Garten: Irren ist gärtnerisch

Garten: Irren ist gärtnerisch

Kolkwitzie kleinPflanze der Woche:
Kolkwitzie
Einer der auffälligsten Blütensträucher, über und über voll mit zartrosa Blüten, die eine delikate Zeichnung tragen: Die Kolkwitzie (Kolkwitzia amabilis) wird wegen eben dieser Blüten auch Perlmuttstrauch genannt. Erst seit den 1950er Jahren zog dieser aus China stammende Zierstrauch in deutsche Gärten ein. Benannt ist er nach dem deutschen Botaniker Richard Kolkwitz (1873-1956), Professor an der Universität Berlin.

Bauernregel:
An St. Medardus (8.6.) wird ausgemacht,
ob vierzig Tage die Sonne lacht.

Kletterrose kleinGartenirrtum Nr. 1
Rosen muss man immer wieder zurückschneiden. Stimmt nicht, zumindest bei Kletterrosen biegt man die langen Triebe besser in die Waagrechte als sie zu entfernen. Quer über einen Rosenbogen oder entlang einem Spalier geleitete Triebe setzen unzählige Blütenknospen an. Im Gegensatz zu straff aufrecht wachsenden Kletterrosen, die immer nur an den Spitzen Blüten bilden.

Rosen und Lavendel kleinGartenirrtum Nr. 2
Rosen und Lavendel bilden das Traumpaar im Garten. Stimmt nicht, denn Rosen stellen gänzlich andere Standortansprüche als Lavendel. Rosen brauchen einen schweren, lehmigen und gut genährten Boden. Lavendel dagegen liebt es locker, steinig, mager, nur dann entwickelt er vollen Duft. Außerdem erweist sich Lavendel neben Rosen gewöhnlich als wenig winterhart, weil er durch den Nährstoffreichtum nicht richtig ausreift, seine Triebe frostempfindlich werden. Lavendel, neben Rosen gepflanzt, hält auch keine Blattläuse ab.

Brennnesselbruehe kleinGartenirrtum Nr. 3
Brennnesseljauche hilft gegen Blattläuse. Stimmt nicht, die Jauche dient allein als Dünger. Allenfalls kann man mit der verdünnten Jauche die Läuse von den Trieben herunter spülen, also mechanisch entfernen. Das erledigt ein scharfer Wasserstrahl aus der Kanne oder dem Schlauch aber ebenso. Brennnnesseljauche sollte immer nur direkt auf den Boden gegossen werden, wo sie den Nährstoffvorrat ergänzt.

Gartenzitat
„Der Rosen süßer Duft genügt, man braucht sie nicht zu brechen – und wer sich mit dem Duft begnügt, den wird ihr Dorn nicht stechen.“
Friedrich Martin von Bodenstedt (1819 – 1892)

3 Kommentare
  • Hallo, Danke für den interessanten Bericht. Werde meine Kletterrosen nun noch weniger schneiden, war schon immer unsicher, um wieviel man sie zurückschneiden soll.
    DAss Lavendel NICHT gegen Läuse hilft, habe ich auch schon festgestellt. Meine „alten“ Rosen haben früher mitten im Lavendel gesessen, beide sind zwar gut gewachsen, aber Läuse hatten die Rosen trotzdem reichlich ;-). Liebe Grüße, Birthe

    7. Juni 2014 um 13:15
  • Ich schreibe selber in meinem Gartenblog viel über Rankhilfen wie Rosenbögen und Kletterrosen und gebe dir mit dem Irrtum des Zurückschneidens Recht! Den Kletterrosen kann man mit einem Rosenbogen schön den „Weg zeigen“ und dafür sorgen, dass sie herrlich blühen.

    14. März 2016 um 10:27
  • Sehr schöner Artikel! Da freut man sich gleich noch mehr auf die warme Jahreszeit, um den Garten auf Vordermann zu kriegen. Und einige dieser „Mythen“ muss ich wohl nochmal überdenken 😉

    17. März 2016 um 16:13

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