Corona-Salat

Während Klopapier kein Mangelartikel mehr sein sollte, droht bei Obst und Gemüse vielleicht bald ein Engpass. Wenn jetzt nicht genügend gesät und gepflanzt wird, kann man später auch nichts ernten. Wenn keine Saisonarbeiter mehr einreisen dürfen, bleibt die Frage, wer deren Aufgaben erledigt. Wenn in anderen Ländern wie Italien und Spanien die Landwirtschaft zusammenbricht, kommt wohl auch nicht mehr genügend Frischware nach Deutschland. Dann stehen wir wieder vor leeren Regalen, diesmal aber nicht in der Klopapier- und Nudelabteilung, sondern am Gemüsestand. Selbst ist der Mann, selbst ist die Frau – bauen wir doch selber an. Salat, das geht wirklich ohne großen Aufwand und nahezu überall.

Salat in der Kiste

Einfach einen Balkonkasten, eine Obstkiste (mit Folie ausgeschlagen), eine Pflanzschale oder einen Kübel für die Salatkultur auswählen – selbst eine ausgediente Schüssel aus der Küche eignet sich, wenn man ein paar Löcher in den Boden macht, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann. Pflanzerde einfüllen, bis das Gefäß bis knapp unter den Rand gefüllt ist. Gefäß mehrfach auf den Boden stoßen, damit sich die Erde setzt. Oberfläche schön glatt streichen. Salatsamen ausbringen – am besten Schnittsalate, denn bei denen kommt es später nicht auf große Abstände an, sondern sie wachsen dicht beieinander, bilden keine Köpfe und können einfach mit der Schere geschnitten werden – ganz jung geerntet ist das dann Baby Leaf Salad. Oder statt Samen ausstreuen vorgezogene Pflänzchen setzen (gibt es bei vielen Gärtnereien im kontaktlosen Handel oder auch per Lieferung, in den ortsnahen Gärtnereien einfach mal nachfragen, damit kann man die kleinen Betriebe sicher gut unterstützen). Und wenn alle Stricke reißen, lassen sich Pflanzen auch beim Versandhandel bestellen.

So geht’s

Samen sehr dünn über die Oberfläche verteilen, sachte andrücken und mit einer feinen Schicht Erde überdecken, die siebt man am besten darüber. Vorgezogene Salatsetzlinge mit Abstand zueinander einpflanzen, nicht zu hoch und nicht zu tief, so dass das „Herz“ (die inneren Blattansätze) über dem Boden sitzt. Dann alles angießen. Hell aufstellen, bei günstigem Wetter gerne draußen (Salat braucht 10-15 °C zum Keimen, ist es kälter, zieht man ihn besser zuerst im Haus oder unter Folie; zu warm ist auch nicht gut, über 20 °C keimt er nur sehr schlecht). An einem sehr hellen, gerne sonnigen Platz wächst Salat sehr rasch, schon nach 4-6 Wochen kann man ernten. Schneidet man beim Pflück- und Schnittsalat die Blätter nicht zu tief ab, wachsen nochmals neue nach.

Mehr Salat? Dann mehrfach säen – so bekommt man Salat nach Bedarf (Blogbeitrag vom 26.5.2018). Und schlägt Corona ein Schnippchen. Noch wichtiger, wir entgegnen damit auch einer eventuellen weltweiten Lebensmittelknappheit. Und es beruhigt die Nerven, macht Hamsterkäufe überflüssig, nimmt Ängste vor einer ungewissen Zukunft. Und: eigener Anbau lenkt ab von schlechten Gedanken.

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