Eine Braut bekommt nach alter Tradition einen Kranz aus Myrtenzweigen – um alle bösen Mächte fernzuhalten. Aber Zweige von der echten Myrte (Myrtus communis) sind nicht immer verfügbar. Also muss Ersatz her, z.B. Buchs (Buxus sempervirens) oder im Alpenraum die Buchsbaumblättrige Kreuzblume (Polygala chamaebuxus). Der kleine Strauch wird demnach auch Waldmyrte genannt. Die anmutigen Blüten
Was gibt es nicht alles für Listen, die ein Mensch im Lauf seines Lebens abarbeiten soll. 99 Dinge, die man im Leben einmal essen, 77 Sachen, die man gegessen haben, 55 Städte, die man gesehen haben muss. Und was machen Botanik-Freaks wie ich? Sie suchen 99 Pflanzen, die man einmal im Leben original bewundert haben
Simone Kellner hat wieder eine meiner Geschichten erzählt – richtig super! Ich höre sie mir selbst gerne an. Das boarisch sprechende Schaf ist besonders lustig… Nachzuhören auf youtube – Youtube Das Schaf und die Garbe.
Ein Baum zum Staunen: Zwischen den Blättern hängen lauter Taschentücher! Und winken dem völlig verblüfften Betrachter zu – wenn er unterm Taschentuchbaum (Davidia involucrata) steht.
Und dann hat sich doch noch ein Schierling, ein Gefleckter (Conium maculatum) im hintersten Winkel versteckt, der jetzt schon ziemlich groß ist – Teenie, Jüngling, Halbstarker, oder so was in dem Alter. Sieht aus wie…?
Ach, das ist ja schon ein Schierling, ein Gefleckter (Conium maculatum), der bereits übers Keimlingsstadium hinausgewachsen ist! Erinnert irgendwie an Petersilie… Aber bloß nicht essen!
In der Astgabel einer Linde, in etwa fünf Meter Höhe, sprießt hier ein Kräutlein, das eigentlich sonst dichte Teppiche am Boden bildet. Scharbockskraut. Wie ist es nur in diese schwindelerregende Höhe gekommen? Was sucht es dort? Wird ihm dort nicht schwindelig?
Die Schlehen (Prunus spinosa) blühen! Schlehensträucher erinnern mich immer an das Märchen Schneewittchen: Weiß wie Schnee (die Blüten), schwarz wie Ebenholz (die Rinde) und rot wie Blut (wenn man sich an den Dornen sticht – oder der Saft der Früchte).
Gerade am allerbesten: Lindenknospen. Die schon dick angeschwollenen, fast im Aufspringen begriffenen Blattknospen von Winterlinde (Tilia cordata) oder Sommerlinde (Tilia platyphyllos) gelten als köstliches Schmankerl.
Was hier so frühlingsfein grün leuchtet, sind die jungen Früchte der Bergulme (Ulmus glabra). Die zarten Flügelränder, mit deren Hilfe die Samen später zum Gleitflug ansetzen, enthalten reichlich Chlorophyll und helfen dem Baum so, die frühzeitig wachsenden Früchte zu ernähren – weil die Laubblätter die Photosynthese erst viel später übernehmen (sie sind ja noch nicht ausgetrieben). Diese
Jedes Frühjahr freue ich mich wie ein Schnitzel, wenn sich die Knospen an den Zweigspitzen vom Spitzahorn (Acer platanoides) öffnen. Welch grandioses Schauspiel! Üppige Sträuße aus duftenden Blütchen, in einer einmaligen Grüntönung. Die Blüten können zwittrig, rein weiblich oder auch rein männlich sein. Fast immer bieten sie aber reichlich Nektar feil – was unzählige Insekten freut!
Radieschen, das erste feine Frühlingsgemüse. Ob kugelrund und knallrot (klassische Sorten) oder fingerlang und schneeweiß (Eiszapfen), saftig, knackig, scharf (!!!) sollen sie sein.
Die Passionsblume (Passiflora) regte einst die spanischen Missionare in Südamerika an, in ihr Symbole zu Karfreitag zu sehen. Leiden Christi oder Golgathablume nannte man sie deshalb auch. Und das sah man alles in der Blume:
Den kleinen Schlüssel für das Glück, den möchte jeder haben und meint, er wär in macht und Ruhm und stolzem Prink vergraben. Doch wer nach großen Dingen schaut, der schreitet drüber hin. Es liegt der Schlüssel für das Glück im Allerkleinsten drin. Aus: „Die Frühlingskinder“ von Ida Bohatta
Gestern war’s die Kurzversion, heute folgt die lange der Geschichte vom Veilchen und der Ameise. Einfach nur auf den Titel klicken. Gesprochen von Simone Kellner. Welche gefällt denn besser? Ich freue mich über Kommentare und Rückmeldungen!