Garten: Im Mai hat der Gärtner nie frei

Garten: Im Mai hat der Gärtner nie frei

Lilienbluetige TulpeMairegen macht groß, heißt es nicht zu Unrecht. Es wächst alles so schnell, dass man kaum noch hinterher kommt. Und dabei fängt sie gerade erst richtig an, die Gartensaison. Nach den Eisheiligen, die wohl dieses Jahr sehr gelinde ausfallen, geht es ans Pflanzen. Im Gartenrezept diese Woche: Löwenzahn-Blütensirup. Meine wöchentlichen Gartentipps – auch auf br.de.

Pflanze der Woche:
Lilienblütige Tulpe
Sie ist die Grazie auf dem Laufsteg des Blumenfrühlings, fesch und doch nicht aufgetakelt. Ihre eleganten Blütenkelche mit den spitz zulaufenden Blütenblättern scheinen auf langen Stängeln fast zu schweben. Bemerkenswert ist auch die extrem lange Blütezeit. Lilienblütige Tulpen zeigen sich oft über vier Wochen top gekleidet.

Bauernregel:
Pankraz (12.5.), Servaz (13.5.), Bonifaz (14.5.)
machen erst dem Sommer Platz.

GeranienEisfrei
Der Vorsichtige wartet sie geduldig ab, der Vorwitzige ärgert sich dann schon mal. Mitte Mai kommt oft nochmals eine Kälteperiode, die Eisheiligen oder die Gestrengen Herren.  Erst wenn Pankratius, Servatius, Bonifatius und die Kalte Sophie am 15. Mai vorüber sind, kommen auch die wärmebedürftigen Gartenpflanzen endgültig ins Freie: Tomaten, Gurken, Paprika, Auberginen, Zucchini, Buschbohnen, Basilikum – Geranien, Petunien, Zauberglöckchen, Fleißige Lieschen – und selbst die letzte, nur allzu leicht fröstelnde Kübelpflanze tropischer Herkunft wie Hibiskus, Prinzessinenblume, Bougainvillee oder Enzianbaum.

RasenSorgenfrei
Im Mai wächst der Rasen schier so schnell, dass man täglich mähen könnte. Regelmäßiger Schnitt des grünen Gartenteppich ist wichtig, damit er schön dicht wächst. Das Schnittgut kann man in dünnen Lagen – nachdem es einen halben Tag angewelkt ist – auf den Kompost geben. Vermischt mit Staudenstängeln oder Gehölzhäcksel verrottet der Grasschnitt sehr rasch, ohne zu einer dichten Matte zu verfilzen oder gar zu schimmeln.

KirschbluetenMadenfrei
Bei den Kirschbäumen gab es dieses Jahr eine besonders üppige Blüte. Das weckt Vorfreude auf knackige Früchte. Damit die Freude nicht getrübt wird, heißt es Kirschfruchtfliegen abzuhalten. Wer beizeiten, eben gleich nach der Blüte Gelbtafeln in den Baumkronen aufhängt, fängt die Fliegen weitgehend ab. Apfelbäume beginnen zu blühen, da werden die Apfelwickler aktiv. In warmen Nächten fliegen sie zu den Blüten und legen ihre Eier in die Fruchtknoten. Abhilfe: Man hängt kleine Kärtchen mit Nützlingen auf, Erzwespen (gibt es im Fachhandel), die machen den Wicklern den Garaus.

LoewenzahnBluetenSirupGartenrezept
Löwenzahn-Blütensirup
Löwenzahn, er tupft überall die Wiesen gelb, so manchen Rasen auch. Bevor man sich darüber ärgert, lieber nutzen. Die Löwenzahnblütenköpfe, wenn sie voll erblüht sind und gelb stauben, einfach abknipsen und ein herzhaftes Blütensirup daraus kochen. Erinnert an Honig, schmeckt mindestens so gut wie Honig. Lässt sich aufs Brot streichen, mit Wasser zur Limo aufgießen, als Süße für ein Erdbeerragout verwenden. Und ist gesund! Löwenzahn gilt als Leberreinigungspflanze.
Einen Topf zu zwei Dritteln mit Löwenzahnblüten (entweder nur die gelben Blüten ausgezupft oder zusammen mit dem grünen Kelch, aber stets ohne Stängel) füllen und mit Wasser übergießen, bis alle Blüten gut bedeckt sind. Zwei Bio-Zitronen und eine Bio-Orange in dünne Scheiben schneiden sowie Zucker (1 kg pro Liter Flüssigkeit) zugeben. Alles aufkochen und bei milder Hitze 10 Minuten simmern. Über Nacht stehen lassen, dann abseihen, Blüten und Zitrusfrüchte gut ausdrücken. Diesen Sirup bei milder Hitze langsam eindicken, bis eine honigartige Konsistenz erreicht ist. In Gläser abfüllen.

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