Frühreife und Spätzünder

Klingt, als ob ich hier jetzt von Pubertät reden würde. Nein, tue ich nicht. Aber ich bleibe bei Entwicklungen – in der Natur. Schon aufgefallen, dass der Weißdorn blüht? Wiesensalbei die Wiesen blau verziert und Klatschmohn viele Schuttflächen knallrot tupft? Rapsfelder ein schwefelgelbes Mosaik in die Landschaft legen? Alle diese Arten signalisieren, dass der Frühsommer bereits begonnen hat, die erste der drei Sommerphasen nach dem Kalender der Natur. Die ersten Jungvögel verlangen lautstark nach Futter. Frühreife? Dagegen ist bei der wichtigsten Zeigerpflanze für den Frühsommer noch tote Hose, alles noch in kleinen Knospen verpackt. Und erst heute habe ich das erste Mal den Ruf des Kuckucks vernommen. Spätzünder?

Flieder- und Apfelblüte, Blattaustrieb von Eiche und Hainbuche deuten dagegen noch auf den Spätfrühling hin. Die Eiche hat weit vor der Esche geblüht, was laut alter Bauernregel auf einen nassen Sommer hinweist: Treibt die Eiche vor der Esche, gibt’s im Sommer große Wäsche. Die Waldbäume würde es sehr freuen. Was ist nur los mit der Natur?

Die Pflanzen sind dieses Jahr unglaublich früh dran – aber nicht alle. Die Apfelblüte fängt im langjährigen Mittel etwa Ende April an, heuer jedoch schon Mitte April. Durchwegs alle Pflanzen sind zu früh dran, wenn man die Durchschnittswerte vergleicht, um rund zwei Wochen. Beim Deutschen Wetterdienst (DWD) lässt sich das gut verfolgen. Mit dem Blühbeginn des Schwarzen Holunders rechnet man gewöhnlich ab Ende Mai – ob es aber wirklich noch so lange dauert? Der Holler wird doch den Frühsommer nicht etwa verschlafen?

2 Gedanken zu „Frühreife und Spätzünder“

  1. Liebe Frau Greiner,

    jetzt muss ich Ihnen wieder einmal schreiben. Wie immer sind Ihre Beiträge sehr interessant! Auch ich teile Ihre Pflanzenleidenschaft!
    Ihre treue Blog-Leserin
    Margarete Vogl

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