Und weiter geht es mit der Geschichte "Unter Rosen": Solche Blättchen, solche Blütchen trieb unser Kräutlein den ganzen Sommer über. Wenn es – was immer wieder passierte – im Maul einer hungrigen Kuh verschwunden, unters Messer der Sense gekommen war, ließ es sich nicht entmutigen, sondern wuchs unbeirrt weiter...
Mitten in der Wiese, neben einem Bächlein, wo die Erde nie richtig trocken wurde, wuchs zwischen den Gräsern ein kleines Kräutlein. Es war ein gar bescheidenes Gewächs, kleidete sich ganz in enthaltsames Grün. Prunkte nicht mit aufreizend roten oder auffordernd blauen Blütenkronen, trug weder abschreckende Stacheln noch verlockende Früchte...
Aufgewachsen bin ich mitten in Mittelfranken, in Bad Windsheim. Das liegt in Frankens gemütlicher Ecke - die beste Gelegenheit für einen entspannten Urlaub. Fünf Tage im September - beste Reisezeit - zeige ich Ihnen die schönsten Winkel, erzähle Ihnen von der einzigartigen Landschaft, weihe Sie in fränkische Lebensart ein, begeistere Sie für Streuobst, Wildkräuter und Wälder. Das wird ein Urlaub, den Sie so noch nie erlebt haben. Schon mal vorweg ein paar Eindrücke?
Noch mehr "Unkraut": Feinstrahl (Erigeron annuus), auch Einjähriges Berufkraut - noch ein Neophyt, eine eingeschleppte Pflanze, ursprünglich in Nord-Amerika heimisch. Als Gartenzierpflanze (Feinstrahlaster) bei uns eingeführt und über die Gartenzäune "gehüpft", verselbständigt und heute argwöhnisch beäugt. Dabei sieht es doch so nett aus, fast wie ein zu groß gewordenes Gänseblümchen. Stehen lassen oder ausrupfen?
Schauen wir doch mal, was da im Garten (aber auch um den Garten herum, am Feldrain, am Parkplatz, am Wegrand usw.) so alles wächst. Erste Entdeckung: der Kompass-Lattich (Lactuca serriola). Typisch sind die blaugrünen, stark gebuchteten, unterseits mit markanten Stacheln versehenen, hochkant aufgerichteten Blätter, die wie Kompassnadeln wirken - damit verhindert die Pflanze, dass pralles Sonnenlicht direkt auf die Blattflächen fällt und sie austrocknet. So abweisend der Kompass-Lattich auf den ersten Blick wirkt, so erstaunlich zeigt er sich bei näherer Betrachtung. Er ist doch tatsächlich essbar! Immerhin ist er der Vorfahr unseres Gartensalats (Lactuca sativa)...
Erinnerung - wer hat am Samstag, 5. August 2017 noch nichts vor?
Einen Tag ganz im Zeichen von Natur, Kräutern und Bäumen erleben?
Einen Rundum-Erlebnis-Tag mit Wohlfühl-Charakter und Verwöhn-Atmosphäre?
Dann aber hurtig - anmelden!
Samstag, 5. August 2017: Dieser Tag steht ganz im Zeichen von Natur, Kräutern und Bäumen. Ein Rundum-Erlebnis-Tag mit Wohlfühl-Charakter und Verwöhn-Atmosphäre. Beim Spazierengehen unter faszinierenden Baumkronen heilsame und würzige Kräuter entdecken. Gemeinsam eine Sommersalbe zubereiten. Was Feines schnabulieren. Miteinander austauschen und viel Anregung für neue Projekte bekommen. Und nicht zuletzt - eine Pflanzengeschichte hören. Mit Vergnügen leite ich Sie durch diesen Tag voller seelischer, geistiger und natürlich auch kulinarischer Genüsse.
Bärenklau - da war doch was? Ach ja, gerade schwappt wieder eine Welle der Warnung und Entrüstung übers Land. Der Bärenklau - gemeint ist der Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum). Man sollte ihn besser Herkulesstaude nennen, denn das wird seiner Erscheinung viel gerechter, außerdem vermeidet man so Verwechslungen mit den Wiesen-Bärenklau (Heracleum sphondylium).
Auf die Frage, welcher Baum denn dieser sei, antworteten 40 Schüler im Alter von 12-14 Jahren überwiegend mit: Weiß ich nicht. Viele meinten spontan, das sei ein Kirschbaum. Keiner wusste, was es wirklich für ein Baum ist...
