Garten

Garten: Der Frühling ist ein zartes Pflänzchen

Was jetzt grad auffällt:
Schlüsselblume
Hier und da blühen sie schon, die Schlüsselblumen, Schlüssele oder Himmelsschlüssel. Nach einer Legende sind sie aus den verlorenen Schlüsseln des heiligen Petrus entstanden, und schließen seitdem im Frühling die Erde für alle Pflanzen auf. Die Echte oder Wiesen-Schlüsselblume (Primula veris) gehört laut dem Deutschen Verband für Landschaftspflege zu Bayerns Ureinwohnern und ist heuer „Blume des Jahres“. Die dottergelben Blüten tragen orangefarbene Flecken am Schlund, damit unterscheidet sich diese Art von der viel häufigeren Hohen Schlüsselblume (Primula elatior). Weil die Lebensräume der Echten Schlüsselblume schwinden, kann man ihr im Garten einen Überlebensraum schaffen. Viele Gärtnereien bieten Echte Schlüsselblumen getopft an. Die Pflanzen brauchen einen sonnigen bis licht-schattigen Platz mit magerem, kalkhaltigem Boden.

Wetterspruch:
Märzen kalt und Sonnenschein – bringt eine gute Ernte ein.

Garten: Ab in den Topf

Kissenprimeln klWas jetzt grad auffällt:
Kissenprimeln
Wenn der Frühling gerade draußen nicht so recht mag, dann lässt sich der Winterblues mit fröhlichen Blüten vertreiben – kleine Primeln sorgen für gute Laune. Die Stängellose Schlüsselblume (Primula vulgaris), auch Erdprimel genannt, ist in West- und Südeuropa heimisch, bei uns nur an wenigen Stellen wie im Bodenseegebiet. Aber es gibt aus ihr gezüchtete Garten- oder Frühlingsprimeln in allen erdenklichen Farben, und genau diese strahlen uns derzeit überall entgegen. Die kleinen Frühlingsboten mögen es hell und nicht allzu warm im Zimmer, draußen frostfrei und wollen gleichmäßig mit Wasser versorgt werden. Nach der Blüte kann man sie gut auspflanzen in den Garten.

Wetterspruch:
Wenn es zu Kunigunde (3.3.) friert,
sie’s noch vierzig Nächte spürt.

Garten: Wetterkapriolen

Zaubernuss im SchneeHuch, ein Schnee!
Das bisschen Winter – kommt nur, damit Schneeglöckchen ihrem Namen gerecht werden und Zaubernüsse beim Blühen nicht heiß laufen.

Garten: Da geht schon was

Dolden_MilchsternWas jetzt grad auffällt:
Milchstern
Milchweiße Blüten in Sternform, der Name Milchstern (Ornithogalum) ist Programm. Die Zwiebelblumen eignen sich sehr gut für die Treiberei, ein bisserl Wärme und Wasser, schon schieben sich kräftige Blütenstiele in die Höhe. Nach dem heimischen, rahmfarben blühenden Dolden-Milchstern (Ornithogalum umbellatum), auch als Stern von Bethlehem bezeichnet, bietet der Handel den aus Südafrika stammenden Orangefarbenen Milchstern (Ornithogalum dubium) mit feuriger Blütenfarbe an. Und schneidet sich damit ins eigene Fleisch, denn angesichts der erstaunlich langen Blütezeit der Milchsterne besteht kein Bedarf an Nachschub, werden kaum frische Pflanzen verkauft – deshalb tragen Milchsterne auch die Namen „Gärtnerschreck“ und „Gärtnertod“ (und nicht daher, weil besonders in den Zwiebeln herzwirksame Giftstoffe enthalten sind).

Wetterspruch:
Der Simon (18.2.) zeigt mit seinem Tage,
der Frost ist nicht mehr lange Plage.

Garten: Blütenfreuden

Kamelie 1Was jetzt grad auffällt:
Kamelie
Eine Zimmerpflanze mit Schlüsselrolle in der Weltliteratur wie in der Oper, das gibt es nicht alle Tage. Das elegante Gewächs aus Ostasien ist von Alexandre Dumas in „Die Kameliendame“ wie in Guiseppe Verdis Oper „La Traviata“ verewigt. Nach Europa gelangten die Kamelien (Camellia) durch eine Verwechslung: Anfang des 18. Jahrhunderts wollten die Engländer Teepflanzen heimlich außer Landes bringen. Statt Tee schmuggelten sie aber Kamelien, enge Verwandte des Teestrauchs. Kamelien sind zur Teebereitung zwar ungeeignet, aber eben unvergleichlich schön – schon wurden sie beliebte Ziersträucher.

Wetterspruch:
Regen im Februar
bringt flüssig Dünger fürs Jahr.

