Toll, die Geranie mit all den Blütenbüscheln! Wahnsinn - diese Rose in ihrer Blütenfülle! Sagenhaft - der Rittersporn mit den üppigen Blütenkerzen! Damit Kunden sofort ein schönes Bild von den Pflanzen haben, werden diese häufig kräftig vorgetrieben, also eigentlich zur Unzeit aufgehübscht.
Ein Spruch aus meinem alten Poesie-Album:
Freundlich blüht an stiller Quelle
in des Mondes Silberlicht
eine Blume, zart und helle
und die heißt Vergissmeinnicht.
Heute erst, viele Jahrzehnte später, entdecke ich zufällig, dass diese Zeilen eigentlich zu einem längeren Gedicht gehören, das auch vertont wurde:
In lokalen Gärtnereien, auf Wochenmärkten bekommt man vorzugsweise Pflanzen, die in der Region gezogen und pfleglich behandelt wurden. Damit es keine Zweifel gibt, kleben die Gärtner extra ein Schild "Ich bin von hier!" auf die Pflanztöpfe. Das lässt sich aber auch gut nachfragen! Dadurch bleibt den Pflanzen ein längerer Transportweg erspart. Garantie dafür, dass die Pflanzen später gut wachsen. Beim Gärtner vor Ort gibt es größere und weiter entwickelte Pflanzen als beispielsweise im Baumarkt oder beim Discounter. Weil die Pflanzen größer sind, leben sie länger und sind robuster.
Am falschen Ende sparen - das kann man auch bei Balkonblumen und Kübelpflanzen. Billig muss nicht immer gleich schlecht heißen, aber aufpassen und kritisch prüfen lohnt sich. Preisvergleich: Geranie beim Discounter 99 Cent, beim Bau- oder Gartenmarkt € 2,50, beim Gärtner € erst ab 3,50 - woher kommen solche Unterschiede? Und ist die Geranie, die Petunie, das Zauberglöckchen auch den Preis wert?
Schon seit geraumer Zeit im Handel: Balkon- und Kübelpflanzen. Ob beim Discounter, im Supermarkt, im Baumarkt oder Gartencenter, überall wimmelt es vor Sommerblumen, um Balkonien und Wohnzimmer im Freien zu begrünen und beblumen.
Heute ist Sonntag - Ruhetag, Erholungstag, Familientag, Ausflugstag, Erlebnistag... Was hindert uns, den Wald zu besuchen? Sonntag im Buchenwald, ein unbeschreiblich schönes Erlebnis. Das muss man einfach erleben und in vollen Zügen genießen. Es ist gar nicht weit. Es ist sogar kostenlos. Gebucht?
Nur jetzt, nur heute, nur im Wald: Feinste Blattkost! Buchenblätter schmecken überraschend zitronig, solange sie noch ganz jung sind. Gerade aus den Knospenschuppen geschlüpft, kaum entfaltet müssen sie sein. Sobald sie ihren feinen Flaum an den Rändern verloren haben, werden sie zunehmend herber und derber, lassen sich nicht mehr so einfach kauen. Ab in den Wald...
Buchenkeimlinge, in großer Zahl - da darf man auch mal zugreifen. Die schmecken nämlich gut, knackig, saftig, nussig, angenehm herb. Am besten im Salat oder auf Butterbrot. Und keine Sorge, das schadet dem Wald nicht. Diese "Naturverjüngung" ist dieses Jahr sehr üppig, die allermeisten Buchenkeimlinge werden ohnehin nicht alt. Im Bild: Buchenkeimlinge links, Lindenkeimlinge in der Mitte, Ahornkeimlinge rechts - alle essbar.
Letzten Herbst gab es viele Bucheckern - was man jetzt besonders gut bemerkt: Unter den mächtigen Kronen von Buchen, den "Müttern des Waldes" keimt und sprießt es. Scharenweise drängeln sich die kleinen Buchen ans Licht. Um bald zu bemerken, dass das Leben kein Ponyhof ist. Sondern hart und überaus mühsam.
