Baum-Advent: 6. Dezember

Baum-Advent: 6. Dezember

Einmal, an einem strahlend sonnigen und noch sehr milden Tag im Herbst, entdeckte Petrus von seiner Himmelswolke aus, dass drunten auf der Erde bei einem Haus reichlich Rauch aus dem Schornstein quoll. Er fand das sehr merkwürdig, denn es war noch viel zu warm zum Heizen, und zum Kochen doch nur ein kleines Herdfeuer nötig. Und das erzeugte höchstens eine dünne Rauchfahne. Petrus meinte, es sei nötig nachzuforschen, und schickte den Heiligen Nikolaus auf die Erde hinab.

Nikolaus ging zum Haus, wo so viel Qualm emporstieg, dass der fast den Himmel verfinsterte. Drinnen brannte der Teufel Schnaps aus Baumfrüchten. Neugierig fragte Nikolaus beim Teufel nach, was denn das für ein köstlich duftendes Getränk sei. Der Teufel ließ ihn kosten. Nachdem auch zahlreiche Händler schon Schlange standen, um vom Teufel den Branntwein zu erwerben, wollte er nicht der Letzte sein und gleich ein paar Fässer kaufen.

Der heilige Mann hatte nur ein Problem. Er hatte kein Geld, denn solches gab es im Himmel nicht. Wann er denn bezahlen könne, fragte der Teufel. Um Zeit zu gewinnen, meinte Nikolaus, dass er die Rechnung begleichen würde, sobald alle Bäume ihre Blätter verloren hätten. Dem Teufel war das recht, denn der Herbst hatte bereits Einzug gehalten und schon bald stand der Winter vor der Tür.

Zufrieden kehrte Nikolaus mit den Fässern voll Schnaps in den Himmel zurück. Die Engel probierten von dem Gebräu und waren bald sehr lustig. Sie bekamen so glühende Backen vom Trinken, dass der Himmel sich rosarot färbte. Das rief Petrus herbei. Ob er denn ganz bei Sinnen sei, herrschte er Nikolaus an, als der ihm erzählte, was er auf der Erde erlebt und von dort mitgebracht hatte. Teufelstrunk! Und den sollte der Himmel auch noch finanzieren? Aber die Fässer schuldig bleiben, ein Versprechen nicht einlösen – das ging auch nicht.

Petrus und Nikolaus sinnierten hin und her, um einen Ausweg aus der Bredouille zu finden. Schließlich bekam auch der liebe Gott von der Sache Wind. Er trug der Stechpalme auf, dass sie ihre Blätter behalten und das ganze Jahr über grün bleiben müsse – um den Himmel zu retten.

Der Teufel hatte das Nachsehen, brennt immer mehr Schnaps und bringt den Himmel damit fast zur Verzweiflung. Die Stechpalme erfüllt bis heute ihre Aufgabe. Was wohl im Himmel vor sich geht, wenn er sich morgens oder abends mal wieder rot färbt?

Gefällt Ihnen der Beitrag? Bitte teilen Sie ihn.
(Hinweis: Bei Klick werden personenbeziehbare Daten an facebook / Pinterest übertragen)
Keine Kommentare vorhanden

Einen Kommentar schreiben

X