Garten: Phantastisch

StrelitzieWas jetzt grad auffällt:
Strelitzie
Ist die echt? Die Frage stellen sich viele, wenn sie die phantastischen Blüten einer Strelitzie (Strelitzia reginae) sehen. Paradiesvogelblume, dieser Name sagt alles: farbintensive Blütenblätter spreizen sich wie die schillernden Federn eines Vogels aus dem schnabelartigen Hochblatt heraus. Die Hand greift unwillkürlich zur Blüte, um zu prüfen, ob die Blüte nicht doch aus Kunststoff ist. Und man tut gut daran. Strelitzien werden vom Handel gerne mal mit künstlichen Blüten aufgehübscht, damit sie sich besser verkaufen.

Wetterspruch:
Lässt der Februar Wasser fallen,
so lässt’s der März gefrieren.

Garten: Alles orange

KlivieWas jetzt grad auffällt:
Klivie
Vor hundert Jahren der Renner auf der Fensterbank, dann fast schon vergessen, heute wieder auf dem Sprung zur Top-Zimmer-Zier. Die elegante Klivie (Clivia miniata) aus Südafrika führt ein im Vergleich zu ihren weit verbreiteten Verwandten Schneeglöckchen, Märzenbecher und Narzissen, ebenso der berühmten Amaryllis ein bescheideneres Dasein. Mit Bescheidenheit ist bei ihr jedoch nur Anspruchslosigkeit gemeint, keineswegs ihre Ausstrahlung. Nach der Form ihres prächtigen Laubs nennt man sie auch Riemenblatt. Mitten im Winter treibt ein dicker Stiel mit bis zu einem Dutzend großer orangefarbener Blüten heraus. Damit die Blütenbildung in Gang kommt, hält man sie ab Herbst kühl und trocken, gewährt ihr wie der Amaryllis eine Ruhezeit.

Wetterspruch:
Wenn der Januar ist sehr milde,
führt er gutes Frühjahr und heißen Sommer im Schilde.

Garten: Von Putz und Schutz

Korkenzieherhasel klWas jetzt grad auffällt:
Korkenzieherhasel
Eine Laune der Natur wird zur Freude der Gärtner: die Korkenzieherhasel (Corylus avellana `Contorta´). Ihr Name ist Programm, die Zweige des Strauchs wachsen spiralförmig, was jetzt im Winter sofort ins Auge sticht. Der viktorianische Gärtner Henry Nicholson Ellacombe (1822-1916) aus Gloucestershire in England entdeckte die eigenartige Hasel und begeisterte damit seinen berühmten Kollegen Edward Augustus Bowles (1865-1954). Der pflanzte die erste Korkenzieherhasel neben viele andere Kuriositäten in seinen Garten „Lunatic Asylum“ nahe Enfield in Middlesex – wo sie bis heute wächst.

Wetterspruch:
Wächst das Gras im Januar,
wächst es schlecht das ganze Jahr.

Garten: Es blüht schon was

Winterschneeball klWas jetzt grad auffällt:
Winterschneeball
Die Welt erscheint rosarot, die Zukunft in rosigem Licht, wenn der Winterschneeball (Viburnum x bodnantense) blüht. Diesen Winter, der sich immer noch eher wenig winterlich zeigt, blüht der beliebte Zierstrauch besonders üppig schon zu Jahresbeginn. Die Blüten sind nicht nur auffällige Eyecatcher, sondern auch Duftschmeichler. Selbst wenn Kälte die Blütenpracht dahin rafft, im Frühjahr erscheinen neue Knospen, dann steht das Blütenrosa in schönem Kontrast zum Frühlingsgrün der jungen Blätter.

Wetterspruch:
Ist am Dreikönig kein Winter,
folgt auch keiner mehr dahinter.

Garten: Vom draußen nach drinnen

Advent HagebuttenkranzFrisch entdeckt:
Adventskränze
In der Zeit bis Weihnachten stehen Kränze hoch im Kurs. Neben traditionellen Kränzen aus Tannengrün dürfen auch andere Materialien rund gebunden werden. Im Garten findet sich so manches, was dafür geeignet ist: Perlhagebutten, Kräuter wie Strauchbasilikum, Oregano, Lorbeer oder Rosmarin, Saisonpflanzen wie Silberbusch. Einen elastischen Zweig, z.B. von Hasel, Hartriegel oder Weide, zu einem Ring formen, mit Bindedraht fixieren. Pflanzenmaterial in kleine Büschel fassen und mit Draht am Ring festwickeln. Fehlen nur noch: Kerzen!

Wetterregel:
Wenn kein Schneefall auf Kathrein (25.11.) is’
auf Sankt Andreas (30.11.) kommt er g’wiss.

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