Garten: Wurzeln schlagen

Garten: Wurzeln schlagen

Heide, Silberdraht, Alpenveilchen: Auch spät im Jahr können Sie noch Blumen pflanzen. Damit diese den Winter gut überstehen, wollen Pflanzen aber auf die „Auswilderung“ vorbereitet werden. Meine wöchentlichen Gartentipps – auch auf br.de

Der Herbst treibt’s bunt:
• Laub leuchtet fröhlich gelb und golden.
• Laub strahlt feurig orange und samtig rot.
• Laub glänzt kupfern und bronzefarben.

Bauernregel:
An Allerheiligen geh in den Wald,
nimm von der Birke einen Span,
und da siehst du es ihm gleich an,
ob der Winter warm ist oder kalt:
Ist der Span trucken,
wird ein warmer Winter anrucken;
aber ist er nass genommen,
wird ein kalter Winter kommen.

Pflanzen, aber richtig
Heide, Silberdraht, Purpurglöckchen, Alpenveilchen für spätherbstlichen Schmuck, Stiefmütterchen, Tausendschönchen schon für den Frühlingsflor – überall werden die Beete, zu Allerheiligen auch die Gräber geschmückt. Damit die Pflanzen gut einwurzeln, sollte der Wurzelballen aufgerissen werden. Einfach die Pflanzen austopfen, den Wurzelballen mit den Händen oder einer Handschaufel zweimal kreuzweise einreißen. Durch diese Lockerung zwingt man die Wurzeln dazu, schnell weiter zu wachsen und sich das neue Erdreich zu erobern. Steckt man den Wurzelballen ohne Vorbehandlung in die Erde, kann man ihn nächstes Jahr genauso wieder herausholen – denn die Wurzeln wachsen so gut wie nicht weiter, der gesamte Wurzelballen wird oft vom Frost sogar aus der Erde gehoben. Das hat natürlich Auswirkungen auf das allgemeine Wachstum. Während vorbehandelte Pflanzen sich gut entwickeln, kümmern die anderen und trocknen auch rasch aus.

Rosen setzen, Rosen schützen
Rosen können jetzt noch gepflanzt werden. Erfahrungen zeigen, dass im Herbst gesetzte Rosenstöcke optimal einwurzeln. Die Sträucher wachsen viel zügiger und üppiger weiter als Rosen, die im Frühling oder Sommer ins Beet kommen. Damit die Veredelungsstelle gut geschützt ist, kommt sie knapp unter die Erdoberfläche und wird zusätzlich noch mit lockerer, humoser Erde und/oder trockenem Laub überdeckt, angehäufelt. Das Anhäufeln ist für alle Beetrosen empfehlenswert, dazu zieht man einfach Erde rundherum zu den Sträuchern und häuft diese über den Trieben locker an.

Quitten ernten
Einige sind bereits geerntet, vielerorts hängen Quitten noch an den Bäumen. Oder an Sträuchern, nämlich Zierquitten. Zierquitten sind oft sehr schmackhaft, man kann sie ebenso wie die richtigen Quitten verwenden. Optimaler Erntezeitpunkt ist, wenn sich die Schale der Früchte deutlich von grün nach gelb umgefärbt hat. Je zeitiger man Quitten erntet, desto besser geliert die Marmelade oder das Gelee. Je später die Ernte, desto geringer ist der Pektingehalt in den Quitten. Dann eignen sie sich sehr gut für Herstellung von Saft oder Quittenbrot.

Kennen Sie das?
Halb- und Niederstamm
Obstbäume gibt es in den Baumschulen in unterschiedlichen Erziehungsformen. Anders als Hochstämme, bei denen man ohne sich zu bücken unter der Krone hindurch spazieren kann, setzen die Seitenäste bei Halbstämmen bereits in Schulterhöhe (100-160 cm), bei Niederstämmen (80-100 cm) sogar noch niedriger an. Der Vorteil solcher Bäume besteht darin, dass sie wesentlich früher Früchte ansetzen, dies gewöhnlich auch in reicherer Zahl und besserer Qualität. Und sie lassen sich etwas leichter pflegen als Hochstämme, weil man keine oder nicht so hohe Leitern braucht. Anders als vielleicht vermutet, bleiben Halb- und Niederstämme nicht zwangsweise kleiner als Hochstämme. Die Ausmaße hängen entscheidend von der Unterlage ab. Zieht man einen Apfel z.B. auf einer stark wüchsigen Unterlage als Niederstamm, wird seine Krone viel voluminöser als bei derselben Sorte auf schwach wachsender Unterlage als Hochstamm erzogen. In aller Regel aber werden für Halb- und Niederstämme nur mittelstark wachsende Unterlagen verwendet.

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