Unter dem Dach der Natur - in Bad Tölz: Die Kräuter-Erlebnis-Villa in der Arzberger Straße 12 ist die Heimat für Kräuterpädagogen, das Schatzkästlein für Kräuteraromen und Räucherduft, für Veranstaltungen rund um Natur, für Verköstigungen mit Wildpflanzen, für besondere Feiern und Festivitäten - und nicht zuletzt auch für mich, wenn ich etwa meine neuen Bücher dort vorstelle oder Kurse gebe.
Butter mit Blüten? Sehr hübsch, sehr appetitlich, sehr bunt. Warum aber nicht auch Blüten mit Kräutern mischen? ist bei mir eine perfekte Resteverwertung: Wenn ich Blüten und Kräuter übrig habe, oder Blüten und Kräuter habe, die nicht mehr ganz so frisch sind, dann kommen sie einfach unter die Butter. Wird jedesmal eine neue Geschmackskomposition...
Kirschmichel - Leibspeise zur Jahresmitte. Geht einfach und schmeckt einfach toll. Ich habe die Kirschen hier mal mit Weinbergpfirsichen gemischt, auch gut!
Bevor der Regen kommt (der wirklich hochwillkommen ist), schnell noch die Kirschen vom Baum ernten. Meine Bäume liefern dieses Jahr leider nur spärliche Ernte, aber es gibt ja nette Leute, die ihren Überfluss mit einem teilen. Kirschen satt, zwei Steigen der leckeren roten Dinger stehen in der Küche und wollen umgehend verarbeitet sein. Denn aufheben lassen sich Kirschen nicht.
Der Wald ist ein besonderes Wesen,
von unbeschränkter Güte und Zuneigung,
das keine Forderungen stellt
und großzügig die Erzeugnisse
seines Lebenswerks weitergibt;
allen Geschöpfen bietet er Schutz
und spendet Schatten selbst dem Holzfäller,
der ihn zerstört. - Siddharta Gautama Buddha
Von Bocksbärten, Pippaus, Habichtskräutern und anderen gelben Korbblütlern: Gelbe Korbblütler, bleib mir bloß vom Hals mit gelben Korbblütlern! Die sind sooooo schwer zu bestimmen. Stimmt, ganz so einfach ist das mit der Bestimmung der zitronen-, stroh-, dotter-, goldfarbenen Vertreter aus der Familie der Asteraceae nicht. Aber spannend!
An vielen Stellen blüht derzeit der Natternkopf (Echium vulgare) - bewusst ist mir das erst richtig geworden, als mir Renate Blaes eines ihrer fantastischen Fotos geschickt hat und nachfragte, was es denn für eine Pflanze zeige. Wirklich eine Wuchtbrumme, dieses Raublattgewächs. Wie bei den Boraginaceen, also auch bei Borretsch, Vergissmeinnicht, Beinwell, Lungenkraut und Co., so üblich, wechselt die Blütenfarbe. Zuerst sind die Blüten rosa, dann färben sie sich blau. Insekten wissen genau, bei welcher Farblage am meisten Nektar in den Blüten zu holen ist, sie lernen es schnell.
Experiment geglückt - so könnte man beschreiben, was mir Renate Blaes erzählt hat: Bärlauch bevorraten, indem man ihn einfriert. Mit Blättern funktioniert das nicht, aber mit den Früchten sehr wohl. Renate hat es getestet und für super befunden, nachzulesen auf ihrem Blog. Danke für diesen Tipp!
Regional, saisonal – bodenständig, traditionell – innovativ, individuell, und immer typisch Südtirol: Karl Baumgartner vom Restaurant Schöneck, das seit 1996 einen Michelin-Stern trägt und sich mit drei Hauben schmückt, ist begeistert von den Kräutern und Bäumen, die es nicht zu kaufen gibt – die aber rund um sein Haus in Mühlen bei Pfalzen im Pustertal wachsen und feinste Zutaten für seine Küche liefern können.
In Hollfeld bei den Rosen-, Kunst- und Gartentagen in St. Gangolf - Fachvorträge von mir! - heute um 16.30 Uhr "Vom Paradiesgarten zum Gartenparadies" und morgen um 15.30 Uhr "Bäume in Küche und Heilkunde".