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Seerosen-Sehnsucht

Der eifrigste Liebhaber von Seerosen aller Zeiten war Claude Monet (1840-1926). Der „Vater des französischen Impressionismus“ widmete sich in seinen letzten Lebensjahrzehnten den Seerosen, die in seinem Garten in der Normandie wuchsen, und malte mehr als 300 Bilder von ihnen. Anfangs hatten die Bilder keinen Erfolg beim Publikum, erst nach dem zweiten Weltkrieg begann man sich für diese Motive seiner Serie Les Nymphéas zu begeistern. Eines seiner Werke, Le Bassin aux Nymphéas aus dem Jahr 1919, wurde 2008 für über 50 Millionen Euro versteigert. Kostbare Seerosen!

Seerosen tauchen auf vielen Gemälden auf, mit und ohne Nymphen. Neben der Rose, dem Mohn und den Winden gehörten sie in der Epoche des Jugendstils zu den beliebtesten Blumenmotiven.

Hier Beispiele für Seerosenbilder:

Hylas war der Waffenträger von Herakles, begleitete ihn mit den Argonauten auf der Suche nach dem Goldenen Vlies. Er verirrte sich bei einem Landgang und wollte an einem Teich Wasser trinken. Eine Gruppe von Nymphen verführten ihn und zogen ihn in die Tiefe.

Das letzte Gemälde von John William Waterhouse wurde 2018 aus der Kunstgalerie in Manchester entfernt. Nachdem die Darstellung der Frauen auf diesem Bild viel Entrüstung ausgelöst hatte (auch in Zusammenhang mit der #MeToo-Debatte über Frauenverachtung in der Gesellschaft), wollte man mit dieser Aktion eine Diskussion auslösen, was der richtige Umgang mit derartigen Bildern in heutiger Zeit sei. Anstelle des Bildes konnten die Museumsbesucher ihre Beiträge auf Zetteln an der Wand befestigen.

Fragt sich, ob dann ebenfalls die Blumen voller Symbolkraft auf den Prüfstand gehören?

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