Nelkenwurz Tag

Wilde Schätze fürs Wild

Ein Bericht von Josef Schneider aus Ellwangen-Neunheim: Die Ellwanger Wildwochen gehen noch bis zum 12. November. In einer kleinen Serie stellen wir alle teilnehmenden Gastronomiebetriebe vor. Der „Hirsch – Das Ellwanger Landhotel“ in Neunheim ist von Anfang...

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Wilde Wurzeln als Würze

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Engelwurz

Nur durch beständige und fachgerechte Pflege entwickelt Meerrettich (Armoracia rusticana) schöne, gerade Wurzeln. Im Wildwuchs wachsen sie dagegen oft ziemlich verzwickt und verzwackt, schmecken aber trotzdem gut. Beißende Schärfe macht sie zu einer kräftigen Würze. Früher gab man geraffelten Meerrettich zu Apfelkompott und zu eingelegten Gurken, um sie haltbarer zu machen. Rettich- bis kresseartige Schärfe verleihen auch die Wurzeln anderer Kreuzblütler wie Knoblauchsrauke (Alliaria petiolata),  Ackerhederich (Raphanus raphanistrum) oder Hirtentäschel (Capsella bursa-pastoris).

Wilde Wurzeln ernten

wurzeln-ausgrabenEigentlich widerstrebt es mir, Wurzeln auszugraben. Nicht wegen der damit verbundenen Mühe, sondern weil es das endgültige Ende einer jeden Pflanze bedeutet. Wurzellos, leblos. Aber meine Neugier treibt mich, das geheimnisvolle, weil meinen Blicken verborgene Treiben der Pflanzen unter der Erde zu ergründen. Und so greife ich jetzt im Herbst doch einmal zu Wurzelstecher und Grabgabel, um Schätze aus der Tiefe ans Licht zu holen.

Wurzeln: Schätze heben

Wurzeln NelkenwurzIn aller Regel beginnt die Ernte von wilden Wurzeln im Herbst, wenn sich die Pflanzen zur Ruhe zurückziehen. Sobald die oberirdischen Teile deutlich an Vitalität verlieren, steckt der ganze Reichtum in den Organen unter der Erde. Wer es nicht abwarten kann, wird von den Wurzeln enttäuscht.

Meine Träume zwischen zwei Buchdeckeln

Geum reptansSchwer wiegt das Buch in meinen Händen, umso leichter werden meine Gedanken beim Hineinschauen. Alpenpflanzen! Sofort vergesse ich alles um mich und begebe mich auf große Reise, durch all die schönen Gegenden in den Bergen, auf all die bunten Wiesen nahe dem Himmel. Was mir da alles begegnet: Alpen-Grasnelken, Alpen-Krokus, Alpenrose, Faltenlilie, Mausohr, Nelkenwurz…

Der Duft der Wurzeln

Geum urbanum WurzelernteDie Pflanzen ziehen sich allmählich zurück, auch wenn der Winter scheinbar noch in weiter Ferne liegt. Wurzelzeit! Wer jetzt eine Echte Nelkenwurz (Geum urbanum) aus der Erde holt, wird mit einem wundervollen Duft belohnt. Kräftig würzig, eben nach Gewürznelke – denn in der Nelkenwurz steckt dasselbe ätherische Öl wie in den Knospen des tropischen Gewürznelkenbaums (Syzygium aromaticum): Eugenol.

Reiselust: Daumen raus

TrampenTrampen hat schon manchen weit in die Ferne gebracht. Auch Pflanzen. Sie stehen am Wegrand und halten ihre Triebe wie Daumen raus, um per Anhalter voranzukommen.

Quitte trifft Nelkenwurz

Küchen-Rendezvous auf Schlossgut Odelzhausen im November: Quitte trifft Nelkenwurz! Das duftet, das schmeckt. Quitten-Glühwein mit Früchtebrot zur Einstimmung. Quittenrisotto orientalisch mit Nelkenwurz zur Vorspeise. Kartoffel-Bohnen-Quitten-Pfanne zum Hauptgang. Quittenmousse mit Nelkenwurzzucker, dazu Hildegardkekse, Quittenringe und Nelkenwurz-Cantuccini. Läuft das Wasser im Mund zusammen?

Hier das Rezept vom Quittenrisotto:

Quitten – goldener Genuss

Wer sagt, dass man mit Quitten nur Süßes machen kann? Der hat die goldenen Äpfel noch nie richtig wahr genommen. Baumwolläpfel oder Schmeckbirnen heißen sie auch, die harten Früchte, die durchs Kochen so wundersam sanft werden. Hier mal ein feiner Eintopf – schön herbstlich.

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