Kerzen der Nacht

Nachtkerzen. Faszinierend sind sie, diese Pflanzen. Seit 1660 als Gartenzierpflanzen in Deutschland nachgewiesen, seit Beginn des 18. Jahrhunderts als Neophyten schon weithin verbreitet, inzwischen eingebürgert. 
Entlang der Schienenwege haben sich Nachtkerzen rasch ausgebreitet, daher auch ihr Name Eisenbahnerlaterne. Dioskurides behauptete, dass die Wurzel nach Wein rieche und mit Wein aufgegossen wilde Tiere beruhige. Paracelsus bestätigte, ein Weinauszug der Wurzel stimme milder und fröhlicher.
Milde und fröhlich kann werden, wer sich in der Abenddämmerung vor eine Nachtkerze setzt und in aller Genüsslichkeit beobachtet, wie sich eine der Knospen in Minutenschnelle öffnet und ihr Leuchten verstrahlt. Wenn es auch sonst kaum Theateraufführungen gibt (welch ein Jammer), in Floras Welt gibt es dem Himmel sei Dank keine Corona-Beschränkungen. Hier ist die Bühne für alle frei zugänglich!
Oder sich Nachtkerzen in den Garten holt, als robuste und genügsame Zierpflanzen, die auch bei Nachtfaltern (und anderem Getier) sehr beliebt sind. Muss nicht immer gelb sein, es gibt auch rosarot und weiß blühende Sorten.

Rosa Nachtkerze (Oenothera speciosa `Siskiyou´

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