Jakobi – zur Feier des Tages

Heute ist Jakobstag. Früher ein wichtiger Festtag im ländlichen Leben, der letzte freie Tag vor den mühseligen, arbeitsreichen Erntetagen. Vielerorts wurde Jakobi gebührend gefeiert, daher rühren bis heute viele Jahrmärkte, etwa die berühmte Jakobi-Dult in München – die leider heuer wegen der Corona-Pandemie abgesagt wurde.

Erste Ernte, letzte Pflanzung

Stachelbeeren – auch Jakobibeeren genannt

Mit der Zeit um Jakobi begann einst die Ernte, bis heute herrscht jetzt ebenfalls Hochbetrieb auf den Feldern. Vor allem Getreide wird eingefahren. Aber auch Kartoffeln und Beeren werden geerntet, die sich dann gerne mal Jakobi-Kartoffeln und Jakobi-Beeren nennen. Nicht zu vergessen die Jakobi-Äpfel. Auf die ersten schön säuerlichen Äpfel frisch vom Baum freue ich mich heute noch wie ein kleines Kind – für die war mir früher kein Baum zu hoch, um nicht hinauf zu klettern und welche zu stehlen…
Mit Jakobi kommt aber auch die letzte Gelegenheit, Gemüse im Garten zu pflanzen. Während Paprika, Tomaten, Mangold und andere gerade reifen, setzt man jetzt nochmals Salate und Kohlrabi, kann sogar noch Buschbohnen säen. Aber immer schön auf Mindestabstand achten!

Jakobsregeln und Jakobsblumen

Jakobskreuzkraut

„Wenn Jakobi klar und rein, wird’s zum Christfest frostig sein.“, lautet eine Bauernregel, die ebenso wie „Bläst Jakobus weiße Wölkchen in die Höh, sind’s Winterblüten zu vielem Schnee.“ eine Vorausschau über nahezu ein halbes Jahr wagt. Gerade steht auch ein von vielen ungeliebtes, ja fast schon verhasstes Wildkraut in voller Blüte: das Jakobskreuzkraut oder Jakobsgreiskraut (Senecio jacobaea). Wegen seines Gehalts an Pyrrolizidinalkaloiden und seiner Giftigkeit vor allem für Pferde mag es kaum noch jemand dulden – aber es ist doch eine heimische Wildart, die an Feldrändern und auf Ackerbrachen, in schütteren Wiesen und in Staudenfluren verbreitet vorkommt. Immerhin ist es die Futterpflanze für den Blut-, Karmin- oder Jakobskrautbär, ein Nachtfalter. Dessen schwarz-gelb geringelte Raupen fressen daran, nehmen die Giftstoffe auf und werden so selbst ungenießbar für Fraßfeinde. Wo dieser Schmetterling vorkommt, hält er das Jakobskreuzkraut kurz.

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