwertet sein. Schon geerntet und tiefgekühlt? Na dann auf in die Küche!

Apfelgelee

Gelee – das gelingt am besten mit noch nicht so ganz reifen Äpfeln. Und davon habe ich reichlich. Brettacher beispielsweise, der Baum trägt so reichlich, dass jeden Tag ein Korb Fallobst aufzusammeln ist. Ab damit in den Kochtopf! Die grasgrünen Früchte liefern besten Grundstoff für feinsten Aufstrich.

Garten: Überflüssiges und Notwendiges

ScheinquittenWas ist jetzt wirklich im Garten zu tun? Stauden und Ziergräser zu schneiden, gehört nicht dazu. Aber so manches Pflänzchen möchte jetzt gepflanzt werden. Im Gartenrezept der Woche kommt der Apfel zu Ehren, in feinen Keksen, vielleicht zur Teestunde? Meine wöchentlichen Gartentipps – auch auf br.de.

Pflanze der Woche:
Zierquitte
Ist es mehr Schein als Sein? Die Früchte erinnern vom Aussehen her an kleine Quitten, allerdings hängen sie nicht an einem Baum wie bei echten Quitten, sondern ungestielt an Strauchzweigen. Es sind Zier- oder Scheinquitten (Chaenomeles), sie kleinen Gehölze werden vor allem als schöne Frühlingsblüher geschätzt. Die Früchte lassen sich gut nutzen, man kann sie entsaften oder zu Gelee, Fruchtaufstrich oder Kompott kochen, am besten gemischt mit anderem Obst.

Bauernregel:
Im Oktober räum‘ den Garten,
denn willst du warten,
so kommt die Kälte
und nimmt dir die Hälfte.

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Pflanze mit Migrationshintergrund

Schon bemerkt? Das Indische Springkraut blüht in voller Pracht. Stammt nicht von hier, ist zugereist – aus Indien. Wird daher als fremd, gar feindlich angesehen. Als invasiver Neophyt geächtet und bekämpft. Dabei liefern die unzähligen Blüten des Drüsigen Springkraut, der Wupper- oder Emscherorchidee – wie Impatiens glandulifera auch genannt wird – reichlich Nahrung. Nicht nur Hummeln …

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Kratzdistel, wie ist die süß!

Cirsium arvenseDisteln? Mag nicht jeder. Kratzdisteln? Erst recht nicht. Acker-Kratzdisteln? Des Bauern ärgstes Ärgernis. Aber da sieht man wieder einmal nur die negativen Seiten. Acker-Kratzdisteln (Cirsium arvense) sind ausgesprochen ergiebige Futterquellen, für Schmetterlinge, Wildbienen und zahllose andere Insekten. Ihr moschusartig-würziger Duft lockt die Tiere herbei…

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Gartenwetter: Den nächsten Frühling planen

Der Frühherbst ist die beste Zeit zum Setzen von Blumenzwiebeln, dann können sie noch gut einwurzeln. Nutzen Sie außerdem trockene Tage, um sandige Böden aufzupeppen. Sogar Bananenschalen finden jetzt Verwendung im Garten. Meine wöchentlichen Gartentipps – auch auf br.de.

Schönheit des Frühherbstes:
• Feuerrot leuchtende Berberitzen und samtrosa strahlende Fetthenne.
• Lackschwarze Hartriegelbeeren und rot-schwarze Früchte vom Wolligen Schneeball.
• Dunkelblauer Herbsteisenhut und violette Glockenrebe.

Bauernregel:
Lamberti (17.9.) nimm Kartoffeln raus,
doch breite ihr Kraut auf dem Felde aus.
Der Boden will für seine Gaben
doch ihr Gerippe wiederhaben.

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Holler in Rot

Heuer in Massen: Roter Holunder (Sambucus racemosa), auch Berg-, Trauben- oder Hirschholunder genannt. Die Früchte sind durchaus verwertbar, wenn auch nur gekocht und von den Steinkernen befreit. Rohe Früchte verursachen Brechdurchfall. Frisch gepresster Saft wurde früher als Mittel gegen Halsweh und Fieber eingesetzt – schmeckt sehr herb. Angenehmer, ja richtig gut ist ein Gelee, das mit Apfel und/oder Birne gemischt zubereitet wird.

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Garten: Wurzeln schlagen

Heide, Silberdraht, Alpenveilchen: Auch spät im Jahr können Sie noch Blumen pflanzen. Damit diese den Winter gut überstehen, wollen Pflanzen aber auf die „Auswilderung“ vorbereitet werden. Meine wöchentlichen Gartentipps – auch auf br.de

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Jetzt im Angebot – zugreifen!

Holunder, Kornelkirschen, Traubenkirschen – gerade mehr als reichlich im Angebot. Wo? Na, frisch an der Hecke!

Und was macht man damit? Holunder wird mit Apfel zu einem köstlichen Gelee verkocht. Aus Kornelkirschen gewinne ich Saft und Kompott. Ein Teil der Kornelkirschen setze ich zu Likör an, daraus entstehen später besondere Plätzchen (Kornelkirschküsschen). Traubenkirschen ergeben einen der besten Liköre, dazu einfach mit wenig Kandiszucker und reichlich Alhohol ansetzen, Geduld haben, nächstes Jahr schmeckt der erst richtig gut.

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Apfel-Quitten-Gelee

„Der Frühling ist zwar schön; doch wenn der Herbst nicht wär‘, wär‘ zwar das Auge satt, der Magen aber leer.“ Friedrich von Logau Um den Magen zu füllen, auf angenehmste Weise, mache ich beispielsweise ein Apfel-Quitten-Gelee (gerne auch aus Zierquitten). Das darf ruhig mal exotisch-würzig ausfallen. Zitronengras, Zitronenverbene und Curry als Würze!

Schlehen für Feinschmecker

„Am Waldessaum“, ein lustiges Früchtequartett von Liesel Lauterborn, gehört für mich zu den schönsten Erinnerungen an meine Kinderzeit. Völlig fasziniert von den Zeichnungen wähnte ich mich als kleines Mädchen immer mitten unter den wilden Sträuchern, den Mund voller Köstlichkeiten frisch von den Zweigen gepflückt. Genau an diese seligen Glücksmomente fühlte ich mich erinnert, als ich das Schlehen-Gelee probierte…

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