Rhabarber?

Rhabarber?

Fallopia japonicaDer Rhabarber im Garten ist noch nicht soweit, die Blattstiele sind noch viel zu kurz, als dass eine Ernte lohnt. Und vorgetrieben habe ich nicht – auch den Rhabarber aus dem Geschäft mag ich nicht, schmeckt bloß fade. Aber es gibt ja draußen Ersatz! Japanischer Flügel- oder Schirmknöterich (Fallopia japonicaReynoutria japonica). Der schiebt seine dicken Sprossen schon kräftig in die Höhe. Und sieht doch fast aus wie Rhabarber.

Dass wir Rhabarber-Ersatz überhaupt bei uns haben, verdanken wir Philipp Franz von Siebold (geboren 1796 in Würzburg, verstorben 1866 in München). Der bayerische Arzt und Botaniker lebte lange in Japan, brachte von dort den Flügelknöterich mit nach Europa – als Viehfutter und Zierpflanze (Sichtschutz). Heute gilt die ungemein schnellwüchsige Pflanze als invasiver Neophyt, die vor allem entlang von Gewässern als Plage verhasst ist. Mittels kriechender Erdsporsse bildet der Knöterich sehr rasch dichte Bestände. Die rohrartigen Stängel können pro Tag 30 cm empor wachsen, damit gehört der Flügelknöterich neben Bambus und Hopfen in die Top Ten der schnellwüchsigsten Pflanzen der Welt. Da kannst ja zuschauen, wie der wächst! Konkurrenten oder Feinde hat der Flügelknöterich bei uns nicht, allein das Indische Springkraut (Impatiens glandulifera) vermag noch rasanter zu wachsen und kann den Knöterich dann überflügeln.

Und was treibt der Flügelknöterich dann in der Küche? Er kann – solange noch keine Blätter entfaltet sind – roh geknabbert oder in allen Rezepten anstelle von Rhabarber verwendet werden, vom schlichten Kompott bis zum raffinierten Kuchen. Oder mal als Cocktail? Knöterichsprossen zerkleinert mit Zitronenscheiben und Wasser kochen, Saft auffangen. Mit weißem Vermouth und spritzigem Mineralwasser mixen – Eis dazu – fertig!

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