Schlehen: feurige Rezepte

Schlehenlikör – was für ein Genuss! Im einfachsten Fall gefrostete Schlehen mit Alkohol (Wodka, Doppelkorn) und Kandiszucker aufsetzen, ziehen und vor allem lange nachreifen lassen. Aber es geht noch besser:

Schlehensaft ist Ausgangsprodukt für viele köstliche Getränke.
Möglichst saftreiche Schlehen ernten, diese dann mehrere Wochen ins Gefrierfach geben. Je länger die Schlehen der Kälte ausgesetzt sind, desto milder werden sie.
Schlehen verlesen und waschen, in einen Topf geben und mit heißem Wasser übergießen, bis sie gut bedeckt sind. Abgedeckt einen Tag stehen lassen. Schlehen abseihen und in den Topf zurückgeben, die Flüssigkeit aufkochen und über die Schlehen gießen, erneut einen Tag ziehen lassen. Diese Prozedur wiederholen, dabei jedoch Zucker zufügen, je Liter etwa 500 g. Saft abfiltern (am besten durch ein Tuch, Rückstand gründlich auspressen) und heiß in Flaschen füllen, sofort verschließen.

Schlehenpunsch
Mit dem Schlehensaft lässt sich auch Punsch zubereiten, dafür mit Gewürzen (Zimtstange, Nelken, Sternanis, Piment, Kardamom), Zucker (oder Honig) und Orangensaft erhitzen, mit Wein und/oder Likör abschmecken.

Schlehengelee
Für ein Schlehengelee den Saft mit Honig und Birnendicksaft mischen, so wird der leicht kratzige Geschmack gemildert, dann mit Gelierpulver einkochen. Schlehengelee ist eine außergewöhnliche Zugabe für Wild- und Lammgerichte.

Schlehenfeuer
200 g frische Schlehen in einen Kochtopf geben, mehrere davon vorher in einem Mörser kräftig zerdrücken, so dass die Steine aufbrechen (dadurch wird das kostbare Bittermandelaroma in den Samen freigesetzt). 1 Teelöffel Kaffeebohnen, ½ Vanillestange, 1 Zimtstange, 3 Kardamomkapseln, 1 Stück Orangenschale und 150 g braunen Zucker sowie 100 ml Rotwein, 2 cl Rum oder Weinbrand und 250 ml Wasser zufügen. Alles aufkochen, den Ansatz im Kühlschrank 2-3 Tage ziehen lassen. Abseihen, den aufgefangenen Saft mit derselben Menge Wodka, Doppelkorn oder Obstbrand mischen. In Flaschen füllen und mindestens sechs Monate reifen lassen. Je länger Schlehenlikör steht, desto besser schmeckt er.

4 Gedanken zu „Schlehen: feurige Rezepte“

  1. Für einen Schlehenwein gibt es eine „prominente“ Referenz 😀

    „Die Schwiegermutter des Dichters Friedrich Schiller, Louise Juliane Eleonore Friederike von Lengefeld (1743–1823), verzeichnet in ihrem handgeschriebenen Rezeptbuch ein Rezept für Schlehenwein – vielleicht mag ja einmal jemand damit experimentieren, „Schleen-Wein zu machen“.

    Und so geht es:
    „Erstlich müssen die Schleen, wenn sie erst gefrohren sind, frisch abgepflicket und nebst denen Kernen gestoßen werden, selbige frisch in ein Faß gethan, und auf 1/2 OhmFaß Wein, 1. Himbten Schleen gethan werden, worunter etwas dinnegeschnittene Hasel- oder Henbutten (= Hagebutten) Spähne gemenget werden, damit die Schleen nicht auf einander liegen“.

    LG

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  2. Leider bin ich erst heute auf den Beitrag gestossen.
    Wo kann man das oben genannte „handgeschriebene Rezeptbuch“ von Louise von Lengefeld bekommen? Ich weiss nur, dass sich das Original im Schillerhaus in Rudolstadt befindet.
    Wir haben in Bauerbach das Gasthaus „Zum braunen Ross“, wo Friedrich Schiller während seines Asyls 1782/83 beim Gastwirt Debertshäuser seine Mahlzeiten eingenommen hat. Da würden wir wir gerne wissen:
    Was und wie hat man zu dieser Zeit gekocht? Schillers Schwiegermutter Louise von Lengefeld hatte vielleicht sogar ein Lieblingsgericht für Schiller? Uns ist die „Grömpelsuppe“ bekannt, die Schiller auch in Bauerbach gegessen hat. Danke für Info/Rückantwort

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    • Da kann ich leider nicht weiterhelfen – das Rezeptbuch wird in einem anonymen Kommentar erwähnt. Mir liegt es nicht vor.
      Karin Greiner

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