So ein Glück mit dem Pech: Baumharze Teil 4

So ein Glück mit dem Pech: Baumharze Teil 4

Achtsam sammeln
Während Harze fürs Räuchern nicht weiter vorbehandelt werden müssen, braucht man für Heilzwecke etwas größere Mengen und vor allem sauberes Material. Am besten fängt man flüssiges Harz aus ganzen Stämmen auf. Wenn Nadelbäume geschlagen werden, sondern die Schnittstellen oft reichlich Harz ab. Bei milder Witterung bleibt dies gut flüssig, man kann es von der Stammfläche leicht abschaben.

Mühsamer gestaltet sich das Harzsammeln, indem kleine, schon ältere und deshalb feste Harztropfen oder -knollen von Rindenschuppen gelöst werden. Dabei darf niemals Harz von einer frischen Wunde genommen, die Rinde verletzt oder gar eingeschnitten werden. Nur was der Baum ohne Widerstand spendet, verursacht keinen Schaden – im Zweifel jedoch stets vorher den Förster oder Waldbesitzer fragen bzw. nur das Harz von eigenen Bäumen ernten.

Verwenden Sie zum Sammeln am besten extra Gefäße, z.B. eine alte Blechdose oder kleines Marmeladenglas, und eigene Werkzeuge, etwa einen Holzspatel, ein altes stumpfes Küchenmesser oder einen ausgedienten Kaffeelöffel. Nachdem stets Rindenreste, Flechten, Schmutzpartikel und andere Fremdkörper am Harz kleben, muss es geklärt werden. Dafür wird das Harz zusammen mit einem Stein zur Beschwerung in ein Stoffsäckchen oder eine alte Baumwollsocke gefüllt, alles zugebunden und in einem Topf mit kochendem Wasser gekocht. Das Harz löst sich und steigt ähnlich wie Fettaugen in der Suppe an die Oberfläche. Von dort schöpft man es ab und lässt es in kaltes Wasser tropfen. Abgekühlt kann man das saubere Harz zusammenkneten. Achtung, alle Utensilien sind danach kaum noch zu reinigen.

Keine Kommentare vorhanden

Einen Kommentar schreiben

X