Eine Distel kratzt und sticht? Nein, beileibe nicht – jedenfalls in dieser Geschichte. Samtig, flauschig, schmiegsam war sie, von fröhlichem Wesen. Mit elegantem Schwung gewachsen, zärtlich weichen Blättern und feinen Blütenköpfen. Kein Wunder, dass alle die Distel mochten...
Wenn der Natur ein Stück Raum verwehrt wird, wenn Natürliches versucht wird zu unterdrücken - dann holt sich die Natur oft Verlorenes zurück. Siehe dieses Schotterbeet.
Wer sich auf die Natur einlässt, entdeckt in ihr immer wieder Schönheit, Harmonie, Vollendung. Auch oder gerade in Disteln. Was in diesen Kratzbürsten alles steckt…
Disteln? Mag nicht jeder. Kratzdisteln? Erst recht nicht. Acker-Kratzdisteln? Des Bauern ärgstes Ärgernis. Aber da sieht man wieder einmal nur die negativen Seiten. Acker-Kratzdisteln (Cirsium arvense) sind ausgesprochen ergiebige Futterquellen, für Schmetterlinge, Wildbienen und zahllose andere Insekten. Ihr moschusartig-würziger Duft lockt die Tiere herbei…
Fragen wir doch mal Pflanzen, wie das Wetter wird: Wenn großblumig wir im Juli Disteln erblicken, will der Himmel uns guten Herbst gar schicken. So lautet eine alte Bauernregel, der wir doch nur zu gerne Glauben schenken. Sind sie nicht riesig, die Disteln?