Woher die Schlehe ihre weißen Blüten hat

Vor langer Zeit hielten die Pflanzen im Wald eine Versammlung ab. Sie forschten nach dem Gewächs, dessen Zweige dereinst dem Heiland als Dornenkrone solche Pein gebracht hatten. Die Wildrose konnte es nicht sein, ihre Ranken hatten viel zu feine und zu weiche Stacheln. Auch vom Weißdorn fiel der Verdacht ab, waren seine Äste doch gar nicht biegsam genug. Schließlich blieben nur der Kreuzdorn und die Schlehe übrig.

Huflattich-Geschichte

Eine Geschichte über eine der ersten Pflanzen, die das neue Jahr einleitet. Warum der Huflattich in märchenhafter Weise, anders als die meisten Pflanzen, zuerst seine Blüten und dann erst seine Blätter bildet. Die Geschichte hat Judith so gut gefallen, dass sie mich gebeten hat, ob sie sie auf ihrer Homepage KRAUTWILD veröffentlichen darf – ich hab’s erlaubt. Schaut mal HIER.

Winterblumen

Vor langer Zeit waren dem der Winter seine alljährlichen Ausflüge tief in den Süden leid geworden. Wollte ihn doch dort niemand willkommen heißen. Gerade noch zu Weihnachten und zum Jahreswechsel duldete man ihn, weil er mit Eis und Schnee die Landschaft so recht in ein Festtagsgewand kleidete. Gleich aber heizte man ihm kräftig mit Licht und Feuer ein, scheuchte ihn mit viel Getöse davon.

Baum-Advent: 6. Dezember

Einmal, an einem strahlend sonnigen und noch sehr milden Tag im Herbst, entdeckte Petrus von seiner Himmelswolke aus, dass drunten auf der Erde bei einem Haus reichlich Rauch aus dem Schornstein quoll. Er fand das sehr merkwürdig, denn es war noch viel zu warm zum Heizen, und zum Kochen doch nur ein kleines Herdfeuer nötig. Und das erzeugte höchstens eine dünne Rauchfahne. Petrus meinte, es sei nötig nachzuforschen, und schickte den Heiligen Nikolaus auf die Erde hinab.

Des Goldes Schein

Dereinst, vor nicht zu ferner Zeit – „Indien“ war gerade vor einem Jahrhundert entdeckt – reiste ein abenteuerlustiger Pflanzenfreund (oder war er ein Pflanzenjäger?) über das große Meer gen Westen. Hatte er doch von den ungeheuren Reichtümern gehört, die in den fremden Ländern auf Entdeckung warteten. Nach langer Seefahrt…

Wie der Majoran vegan wurde, Teil 3

Heimlich, still und leise wanderte er in einer mondlosen Sommernacht einfach aus dem Garten aus. Verzog an eine trockene, karge Böschung, draußen hinter den Feldern, vor einer dichten Wildhecke am Waldrand. Keines der Kräuter, keine der Blumen, keiner der Sträucher, keiner der Bäume dort hatte je irgendwas von Leberwürsten gehört –

Wie der Majoran vegan wurde, Teil 2

Fortsetzung: Seine ganze Mühe umsonst! Blätter voller Aroma, Blütchen fein herausgeputzt, aufs Tête-à-tête mit den Bienen gefreut, so gerne Früchte bekommen… und nun? Der Gärtner hatte die Majoranstängel gebündelt, mit einer Schnur zusammengebunden und in eine Kiste gelegt. Zusammen mit vielen anderen Büscheln von Majoranen, die …

Distelgeschichte

Eine Distel kratzt und sticht? Nein, beileibe nicht – jedenfalls in dieser Geschichte. Samtig, flauschig, schmiegsam war sie, von fröhlichem Wesen. Mit elegantem Schwung gewachsen, zärtlich weichen Blättern und feinen Blütenköpfen. Kein Wunder, dass alle die Distel mochten…

Unter Rosen, Teil 4

Und weiter geht es mit der Geschichte „Unter Rosen“: Unser armes Kräutlein konnte sich nicht mehr beherrschen, die Tränen flossen ihm nur so aus den Blattzipfeln heraus. Am liebsten wäre es in Grund und Boden versunken…

Unter Rosen, Teil 3

Und weiter geht es mit der Geschichte „Unter Rosen“: Ein Blütenhaupt, mit filigranem Diadem besetzt und ehrerbietig zu Boden geneigt, dazu Wurzeln, die nach kostbaren Gewürzen duften, das sei doch für die Familienehre das Mindeste, machte sich die Bach-Nelkenwurz bemerkbar…

Unter Rosen, Teil 2

Und weiter geht es mit der Geschichte „Unter Rosen“: Solche Blättchen, solche Blütchen trieb unser Kräutlein den ganzen Sommer über. Wenn es – was immer wieder passierte – im Maul einer hungrigen Kuh verschwunden, unters Messer der Sense gekommen war, ließ es sich nicht entmutigen, sondern wuchs unbeirrt weiter…

Unter Rosen, Teil 1

Mitten in der Wiese, neben einem Bächlein, wo die Erde nie richtig trocken wurde, wuchs zwischen den Gräsern ein kleines Kräutlein. Es war ein gar bescheidenes Gewächs, kleidete sich ganz in enthaltsames Grün. Prunkte nicht mit aufreizend roten oder auffordernd blauen Blütenkronen, trug weder abschreckende Stacheln noch verlockende Früchte…

„Unkraut“ im Garten: Ackerwinde

[caption id="attachment_85976" align="alignleft" width="300"] Foto: piaxabay[/caption]

Es hört nicht auf mit „Unkraut“: Die Ackerwinde (Convolvulus arvensis). Mag eigentlich auch keiner im Garten haben. Gilt auch als Teufels Nähgarn oder Sauwickel, weil sie andere Pflanzen zusammenschnürt. Aber wie viel passender sind Namen wie Sonnenschirmchen, Engelshemdchen, Herrgottskittelchen oder Marienkelch. Zum letzten Namen gibt es eine Legende:

„Unkraut“ im Garten: Zaunwinde

Schon wieder „Unkraut“, ein besonders gehasstes – von nicht wenigen Gärtnern an eine der vordersten Plätze auf der Liste der world’s worst weeds gewählt: Die Echte Zaunwinde (Calystegia sepium). Trägt so nette Namen wie Bettlerseil, Schlangenrank, Teufelsdraht, aber auch so einfallsreiche wie Tutenblume, Kaffeetässchen oder Pisspott. Regenblume heißt sie, weil sie sich schließt, wenn Regen ansteht. Elegante Schlingtriebe, herzförmige Blätter, glockige Blüten, die auch nachts im Mondlicht schimmern – kann man so was als Unkraut verreißen?

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