Zum Inhalt springen
Logo www.pflanzenlust.de

19. Apr. 2019

Karfreitag

Mit Karfreitag sind so manche Pflanzen eng verbunden. Schneidet man in der Nacht zu Karfreitag einen Holunderzweig auf dem Kirchhof und bohrt das Mark heraus, kann man damit Hexen erspähen. Man braucht nur beim Gottesdienst hindurch zu blicken, Hexen sitzen stets verkehrt herum zum Altar. Aber man sollte die Kirche vor dem Läuten schleunigst verlassen, sonst drehen einem die entdeckten Hexen den Kragen um oder jagen einem ihre Katzen auf den Hals.

18. Apr. 2019

Gründonnerstag

In der Passionswoche zwischen Palmsonntag und Ostern hat der Donnerstag eine besondere Bedeutung. Gründonnerstag, eine sehr logisch klingende und wahrscheinliche Deutung des Namens bezieht sich auf den Brauch, an diesem Tag besonders viel Grünes zu essen. Mit grünem Gemüse und grünen Kräutern soll man die Kraft des Frühlings und die Stärke des Austriebs in sich aufnehmen. Laut Volksglauben wird man dadurch das ganze Jahr nicht krank und hat immer Geld im Beutel. Traditionell gibt es an diesem Tag eine bestimmte Speise wie Suppe, Brot oder Kuchen.

17. Apr. 2019

Taube Nesseln 3

Und nochmal Taubnesseln, wahre Zuckerschnütchen: Kommt man den Hummeln zuvor, die das Hummelkarussell (das ist ein alter Name der Taubnesseln) anfliegen und die im Kreis um den vierkantigen Stängel aufgereihten Blüten wie beim Ringelspiel nacheinander besuchen, kann man selbst „Bienensaug“ spielen. Ausgezupfte Blüten, wie miniaturisierte Trinkhörner am Ansatz in den Mund gesteckt, lassen sich auslutschen. Honigsauger, Suggelblume, Schlotzerli, Schluznessel, Honigschläppchen, Zuckerschnuller, Zuzala, Zullerbadscher – all diese malerischen Bezeichnungen verraten den Spaß, den unzählige Kinder und Kind gebliebene Erwachsene schon mit den Taubnesseln erlebt haben. Weniger geläufig ist das Kindervergnügen, das Blütenröhrchen vorsichtig zwischen die Lippen zu nehmen, sachte hindurch zu pusten und dabei einen feinen Klang zu erzeugen – sind die Taubnesseln vielleicht deshalb wahre Lippenblütler?

16. Apr. 2019

Taube Nesseln 2

Weiter geht es mit den Taubnesseln, und zwar mit Familienbande. Wilhelm Busch (1832-1908) beschreibt in seinem Gedicht "Am Vorabend von Rosens Geburtstag" die Taubnessel als stocktaub: "Taubnessel (mit dem Hörrohr): Hä, was? Hä, welche?" Taubnesseln besitzen sie tatsächlich röhrenförmige Gebilde, jedoch nehmen sie damit keine akustischen Signale wahr. Vielmehr sind ihre fünf Blütenblätter zu einer langen Kronröhre verwachsen, die sich nach vorne zu zwei Lippen öffnet. Damit erwecken die Blüten den Eindruck eines aufgerissenen Munds, wenn man sie von vorne betrachtet. Vom griechischen „lamos“ für Schlund, Rachen soll sich der botanische Name Lamium für die Gattung und gleich auch für Lamiaceae, die gesamte Familie der Lippenblütler ableiten.

15. Apr. 2019

Taube Nesseln

Taub, das meint auch dumm oder ungeschickt, empfindungslos oder stumpfsinnig. Wer einst gehörlos war, musste unbelehrt bleiben und galt damit als geistig beschränkt, wenn nicht gar als deppert. Einfältig sind die Gewächse, von denen hier die Rede sein soll, aber überhaupt nicht. Im Gegenteil, wenn man sie mal genauer unter die Lupe nimmt, erweisen sie sich als überaus originell und voller Talente.

