Herbstschönheiten

Wow, was für eine Farbe! Während sie sich die meiste Zeit des Jahres unscheinbar zeigen und deshalb auch kaum bemerkt werden, trumpfen Spindelsträucher jetzt in den knalligsten Farben auf, zuerst die außergewöhnlich geformten Früchte, später oder gleichzeitig auch die Blätter in Herbstfärbung. So wie hier im Bild das heimische Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus). Ganz in leuchtendes Pink gehüllt zeigt sich der Flügel-Spindelstrauch (Euonymus alatus), sehr kräftig gefärbt auch der Breitblättrige Spindelstrauch (Euonymus latifolius), mit erstaunlichen Früchten der Warzen-Spindelstrauch (Euonymus verrucosa). Auch asiatische Arten prunken, etwa der Japanische Spindelstrauch (Euonymus japonicus) mit immergrünem Laub. Was weiß man denn so über diese Gehölze?

Stricknadeln, Läusepulver und mehr

Dass sie giftig sind… Alle Teile der Gehölze gelten als giftig, so reichen z.B. schon wenige Früchte, um Kreislaufstörungen, Fieber, Erbrechen und Durchfall hervorzurufen, höhere Dosierung führt zur Lähmung der Kaumuskulatur und – worst case – zum Tod in Bewusstlosigkeit. Das lässt sie für viele Menschen uninteressant, ja gar gefährlich werden, zur Vernichtung bestimmt und dem Vergessen preisgegeben. Wie schade. Immerhin wurden vormals aus den Zweigen mit dem sehr harten Holz Stricknadeln und Spindeln zum Spinnen von Wolle gefertigt – vielleicht wieder eine Idee für unsere so neo-naturbezogenen Zeiten? Das harte Holz eignet sich ebenso zur Herstellung von Schachbrettern, Orgelpfeifen, Putzholz für Uhrmacher, Zahnstocher oder Schuhnägeln sowie für Zeichenkohle. Öl aus den Samen der Spindelbäume wurde einst ebenso wie Pulver aus getrockneten Früchten zur Bekämpfung von Ungeziefer verwendet, etwa gegen Kopfläuse oder Krätzmilben (bitte nicht ausprobieren!).
Spindelsträucher dienen vielen Tieren als Lebensraum und Nahrungsspender. Von Gespinstmotten, welche die Sträucher im Frühsommer ratzeputz kahlfressen (und als Futter für Vögel dienen), über Schmetterlingsraupen und Käfer bis hin zu Vögeln, die sich an den meist zahlreich reifenden Früchten laben. Nicht von ungefähr heißt das Pfaffenhütchen auch Rotkehlchenbrot. Und dann knabbern im Winter Hasen und Kaninchen noch gerne die Rinde.

Ein Gedanke zu „Herbstschönheiten“

  1. du hast recht, man kann schon lernen mit solchen pflanzen umzugehen, müssen ja nicht in nähe von kindergärten gepflanzt werden. so war ich gerade im park eines schlosses und fasziniert von den vielen riesigen bäumen ,die ich kaum oder gar nicht kannte.. das war spannend..gruß wiebke

    ps ich habe etliche pfaffenhütchen aber bringe den kindern bei, was giftig ist..

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