Garten: Der Winter macht Pause

Garten: Der Winter macht Pause

Sie glauben, im Winter kann man nichts ernten? Falsch! Wenn der Schnee schmilzt, lugen Feldsalat und Wildkräuter aus der Erde. Frische Vitamine und feine Würze für Ihren Salat. Meine wöchentlichen Gartentipps, auch auf br-online.

Bauernregel:
Wirft der Maulwurf im Januar,
dauert der Winter bis Mai sogar.

Warmphase nutzen
Schon über eine Woche ist es nicht mehr bitterkalt, ist die Erde in Kübeln und Töpfen wieder aufgetaut. Denken Sie an Ihre Gewächse in Gefäßen, die draußen überwintern – Buchs, Rosen, Zuckerhutfichte und andere. Wichtig ist das auch für Christbäume im Topf, die aufs Umpflanzen in den Garten warten. Die können durchaus mal eine Portion Wasser brauchen, vor allem wenn die Kübelgewächse trocken unter einem Dachvorsprung oder nahe der Hauswand stehen und weder Schnee noch aktuell Regen abbekommen. Prüfen Sie vor dem Gießen aber unbedingt, wie feucht das Substrat ist.

Frischer Feldsalat
Nachdem der Schnee weggeschmolzen ist, kommt in manchem Garten frisches Grün zum Vorschein. Feldsalat kann man jetzt gut ernten. Die knackigen Blattrosetten einfach mit einem Messer knapp über dem Boden abschneiden. Liebhaber von Wildkräutern entdecken auf den Beeten Rosetten von Gartenschaumkraut und Hirtentäschel, zarte Blättchen von Vogelmiere – alles schmackhafte Würze und wertvolle Vitaminlieferanten für den Salat.

Orchideen pflegen
Nachtfalterorchideen (Phalaenopsis) blühen fast das ganze Jahr hindurch. Derzeit werfen sie gerne mal die eine oder andere Knospe ab, oder die Blütenknospen schrumpeln, trocknen ein. Dies kann mehrere Ursachen haben: Umstellung an einen neuen Standort oder zu trockene Luft. Sehr häufig ist aber der Winter mit seinen kurzen, dunklen Tagen daran schuld. Sobald die Tage wieder länger werden, löst sich das Problem von selbst. Schneiden Sie die eintrocknenden Blütentriebe nicht ab, daran bilden sich fast immer neue Seitenäste mit frischen Blütenknospen.

Kennen Sie das?
Mykorrhiza
Mit diesem Begriff (mykos = Pilz, rhiza = Wurzel) bezeichnet man die Lebensgemeinschaft von Pilzen und Pflanzen, vor allem von Bäumen, aber auch bei Heidekräutern und Orchideen. Der Pilz umspinnt mit seinen feinen Fäden die Wurzeln. So vergrößert er die Oberfläche enorm, die Pflanze kann ungleich mehr Wasser und Nährsalze aus dem Boden aufnehmen. Im Gegenzug wird der Pilz von der Pflanze mit Nahrung beliefert. Durch diese innige Beziehung profitieren beide, man spricht von einer Symbiose. Dank Mykorrhiza überstehen Bäume, aber auch Stauden und Gemüse Trockenheit viel besser. Erscheinen unter Bäumen und Hecken die Fruchtkörper der Pilze, sollte man sie nicht zerstören – auch im Garten nicht. Aus ihnen werden die Sporen frei gesetzt, von Wind oder Regen verteilt. Irgendwo wartet ein junger Baum vielleicht schon darauf, eine neue Partnerschaft einzugehen. Spezielle Pflanzenpflegepräparate, etwa bestimmte Dünger oder angereicherte Tongranulate, enthalten Mykorrhiza-Pilze. Man kann sie also auch ganz gezielt ausbringen – etwa um das Anwachsen von Bäumen zu beschleunigen, die Tomatenernte zu fördern oder besonders dichten Rasenwuchs zu unterstützen.

2 Kommentare
  • Und wieder etwas dazu gelernt. Wer hier auf dem Blog liest braucht wahrlich keine Bücher mehr zu kaufen 😉 So bleibt mehr Geld für schöne Pflanzen 😉

    14. Januar 2011 um 15:17

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