10. Apr. 2019

Es steht die Welt in Veilchen

„Der Frühling kommt, der Himmel lacht, es steht die Welt in Veilchen!“ schwärmte Theodor Storm. Laut griechischer Sage blühen Veilchen unter den Schritten der Frühlingsgöttin Persephone auf. Persephone wurde einst von Hades, dem Gott der Unterwelt geraubt. Ihre Mutter Demeter unterband vor lauter Gram um ihre verlorene Tochter alles Wachstum auf der Erde. Das konnte Göttervater Zeus nicht zulassen, deshalb drängte er auf eine Abmachung: Einen Teil des Jahres verbringt Persephone in der Unterwelt bei Hades, den anderen dagegen auf der Erde. Weilt sie bei Hades, stoppt das Wachstum, es wird Winter. Wenn sie aus der Unterwelt emporsteigt, blühen unter ihren Schritten auf der Erde überall Veilchen auf - zum Zeichen, dass jetzt die fruchtbare Zeit beginnt.

8. Apr. 2019

Nicht zu vergessen

Vergissmeinnicht? Sieht fast so aus, ist sogar verwandt (beides sind Raublattgewächse) aber das hier heißt Gedenkemein oder Frühlings-Nabelnüsschen (Omphalodes verna). Man trifft es bei uns vor allem in Gärten und Parks an, nur selten in Laubwäldern verwildert. Ursprünglich liegt seine Heimat in feuchten Bergwäldern südlich des Alpenhauptkamms. In Deutschland gehört das Gedenkemein zu den Neophyten. Egal - es ist ein liebenswerter Bodendecker, der hoffentlich nicht nur mich mit seinen himmelblauen Blüten begeistert.

6. Apr. 2019

Blumen fürs Gemüsebeet

Die gute Idee für Garten und Balkon auf Bayern 1: Bei den Pflanzen ist es wie bei den Menschen. Manche mögen sich und manche mögen sich nicht. Die Wurzeln artfreundlicher Pflanzen verflechten sich im Untergrund, während artfeindliche Pflanzen sich distanzieren. Was aber immer zusammen passt, sind Blumen und Gemüse - zu beiderseitigem Vorteil und vor allem zum Vorteil für uns Gärtner!

28. März 2019

Birke: heilt wunde Haut

Birken wachsen schnell, bisweilen muss ich auch unsere Birke vor dem Wintergarten zurückschneiden. Das Schnittgut lässt sich perfekt für allerlei Deko verwenden, die feinen Zweige sind ganz schnell zu einem Kranz gewunden oder zu einem Nest verflochten. Von dickeren Ästen dagegen ziehe ich die Rinde ab. Wofür?

27. März 2019

Birke – von der Knospe zum Blatt

Eine Birke im Frühling - immer wieder ein Schauspiel, wie aus den unscheinbaren Knospen die Blättchen hervorbrechen und sich entfalten. Man sollte sich davor setzen und das Wunder in allen Phasen genau beobachten. Keine Zeit oder Gelegenheit? Dann schaut doch mal auf den Blog meiner lieben Freundin Renate Blaes. Sie hat eine neue Birke gepflanzt und dokumentiert ab sofort, was da passiert. Im Artikel "Meine Freundin, die Birke". Und nachdem Renate wirklich ein gutes Auge für Pflanzen und deren Geheimnisse hat, wird es bestimmt eine sensationelle Dokumentation mit hinreißenden Fotos.

26. März 2019

Birken-Frühling

Vor unserem Wintergarten steht eine kleine Birke, etwa zweieinhalb Meter hoch. Noch lässt sie ihre feingliedrigen Äste voller winziger Knospen wie einen Perlschnurvorhang blattlos herunterwallen. Der Ostwind kämmt die Birke mit eisigen Fingern, der Westwind besprüht sie mit Regentröpfchen, der Südwind haucht ihr Sommerwärme unter die weiße Rinde. Es raschelt und reibt, es knistert und knackt in der Birke. Mir scheint, sie erzählt von ihren Träumen, Frühlingsträumen.

