Frühlings-Knoblauchs-Duft zieht durch die Luft

Frühlings-Knoblauchs-Duft zieht durch die Luft

Bärlauch, Bärlauch, Bärlauch – das Kraut ist absolut der Hit, das Modekraut. Kann überhaupt noch jemand ohne Bärlauch leben? Kaum ziehen die ersten Wolken von Knoblaucharoma durch die Lüfte, ziehen auch Herden von Menschen hinaus, um sich von den Pflanzen zu bedienen.

Nichts dagegen zu sagen, dass man seine helle Freude an den saftig-grünen Blättern mit dem würzigen Geschmack und dem unverkennbaren Duft hat. Nach dem langen Winter ist man schließlich regelrecht „ausgehungert“, der Körper verlangt nach GRÜN!

Aber: Zurückhaltung bitte! Muss denn täglich mit Bärlauch gekocht, alles mit Bärlauch gewürzt werden? Pesto, Käse, Brot, Wurst, Nudeln, Gurken – aus der saisonalen Köstlichkeit wird allzu schnell ein alltägliches Einerlei… Was macht den Bärlauch dann eigentlich noch besonders?
Wer ein Fleckerl draußen im Wald kennt, holt sich die Blätter in die Küche. Doch: Wer wilden Bärlauch erntet, dann bitte so, dass der Bestand nicht leidet! Nur einzelne Blätter pflücken, keinesfalls Zwiebeln mit ausrupfen. Der Bärlauch muss sich schließlich regenerieren und vermehren können. Zudem macht sich strafbar, wer Bärlauch aus besonders geschützten Gebieten (Naturschutzgebiet, Auwälder) pflückt. Artikel 15 § 1 des Bayerischen Naturschutzgesetzes besagt, dass es verboten ist, wild lebende Pflanzen ohne vernünftigen Grund von ihrem Standort zu entnehmen, zu nutzen, ihre Bestände niederzuschlagen oder auf sonstige Weise zu verwüsten. Und: Es besteht Verwechslungsgefahr mit Maiglöckchen, Herbstzeitlosen, Aronstab, Gelbstern und Schattenblümchen – allesamt giftige Pflanzen! Bärlauch wird also nur gepflückt, wenn man ihn absolut sicher erkennt.

Ganz ohne Bedenken und in jeder zur Verfügung stehenden Menge kann man Bärlauch genießen, wenn man ihn im eigenen Garten zieht – hier aber nicht verwechseln mit Narzissen, Schneeglöckchen, Märzenbechern, Tulpen. Aussäen ist langwierig, man besorgt sich besser Pflanzware – natürlich in der Gärtnerei. Bärlauch kommt an einen schattigen Platz, z.B. unter Laubbäume, Hecken oder auch unter Himbeeren in lockere, humose Erde. Allerdings lässt sich Bärlauch häufig nicht an einen bestimmten Platz zwingen, er ist eigensinnig in der Wahl seines Wuchsortes. Ein Umherwandern, gelegentlich auch Wuchern muss man schon in Kauf nehmen. Und dann ist schon merkwürdig, dass die Blättchen im Garten gehegt und gepflegt werden, man sich kaum eines abzuschneiden traut und alles unternimmt, damit nur ja keiner darauf tritt… In freier Natur wird nicht so viel Federlesens darum gemacht.

Deshalb mein Aufruf: Respektieren wir den Bärlauch als Lebewesen, als kostbares Gut – auch wenn er stellenweise massenhaft wie Unkraut vorkommt.

Ist es Bärlauch, oder was? Dieses Foto zeigt die jungen Blätter vom Gelbstern (Gagea lutea).

Und hier? Wird nicht gepflückt, ist Aronstab (Arum maculatum).

Vorsicht! Zwichen dem Bärlauch schiebt sich das Maiglöckchen (Convallaria majalis) hoch.

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