Veganes Schweinchen

Mein Liebling der Woche: Veganes Schweinchen! Ferkelkraut… Das lässt sich vielseitig zubereiten. Ich mag es gebraten am liebsten.

Knuspriges Grün

Ihr habt die Wahl: Schweinebraten ganz klassisch oder vegan. Das geht tatsächlich, mit Ferkelkraut! Ferkelkraut, etwa das Gewöhnliche (Hypochaeris radicata) wächst in vielen Gegenden wie Unkraut. Es hat seinen Namen daher, dass sich seine rauen, flach dem Boden angepressten Rosettenblätter anfühlen wie ein Schweinchen – eben ein wenig borstig. Die Blätter sind sehr fleischig, das kommt neben dem Namen Ferkelkraut auch dem Schweinebraten nahe.
Schöne Blätter, gut gewaschen und abgetrocknet, einfach in ein wenig Öl braten, gerne auch die knospigen Blütenkörbe und die noch weichen Triebe mit den Knospen. Dann nach Geschmack salzen – und vegane Schweinchenkrustis  knabbern! Schweineschwartenchips schmecken bestimmt nicht besser, sind zudem nicht vegan…
Ganz junge, weiche Blätter passen auch gut in einen Salat, z.B. in den Kartoffelsalat. Das empfiehlt auch Michael Machaschek in seinem Buch „Nahrhafte Landschaft 4: Von Ferkelkräutern, Wiesenknopf, Ziegenmilch, Ruchgras, Rasch, Birnmehl, Kraterellen und anderen wildwachsenden Nutzpflanzen“ (Böhlau Verlag, ISBN 978-3205205166).

Tipps zum Ferkelkraut

Enthält Milchsaft, der sehr kräftig gefärbte Flecken an den Händen (und auf Kleidung) hinterlässt, deshalb am besten Handschuhe tragen. Ist bisweilen, je nach Standort und Jahreszeit, recht bitter, deshalb mehrmals mit frischem Wasser spülen oder eben gut rösten.
Das kleine Schweinchen unter den Wildpflanzen liefert für Salate und Gemüse saftig-knackige Kost. Ich habe es als „Ingrassa porci“ schätzen gelernt. Etwa anstelle vom üblichen Salatblatt auf Crostinis, gedünstet zur Pasta oder alla milanese (paniert und ausgebacken). Aber nicht nur die Blätter schmecken gut (wenn auch deutlich bitter, ähnlich wie Löwenzahn), sondern auch die Knospen, Blütenköpfe, jungen Blütenstiele und die Wurzeln (diese aber erst ab Herbst lohnenswert).

Löwenzahn? Nein, Ferkelkraut!

Viele verwechseln Ferkelkraut (Hypochaeris radicata) mit Löwenzahn (Taraxacum), aber der ist schon verblüht. Erkennbar ist es auch an den flach den Boden aufgelegten Blattrosetten, die Blätter sind jeweils gebuchtet und fleischig, über und über mit rauen Haaren („Ferkelborsten“) besetzt.

So mancher Rasenliebhaber hat mit dem Ferkelkraut seine liebe Not. Mit seinen Blattrosetten macht es sich gewaltig breit und verdrängt die Rasengräser. Sticht man es aus, bleiben große kahle Stellen. Aber eine andere Wahl gibt es kaum, hier hilft nur Hartnäckigkeit. Aber: Ferkelkraut kann man nutzen wie Löwenzahn. Die Blüten schmecken mild, einfach auszupfen und über Salat streuen. Die Blätter sind knackig und saftig, in Streifen geschnitten in den Salat mischen. Die Wurzeln können geröstet werden zu Kaffee wie beim Löwenzahn.

Und wer’s abpflückt, bevor die Fruchtstände erscheinen – filigrane Federkugeln von bezaubernder Schönheit – wird es langsam, ganz allmählich zurückdrängen.
Woher es seinen Namen hat? Man hat es früher gerne den Ferkeln gefüttert…

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