Garten: Der „Mai“ im Herbst

Garten: Der „Mai“ im Herbst

Der Frühherbst gehört zu den idealen Pflanzzeiten: Es ist tagsüber nicht zu heiß, die nächtliche Kühle sorgt für reichlich Taubildung – ähnlich wie im Mai. Und bis die ersten Bodenfröste kommen, vergeht erfahrungsgemäß noch ein Monat. Meine wöchentlichen Gartentipps – auch auf br.de.

Der Frühherbst trägt Lila:
• Herbstzeitlosen, Herbstastern und Herbstflieder (so sagt man auch zum Phlox).
• Malven und Palmkohl.
• Blaues Strauchbasilikum und Purpursalbei.

Bauernregel:
An Mariä Namen (12.9.),
sagt der Sommer „Amen“.

Großer Aufruf: Pflanzen!
Der September wird oft als Mai des Herbstes bezeichnet. Die milde Witterung ist ideal zum Pflanzen: Gehölze, Rosen, Stauden und Zwiebelblumen. Es ist tagsüber nicht mehr allzu heiß, dadurch leiden die frisch eingesetzten Gewächse kaum unter Hitzestress. In nächtlicher Kühle bei reichlich Tau können sie sich gut erholen und wurzeln rasch ein. Selbst wenn die Erde gut von Regen getränkt ist, darf man gründliches Wässern nach dem Einsetzen nicht vergessen. Nur das sorgfältige Einschlämmen sorgt dafür, dass alle Wurzeln innigen Bodenkontakt bekommen und ausreichend lebenswichtiges Nass aufsaugen können – einem kleinen Baum muss man mindestens 40-50 Liter Wasser verabreichen, einer kleinen Beetrose 20-30 Liter, einer Blütenstaude 10-15 Liter! Auch in den folgenden Wochen sind die neu gepflanzten Gewächse auf gutes Wässern angewiesen.

Letzter Aufruf: Salat!
Letzter Termin zur Aussaat von Feldsalat und Winterportulak (Postelein, Kubaspinat) für die Ernte im Winter und nächsten Frühling! Die Pflänzchen gehen dank der Septemberwärme noch gut auf, sie überwintern gut geschützt unter einer Reisig- oder Vliesabdeckung. Endiviensalat darf man gerade noch pflanzen, dann muss man auf anhaltend mildes Wetter vertrauen, um bald schöne Köpfe zu ernten. Im Gewächshaus oder Frühbeet lassen sich neben Endivien und Feldsalat auch Radicchio, Chinakohl, Zuckerhut oder Winterkopfsalat pflanzen.

Noch ein Nachruf: Wurmig!
Ernten Sie bei Ihren Äpfeln, Pflaumen oder Zwetschgen immer wieder wurmige Exemplare, müssen Sie jetzt Vorsorgemaßnahmen fürs nächste Jahr ergreifen. Die „Würmer“ in den Früchten sind die Maden von Apfel- bzw. Pflaumenwickler. Sie verlassen jetzt die Früchte und krabbeln die Stämme hinab, um sich zu verpuppen. Im nächsten Jahr schlüpfen dann die Falter und legen ihre Eier in die jungen Früchte – schon sind sie wieder wurmig. Binden Sie daher einen 15 cm breiten Streifen Wellpappe um den Obstbaumstamm,  mit der gerillten Seite nach innen. Zurren Sie den Streifen vor allem im oberen Bereich gut fest, mit starkem Bindfaden oder mit Draht. Die Raupen verstecken sich in den Papprillen statt unter Rindenschuppen. Sie können sie mitsamt dem Pappstreifen leicht abnehmen, sobald alle Früchte vom Baum geerntet sind.

Gartenweisheit
Kaffee macht müde Pflanzen munter
Kaffeesatz gilt als besonders wertvoller Gartendünger, als Bodenverbesserungsmittel. Im Kompost lockt er Regenwürmer an, im Beet säuert er mild die Erde, unter Rosen sorgt er für Nährstoffnachschub. Weil er verzögert und sehr mild wirkt, darf Kaffeesatz auch jetzt noch ausgebracht werden – generell ist Düngen ab Herbst nicht mehr nötig. Reichlich Kaffeesatz rund ums Beet gehäuft soll sogar Schnecken abschrecken. Allerdings braucht man schon stattliche Mengen, wenn der Kaffeesatz wirklich als Lieferant für Stickstoff und Kalium wirken soll – dafür fällt im Haushalt gemeinhin zu wenig an. Also doch besser den Regenwürmern gönnen…

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