Garten: Ran an die Scheren

Garten: Ran an die Scheren

Was darf oder soll man von den Obstgehölzen jetzt schneiden? Nachdem die große Kälte vorüber ist, nehmen viele Gärtner den Winterschnitt vor. Geschnitten wird jedoch nur bei frostfreier, trockener Witterung. Meine wöchentlichen Gartentipps – auch auf br.de

Kehraus beim Winter:
• Schneekönige: Erste Blüten.
• Aussterbende Spezies: Eisblumen.
• Streicheleinheiten: Kätzchen.

Bauernregel:
Taut es vor und auf Mattheis (24.2.),
sieht es schlecht aus mit dem Eis.

Schnitt nach Maß
Was darf oder soll man von den Obstgehölzen jetzt schneiden? Nachdem die große Kälte vorüber ist, nehmen viele Gärtner den Winterschnitt vor. Geschnitten wird jedoch nur bei frostfreier, trockener Witterung. Grundregel: Je früher ein Obstbaum blüht, desto später sollten Sie ihn schneiden. An der Reihe ist derzeit nur das Kernobst, also Apfel, Birne oder Quitte, dazu auch schon Johannisbeer- und Stachelbeersträucher. Beim Steinobst dagegen wartet man generell bis ins Frühjahr. Vor allem Pfirsich- und Aprikosenbäume ist ein so früher Schnitt gefährlich, denn bei ihnen erfriert leicht die lebende Schicht des Holzes, die Triebe treiben nicht mehr aus. Warten Sie hier bis zur Blütezeit. Wein und Kiwi dürfen noch geschnitten werden, bevor der Saft in den Trieben nach oben steigt. Reisig am Stammfuß verhindert vorzeitiges Austreiben.

Scheren in Aktion
Neben Obstbäumen und Beerensträuchern kommen auch Ziergehölze unters Messer. Ziersträucher wie Sommerflieder, Fingerstrauch, Spiersträucher oder Blauraute, kurzum alle Sträucher, die erst im Sommer blühen, können Sie in Form bringen. Bei den großblumigen Clematis wird die Hälfte der Triebe um ein Drittel eingekürzt, bei den spät blühenden Sorten können Sie alle Triebe 30 cm über dem Boden kappen. Auch hier gilt: Geschnitten wird jedoch nur, wenn die Äste nicht gefroren sind – daher bei Nachtfrost bis nachmittags warten!

Geduld bei Rosen
Obwohl bei einigen Rosen schon die Knospen schwellen, warten Sie mit dem Rückschnitt von Edel- und Beetrosen unbedingt noch eine Weile. Erst wenn die Forsythien blühen, kommen die Königinnen der Blumen an die Reihe. Würde nochmals strenger Frost kommen, frören geschnittene Treibe stark zurück, man müsste sehr tief nachschneiden. Viel wichtiger ist, die Rosen jetzt vor krassen Wechseln zwischen milden Föhntagen und eisigen Polarnächten zu schützen. Die Sonne heizt tagsüber kräftig ein, was den Austrieb beschleunigt, aber das sollte man unterbinden. Schattieren Sie die Rosen, insbesondere Kletterrosen vor Südwänden oder Beetrosen an besonders warmen Stellen. Fichtenzweige oder Bastmatte eignen sich dazu gut.

Gartenweisheit
„Wenn man seinen Hut durch den Baum werfen kann, ist er richtig geschnitten.“
Im Prinzip stimmt dies, aber es gibt doch Einschränkungen. Der Kronenaufbau muss locker und licht sein, damit Luft und Licht ins Innere kommen, so mindert man das Risiko von Schädlings- und Krankheitsbefall und sorgt für eine gute Reife der Früchte. Aber die Kronen dürfen nicht völlig kahl und hohl werden, weil der Baum dann in seiner Wuchsleistung eingeschränkt wird und schnell vergreist. Außerdem weist der Spruch darauf hin, dass beim Schnitt keine Aststummel als Huthaken stehen bleiben dürfen.

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