Nicht warten, bis sie schwarz werden – besser noch grün zupfen: Die kleinen, dreikantigen Nussfrüchte der Großen Brennnessel (Urtica dioica) schmecken mit viel besser, solange sie noch eine kräftige grüne Färbung haben.

Diese Früchte, die meistens fälschlich „Samen“ genannt werden, streife ich samt den Blättern von den Stielen weiblicher Nesselpflanzen ab. In der Küche kann ich sie dann von Laub und Stängelresten befreien.

Die Früchte verwende ich teils frisch, z.B. kurz in Butter oder Öl angebraten als Füllung für ausgehöhlte Kirschtomaten. Dafür können die Früchtchen an ihren Stielchen bleiben, müssen also nicht eigens nochmal abgerebelt werden.



Für den Vorrat trockne ich die Früchte. Dann reibe ich sie durch ein gröberes Sieb, damit die Nüsschen durchfallen und die Stiele im Sie zurückbleiben. Die Brennnesselfrüchte kommen in ein Vorratsglas. Perfekt zu Müsli, in Energiebällchen, auf Salaten, im Pesto, im Brotteig, als Topping für Gemüse, mit Semmelbrösel gemischt als Panade, statt Mohn oder Haselnüssen im Kuchen, mit Honig gemischt als Twist im Pudding, für Pralinen in Marzipanmasse genknetet…

Aus Brennnesselfrüchten entsteht bei u.a. grüner Kaviar: Ein Rezept mit diesem auf Kartoffeln gibt es hier im Blog: https://www.pflanzenlust.de/gruener-kaviar/
Und warum bin ich so versessen auf Brennnesselfrüchte? Weil sie heimisches Superfood sind, voller Mineralstoffe, Vitamine, Eiweiß und Fettsäuren´. Aber in erster Linie, weil sie hervorragend schmecken!
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