Superfrucht: Gurke

Sie hat einen abwertend klingenden Namen, die Gurke. Eine alte Schäsn (bayrisch für Schrottkarre, abgeleitet von chaise de poste = Postwagen) nennt man alte Gurke (oder eine olle Möhre), mit der kann man rumgurken. Eine Gurkentruppe ist nicht nur eine erfolglose Elf auf dem Fußballfeld, sondern auch als Partei in der Politik auf dem Podest, zum Teil besteht sie bestimmt aus Gurkennasen. Zur Ehrenrettung der Gurke hier eine kleine Liste, was so eine unreife Beere (Gurke leitet sich ab von griechisch aguros = grün, unreif) alles kann:

  • Gurken sind das Gemüse des Jahres, ernannt vom Verein zur Erhaltung der Sortenvielfalt
  • Gurken gehören zu den wirtschaftlich bedeutsamsten Gemüse-Arten, nach Kartoffeln und Tomaten sind sie unsere liebsten Feldfrüchte
  • Man unterscheidet Salatgurken (Anbau unter Glas oder Folie, dünne Schale, wenig Kerne), Feld- oder Landgurken (Anbau im Freiland, dicke Schale, essbare Samen), Einlegegurken („Gurkerl“, kleine Früchte zum Einlegen)
  • Gurken werden überwiegend unreif geerntet und gegessen, abgesehen von Schälgurken (gelb gefärbt, dicke Schale, werden gewöhnlich eingelegt zu Senf- oder Honiggurken)
  • Gurken enthalten so viel Wasser wie kaum ein anderes Gemüse, sie bestehen zu 97 % (!!!) aus H2O
  • Gurken sind sehr kalorienarm: 12 kcal pro 100 g Frischgewicht
  • Gurken sind reich an Vitaminen (B,C,K) und Mineralien (vor allem Kalium, Magnesium) sowie an Chlorophyll – aber dies vor allem in und direkt unter der Schale, deshalb Gurken am besten Bio ziehen, kaufen und samt Schale essen
  • Gurken sind eher schwer verdaulich, insbesondere die Schalen, deshalb mit verdauungsfördernden Gewürzen wie Kümmel und Kräutern wie Dill zubereiten
  • Gurken aus Eigenanbau können Bitterstoffe ausbilden, vor allem wenn sie stark schwankenden Wachstumsbedingungen ausgesetzt sind, deshalb immer für gleichmäßige Feuchtigkeit sorgen – bitter schmecken vor allem die Bereiche direkt hinter dem Stielansatz (vorher kosten, einfach anschneiden und ablecken)
  • Gurken immer erst kurz vor Verzehr salzen, sonst gehen mit dem austretenden Wasser viele wertvolle Inhaltsstoffe verloren
  • Gurken eignen sich nicht nur für Salat, sondern auch als Gemüse, z.B. mit etwas Senf, Sahne und Dill sanft gegart oder mit dünn geklopften Rindsfiletscheiben umwickelt und gebraten, aufgeschnitten, ausgekratzt und gefüllt und dann geschmort
  • Gurken sind Bestandteil von Hipster-Getränken: Pickleback (ein Glas Whisky oder Whiskey plus ein Glas Gurkenwasser, abwechselnd zu nippen), Munich Mule (Gin, Ginger Beer, Limette und Gurke), Slush (geschabtes Eis aus Gurkenwasser), Gurkenspritzer (Gurkensirup mit Weißwein oder Tonic Water), Gurkenlimonade
  • Aus Gurken kann man Eis zubereiten: Saft aus Salatgurken, Essiggurkenlake, Milch/Sahne mischen und ab in die Eismaschine
  • Gurkenscheiben gut und lange gekaut helfen gegen Mundgeruch
  • Gurken machen schön: die Früchte gelten als Anti-Aging-Wunder, Schalenstreifen oder Scheiben dienen als Maske, die der Haut sofort ein frisches Aussehen verleihen und wirken Falten entgegen – billiger und vielleicht (sicher) auch besser als Hyaluronsäure
  • Gurken sind heilsam: die Früchte eignen sich für Detox-Kuren, sie regen die Durchspülung des Körpers an, regulieren den Stoffwechsel, unterstützen das Immunsystem, wirken lindernd bei Sonnenbrand (gelten als Ersatz für Aloe vera)
  • Gurken sind Putzwunder: perfekt zum Schuhereinigen, für Edelstahloberflächen – einfach mit Schalen oder Scheiben darüber fahren

Also her mit Gurken, kreativ bleiben mit dem schlanken Gemüse, zum Gurkenheld werden!

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