Disteliges, 5. Teil

Disteliges, 5. Teil

Sonchus 2Kulinarisch: Versunken in Distelgedanken sehe ich mir das gerupfte Exemplar aus meinem Garten mal näher an. Sonchus 1Eine Gänsedistel, und zwar eine raue; Sonchus asper. Stattlich gewachsen, prächtig ausgebildet, bereits in Blüte. Niedliche Öhrchen an den stacheligen Blättern umfassen den hohlen Stängel. Der ist schon umgeknickt, deshalb heißt die Distel auch Knickdistel. Aus dem Stängel quillt ein wenig Milchsaft – Millidistel, Saumolke heißt sie auch. Früher hat man die Pflanzen sogar „gemolken“, der Milchsaft galt als Wundermittel gegen Kurzatmigkeit und Magenbrennen. Auch sollte er den Milchfluss bei stillenden Müttern anregen. Und man hat sich damit das Gesicht gewaschen, um dem Antlitz besonderen Glanz zu verleihen.

Sonchus oleraceaNeben der stacheligen Variante der Rauen Gänsedistel (Sonchus asper) gibt es auch eine weniger kratzige, eher sanftmütige: die Gemüse-Gänsedistel (Sonchus oleraceus). Auch häufig in Gärten zu finden. Hasenkraut, Schweinekohl, Gänsedistel – diese Namen deuten an, dass die Pflanze schon immer als Tierfutter geschätzt wurde. Und wie steht es mit Menschenfutter? Musdistel sagt man auch zu ihr, von Mus wie Speise. Na also, meine Liebe, du kommst jetzt mit in die Küche. Gleich laufe ich noch durch den Garten und suche, taste nach noch mehr stacheligen Gewächsen. Sammle ein in Vorfreude auf das Mittagessen, das ich mir gleich bereiten werde mit den schmackhaften Disteln. Frei nach Friedrich Rückert murmele ich dabei vor mich hin: Nur ein einzig Distelstöckchen, ließ ich stehen auf den Wink, das sich mit dem bunten Röckchen, setzt darauf der Distelfink… –> Fortsetzung und Schluss am Montag mit einem Rezept.

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