Der Wald: In seinem Wort und Namen hallt noch ein leises Echo wie aus Paradiesesfrühe, schwingt noch mit ein Nachklang aus goldener Zeit, da die Welt noch stiller war als heute und das Lied der Wipfel noch vernehmlicher. Friedrich Schnack (1888-1977)
Meteorologisch gesehen endet der Sommer mit dem 31. August. Ab 1. September ist Herbst, naja, und sommerlich verwöhnt hat uns dieser Sommer nun auch nicht gerade. Also begrüßen wir doch freudig den Herbst. Denn mit ihm beginnt schließlich die Jagdsaison. Halali!
Bloß keine Pflanzen ins Schlafzimmer stellen, denn die rauben einem nachts den Sauerstoff. Und in Krankenzimmern haben Pflanzen zudem nichts verloren, weil sie Kopfschmerzen verursachen. Was ist dran an solchen Weisheiten?
Und hier ist er, unser Christbaum des Jahres 2013. Wer zu Heiligabend Bayern 1 gehört hat, konnte mitbekommen, dass wir zuhause keinen Christbaum aufstellen. Sondern in den Wald gehen und uns dort einen aussuchen, den wir im Herzen mit heimnehmen. Und ihm sein Leben schenken…
Gerade kann man sich im Wald gar nicht satt sehen vor lauter Farbenpracht. Das Laub wird bunt, Schwammerl tupfen den Boden, Früchte leuchten. Aber man kann satt werden! Muss sich nur bücken. Und pflücken. Eine durchaus langwierige (aber auch beruhigende, meditative) Angelegenheit, bis ein Körbchen mit Preiselbeeren voll wird. Lohn? Nicht in Euro zu messen.
Leben wie ein Baum: einzeln und frei, doch brüderlich wie ein Wald. Das ist unsere Sehnsucht. Nazim Hikmet (Letzter Vers aus dem Gedicht „Davet“, Einladung)
Ein Kranz wie frisch aus dem Wald. Moos aus dem hinteren Gartenwinkel (NICHT aus dem Wald, dort sollte man das Moos wachsen lassen, weil so wichtig für das Ökosystem) mit putzigen Erlenzapfen vom Waldbachufer (DIE darf man sammeln, fallen ohnehin ab).
Schon mal intensiv Waldluft geschnuppert? Sicher, aber wer kann all die Aromen im Wald auch unterscheiden? Zitronig-würzig, harzig-balsamisch, erdig-modrig, pilzig-holzig… Kräuterpädagogin Frauke Albuszies lädt dazu ins Nasen-Kino ein. Zuerst in einer Ausstellung „Wald im Klimawandel“ in der Sparkasse Schrobenhausen, nun in verschiedenen Schulen und Kindergärten im Landkreis Pfaffenhofen/Ilm. Aber nicht nur die Nasen werden dabei
Will dir den Frühling zeigen, der hundert Wunder hat. Der Frühling ist waldeigen und kommt nicht in die Stadt. Nur die weit aus der kalten Gasse zu zweien gehn und sich bei den Händen halten – dürfen ihn einmal sehn. Rainer Maria Rilke
Salat aus dem Frühlingswald. So eine feine Speise gibt es nur einmal pro Jahr, für kurze Zeit! Wer sie noch schnabulieren möchte, muss sich schon beeilen. Die Zeit rast – die Pflanzen entwickeln sich rasant. Gegessen wird aber in aller Ruhe…
Video_Wald_mit_alllen_Sinnen In Gerolsbach (Landkreis Pfaffenhofen/Ilm) gibt es einen Wald der ganz besonderen Art. Besser gesagt, der Wald ist ganz „normal“ (was man so unter einem normalen Wald eben versteht) – nur wie man ihn erleben kann, ist außergewöhnlich. Erleben mit allen Sinnen kann man ihn, nicht bloß mit den Augen. Dafür hat Frauke Albuszies, frisch