Säen wir Hoffnung

Düstere Zeiten herrschen im Land, obwohl doch der Frühling mit Licht und Farbe einzieht. Ich halte es mit einem Spruch meiner Großmutter: „Immer wenn du meinst, es geht nicht mehr, mein Kind, kommt von irgendwo ein Lichtlein her.“ Und setzte gleich noch dazu: „Sage nie, das kann ich nicht, vieles kannst du, will’s die Pflicht. Alles kannst du, will’s die Liebe. Darum dich im Schwersten übe, vieles fordert Lieb und Pflicht. Sage nie: Das kann ich nicht.“ Diese Sprüchlein hatten mich stets getröstet und ermuntert. So auch heute noch. Und gerade deshalb trete ich allen Corona-Widrigkeiten energisch entgegen. Und säe Hoffnung.

Wie geht das denn?

Viele Tage Ablenkung, Unterhaltung, Spannung und mehr gewinne ich, indem ich Samen ausstreue und zum Keimen bringe. Steckt doch in jedem kleinen Samenkorn ein neues Leben, eine Hoffnung auf eine grüne und bunte Zukunft! Tun wir es doch den Landwirten gleich, die gerade mit der Märzensaat dafür sorgen, dass wir selbst bei finstersten Aussichten wegen Corona etwas zu essen bekommen. Nur, ich säe kein Getreide, keine Rüben, sondern Radieserl, Ringelblumen und Salat. Dafür brauche ich kein Feld, nur ein kleines Beet, geht notfalls sogar in einem Kasten auf dem Balkon.

Radieschen-Glück

Saat mit Geling-Garantie, Radieschen gehen willig auf und wachsen schnell, schon in wenigen Wochen reif. Mal sehen was schneller kommt, das Ende der Corona-Krise oder die Radieschen-Ernte. Wetten, dass…
Ist es nicht immer wieder ein unglaubliches Wunder, dass aus einem winzigen Korn ohne viel Drumherum erst etwas unglaublich Zartes ans Licht drängt und bald eine stattliche Pflanze wird? Ich kann nie genug davon bekommen, das ausgiebig zu beobachten und mich jeden Tag über den winzigsten Fortschritt beim Wachsen zu freuen.

So geht’s

Das ist für jeden was, für kleinere Kinder wie für Erwachsene und Senioren, für Alleinstehende wie Familien, für Anfänger wie Fortgeschrittene. Einen Blumenkasten mit Erde füllen, Erde sachte festdrücken, oder ein Beet herrichten, indem man die Erde lockert und glatt zieht. Mit einem Lineal oder einem langen Holz eine oder mehrere Rillen (Abstand 10-15 cm) eindrücken, die etwa 1 cm tief sind. Dort hinein die Samen streuen, aber ja nicht zu dicht, sondern mit jeweils 3-5 cm Abstand. Die Radieschen müssen sich ja später entwickeln können – stehen sie zu dicht, bilden sie keine Knollen.
Erde über die Saatrillen ziehen und behutsam mit dem Handrücken oder einem Brettchen festklopfen. Jetzt heißt es gießen, aber nicht im Schwapp, sondern schön fein berieseln. Ich verwende dazu eine Gießkanne mit Brauseaufsatz, für eine sehr kleinfächige Saat oder im Kasten eignet sich ganz hervorragend ein Wäschesprüher. Die Erde soll gut feucht werden, darf aber nicht quatschnass werden. Im Beet decke ich die Saat mit Vlies ab, den Kasten stelle ich hell und nicht zu warm (10-15 °C) auf.

Bald keimt die Zuversicht

Nur wenige Tage, dann zeigen sich schon erste Blättchen. Nicht vergessen, dass die Erde stets leicht feucht bleibt. Und dann? Jeden Tag bewundern! Bis es so aussieht:


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