Fast vergessene Köstlichkeiten

Die Felsenbirne (Amelanchier) trägt üppig Früchte! Welch ein Segen. Die etwa johannisbeergroßen Apfelfrüchtchen sind reif, wenn sie sich von Rot nach Violett umfärben und leicht vom Strauch lösen lassen. Sie schmecken wie eine Mischung aus Heidelbeeren und Marzipan – daher werden Felsenbirnen auch als Pralinenbäume angepriesen. Und jetzt? Beeilung, sonst sind die Vögel schneller.

Nach und nach reif

Die Früchtchen werden nicht alle zugleich reif, man pflückt über eine ganze Weile. Um eine gewisse Menge, z.B. für Konfitüre, zusammenzubekommen, kann man sie gut einfrieren. Dank ihres hohen Gehalts an Pektin braucht man für eine Konfitüre nur Zucker zuzugeben, der Fruchtbrei geliert von alleine. Früher nannte man die Felsenbirne auch Korinthenbaum, weil ihre Früchte getrocknet als Ersatz für Korinthen verwendet wurden. Wie so viele Rosengewächse enthalten Felsenbirnen Blausäureverbindungen, allerdings muss man schon große Mengen von den Früchten vertilgen, bevor es ernsthaft zu Schwierigkeiten kommt. Durch Kochen werden die Stoffe zerstört, Marmelade ist also unbeschwert genießbar. Ich mag Felsenbirnen aber auch einfach gerne in Joghurt oder Quark gerührt.

Vierjahreszeiten-Strauch

Felsenbirnen gibt es mehrere, neben der Gewöhnlichen Felsenbirne (Amelanchier ovalis) wird für Gärten vor allem die Kupfer-Felsenbirne (A. lamarckii) angeboten. Der botanische Gattungsname leitet sich von der keltisch-gallischen Bezeichnung für Äpfelchen ab. Die Früchte sind nämlich keine Beeren, sondern tatsächlich miniaturisierte Apfelfrüchte. Ob als Wildobst, Naschobst, Beerenobst geführt – die Früchte der Felsenbirnen sind wirklich die Attraktion. Oder? Nein, diese Sträucher bieten das ganze Jahr hindurch etwas: schicke Knospen, duftige Blüten, schmuckes Laub, feurige Herbstfärbung, graziles Astwerk. Dazu sind sie trockenheitsverträglich, genügsam und frostfest – Gärtnerherz was willst du mehr?

2 Gedanken zu „Fast vergessene Köstlichkeiten“

  1. die eingefrorenen Beerchen mit Milch pürieren. Schneller und leckerer geht Eis nicht 🙂
    Übrigens, ich muß sogar schneller als mein Hundi sein, der pflügt die Beeren gaaanz vorsichtig vom Strauch. Das macht er auch mit Himbeeren…ich teile quasi alles Obst durch 3…Hundi, Vögelchen ja und dann noch ich 😉

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  2. Da scheinen wir ja zur gleichen Zeit denselben den gleichen Gedanken gehabt zu haben, liebe Karin. Vor ein paar Tagen habe ich einen Felsenbirgen-Cocktail gemixt und heute gab es ein leckeres Fruchtjoghurt mit – natürlich – Felsenbirnen.
    Zu finden auf unserem Kochlustblog.

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