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Was wächst denn da?

Hallo, wer bist du denn? Am Straßenrand entdeckt, trotz aller Hitze saftig-grün. Ach schau, der Portulak, besser Sommer- oder Gemüse-Portulak (Portulaca oleracea) aus der Familie der – dreimal dürft Ihr raten – Portulakgewächse (Portulacaceae). Kenne ich doch sonst nur aus dem Mittelmeerraum und klimatisch besonders begünstigten Weinbauregionen. Jetzt hier, bei mir ums Eck in Oberbayern? Was der Klimawandel alles bewirkt…

Burzelkraut

Der Name Portulak lässt sich nicht genau ergründen, dessen Ursprung liegt im Lateinischen. Er leitet sich vielleicht von portula = kleine Tür oder von porcus = Schwein ab. Verballhornt wird aus Portulak Porzellan, mit dem die Pflanze nun wirklich nichts zu tun hat. Unter Burzel, Bürzele, Porzelein oder Börzelchrut kennt das Gewächs wohl kaum jemand. Fette Henne, Butterkraut, Fleischblatt, Mottenkraut? Umschreiben die wasserspeichernden Stängel und Blätter, der Portulak gehört zu den Sukkulenten. Kaiserkaktus, Altweiberoasch, Kravili, Meisdreck, Saudatsch? Viele Volksnamen sind stets ein Zeichen, dass diese Pflanze schon lange bei uns ist und meistens auch genutzt wurde. Tatsächlich haben die Römer den Portulak aus Südeuropa mitgebracht.

Unkraut oder Nutzpflanze?

Wie man’s nimmt. Inzwischen ist Portulak weltweit in warmen Klimagebieten verbreitet. Wegen seiner ungeheuren Wuchs- und Vermehrungsfreude gilt er vielerorts als gefürchtetes Unkraut, sowohl in der Landwirtschaft wie in Gärten, und reiht sich unter die 10 häufigsten Pflanzen der Welt ein. Bei mir ist er eher noch ein Sonderling und Einzelgänger, aber das kann sich ändern. Ich probiere Portulak als Salat, als Spinat und als Pesto. Junge Triebe und Blätter schmecken erfrischend säuerlich, etwas salzig und leicht nussig, es erinnert mich ein wenig an knackigen Feldsalat.

Blütenfreude

Anders verhält es sich mit einer Verwandten vom Sommer-Portulak: Das Portulakröschen (Portulaca grandiflora) stammt aus Südamerika und gelangte in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts nach Europa. Ursprünglich mit hellrot blühend gab es bald Formen mit einfachen bis gefüllten, rosenartigen Blüten in knalligen bis pastelligen Farben, uni, gestreift, gescheckt. Echte Sonnenanbeter, wahre Trockenheitskünstler, wirkliche Hitzeliebhaber. In deutschen, feucht-kühlen Sommern, wie wir sie bisher kannten, versagten die Portulakröschen meistens – aber in den Sommern, wie wir sie aktuell erleben, sind sie ideale Gartenzier! Muss doch gleich mal sehen, woher ich Samen bekomme…

War das nützlich?

2 Kommentare zu „Was wächst denn da?“

    • Portulakröschen sind wie Gemüse-Portulak essbar – aber si8e schmecken meist fade oder bitter. Deshalb haben sie in der Küche keine Bedeutung.

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