24. März 2019

Tu was für die Natur: Bienenrestaurant Balkonkasten

Die gute Idee für Garten und Balkon auf Bayern 1: Das Frühlingswetter lockt, in den Gärtnereien gibt es große Auswahl. Balkon und Terrasse wollen aufgehübscht werden - am besten nachhaltig, pflegeleicht und vor allem bienenfreundlich. Das lässt sich leicht umsetzen, mit Kräutern.

Buchcover Greiner / Kiem - Wald tut gut!

22. März 2019

Zum Tag des Waldes: Artikel im Spiegel

Gestern, am 21. März, war Tag des Waldes. Passend dazu veröffentlicht Spiegel online einen Artikel zum Tourismustrend Waldbaden: Mein Therapeut der Wald. Mit Martin Kiem, mit dem zusammen ich das neue Buch "Wald tut gut!"geschrieben habe und auch den Lehrgang "Alpines Waldbaden" (Kurs in 2019 bereits ausgebucht, neue Termine in 2020) im Bildungshaus Kloster Neustift gebe. In einem Interview mit Bettina Hensel erklärt Martin, warum es so viele Menschen in den Wald zieht, was Karōshi bedeutet und was der Unterschied zwischen Waldbaden und einem Waldspaziergang ist - unbedingt lesenswert! Hier der Link zum Artikel: Spiegel online Buchvorstellung am Freitag, den 24. Mai 2019 ab 19.30 Uhr im im Bildungshaus Kloster Neustift (Brixen, Südtirol).

22. März 2019

Woher die Schlehe ihre weißen Blüten hat

Vor langer Zeit hielten die Pflanzen im Wald eine Versammlung ab. Sie forschten nach dem Gewächs, dessen Zweige dereinst dem Heiland als Dornenkrone solche Pein gebracht hatten. Die Wildrose konnte es nicht sein, ihre Ranken hatten viel zu feine und zu weiche Stacheln. Auch vom Weißdorn fiel der Verdacht ab, waren seine Äste doch gar nicht biegsam genug. Schließlich blieben nur der Kreuzdorn und die Schlehe übrig.

21. März 2019

Tu was für die Natur: Tränken und Badestellen anlegen

Die gute Idee für Garten und Balkon auf Bayern 1: Noch wichtiger als Vogelfutterhäuschen und Insektenhotel: Tränken für Amsel, Hummel und Falter – denn offene und gut zugängliche Wasserstellen sind selten geworden, es gibt kaum noch Pfützen.

20. März 2019

Tu was für die Natur: Wilde Ecken

Die gute Idee für Garten und Balkon auf Bayern 1: Lassen Sie etwas Unordnung im Garten zu, denn das bedeutet eine Vielfalt an Strukturen und oft auch an Pflanzenarten. In der Natur gibt es auch keine Ordnung, wie wir uns das vorstellen, da wachsen die Radieschen nicht in Reih und Glied und werden Büsche wie Gräser nicht in Form getrimmt. Eine wahre Rettungsinsel für unzählige Lebewesen ist etwa der Komposthaufen, der eigentlich in jeden Garten gehört. Lebendiges Durcheinander ist die Basis für Artenvielfalt und Insektenschutz.

19. März 2019

Tu was für die Natur: Grün und lebendig statt grau und tot

Die gute Idee für Garten und Balkon auf Bayern 1: Ein bunt gestalteter Garten verlangt kaum mehr Pflege als eine monotone Steinwüsten-Gestaltung. Und bringt so viele Vorteile, da kann ein Kies- oder Schotterbeet niemals mithalten.

Melden Sie sich zum Pflanzenlust Newsletter an und verpassen Sie keinen Blog-Beitrag mehr:

Zum Newsletter anmelden