Tulpen gehören zu den geschichtsträchtigsten Pflanzen der Menschheitsgeschichte. Ihre Karriere begann in Persien. Dort zierten die heute als "botanische Tulpen" bezeichneten Wildarten bereits um das Jahr 1050 die Gärten der Reichen und Mächtigen. Im Osmanischen Reich wurden sie sogar als heilige Blumen verehrt.
Direkt an meiner Terrasse spielt sich jedes Frühjahr ein grandioses Schauspiel ab: Tulpenblüte! Ohne dass ich jeden Herbst neue Zwiebeln setze, ohne dass ich mich groß um die Tulpen kümmere - ich schneide nur verblühte Stängel ab. Die Tulpen stammen noch vom Vorgänger, der sie einst in die Erde gesetzt hat. Seit Jahrzehnten treiben sie zuverlässig und blühen - schöner als in Amsterdam!
Und erneut ein Salat, ein wilder und schon früh im Jahr verfügbarer: Wiesenkerbel! Diesen Doldenblütler muss man halt einfach gut kennen, aber das lässt sich lernen. Ein Salat aus Wiesenkerbelblättern, Karottenstiften, Apfelwürfeln mit einer milden Vinaigrette ist ein Hochgenuss!
Noch ein Salat, ein wilder: Neben der Feldsalat-Rosette (im Bild rechts) stehen viele knackige Weidenröschen - wunderbar für einen Frühlingssalat. Schmeckt mir sehr gut mit einem würzigen Dressing aus Schmand und Meerrettich oder einen mit Senf und Honig.
Kalifornien, im Jahr 1850. Man hatte Gold entdeckt und alles rannte ins vermeintlich verheißene Land der Glückseligkeit, um das edle Metall zu suchen, unermesslichen Reichtum zu finden. Tausende wühlten in der Erde, kehrten das Unterste zuoberst. In ihrer Gier vergaßen sie alles – auch den Anbau von Nahrungsmitteln.
Tanne, sie steht im dunklen Tann, und harrt geduldig aus. Verstopfte Nase, verschleimte Bronchien? Schnupfen, Husten? Niemals - davor bewahren die Tanne, würde sie für Erkältung und Grippe empfänglich sein, ihre ätherischen Öle. Aber weil die Tanne so wundervolle Heilstoffe in sich birgt, können wir davon profitieren. Wipfelbonbons, Nadel-Inhalation, Sauerhonig - das sind nur drei Rezepte aus der Hausapotheke rund um die Tanne.
Früher ein Arme-Leute-Essen, heute glanzvolle Sterneküche: Ein Kohl erobert die Pfanne. Einst lebenswichtig als Vitaminspender, müssen Kohl und Konsorten heute erst wieder schmackhaft gemacht werden. Oft funktioniert das gut, wenn althergebrachte, fast schon vergessene Gemüse unter wohlklingenden Namen auf den Markt kommen - etwa Cime di rapa. Hört sich viel feiner an als Rübstiel oder Scherkohl...
Weit über 100 Millionen Tonnen Bananen werden jedes Jahr weltweit geerntet und verkauft. Zu 95 % sind das Bananen der Sorte Cavendish – genetisch alle identisch. Denn Cavendish-Bananen werden ausschließlich vegetativ über Stecklinge vermehrt, sie bilden..
Die Normbananen: Weltweiter Exportschlager unter den Bananen ist die Sorte 'Cavendish'. Sie liefert besonders hohe Erträge an extra dünnschaligen, besonders großen Früchten. Während der...
Da mag sich mancher wundern, aber Bananen sind botanisch gesehen tatsächlich Beeren. Weiche Schale, weicher Kern, ähnlich wie Johannisbeeren oder Kiwis. Während diese aber innen kleine Kernchen, die Samen beinhalten, bleibt das Fruchtfleisch der Banane samenlos.
Neben dem Apfel ist die Banane das beliebteste Obst in Deutschland, rund 14 Kilogramm verzehrt jeder von uns pro Jahr. Die gelben Früchte gehören heute so selbstverständlich auf den Tisch wie Kartoffeln oder Brot.