Garten: Damit alles gut wird

Garten: Damit alles gut wird

KornblumeNicht nur der  diesjährige Sommer missfällt so manchem Gärtner, zusätzlich ärgert man sich auch noch über Ungemach wie Schnecken, Giersch oder Zikaden. Aber da gibt es Abhilfe, etwa im Gartenrezept der Woche. Kommt doch hier der völlig zu Unrecht so geschmähte Giersch zu Ehren, es gibt Gierschblüten-Kücherl. Meine wöchentlichen Gartentipps – auch auf br.de.

Pflanze der Woche:
Kornblume
Immer seltener leuchten aus Getreidefeldern neben rotem Klatschmohn und weißer Kamille viele blitzblaue Kornblumen heraus. Welch ein Verlust fürs Auge, aber auch für die Insektenwelt. Bienen, aber auch Tagfalter und Schwebfliegen laben sich gerne an den filigranen Blütenköpfen, in denen es reichlich Nektar mit hohem Zuckergehalt zu holen gibt. Die lassen sich sehr einfach auch im Garten ziehen: Einfach an sonniger und warmer Stelle auf durchlässigen Boden säen. Funktioniert auch im Balkonkasten.

Bauernregel:
St. Jakob (2.7.) nimmt hinweg die Not,
bringt erste Frucht und frisches Brot.

Melonen als SchneckenkoederSchnecken-Pein
Erst war’s nass, aber zu kalt, dann war’s heiß und zu trocken, aber jetzt: Schneckenwetter! Sie werden im Garten zur wahren Plage, vor allem die gefräßigen Spanischen Wegschnecken. Abgefressene Sonnenblumen, in einer Nacht gemeucheltes Basilikum – die Täter müssen nicht einmal anhand ihrer verräterischen Schleimspuren entlarvt werden. Um seine Gartenpflanzen zu schützen, sollte man mehrere Bekämpfungsmethoden gleichzeitig anweden. Absammeln ist immer noch die wirksamste, wenn auch mühevollste Art, um Schnecken los zu werden. Unter Rhabarberblättern, Melonenschalen oder alten Brettern verstecken sich Schnecken gerne, hier lassen sie sich in großen Mengen auf einen Schlag beseitigen. Mulchdecken müssen immer wieder gewendet werden. Bodenritzen sollte man ihnen als Rückzugsorte versperren, indem man regelmäßig die Erdoberfläche harkt. Und man darf es ruhig mal ausprobieren: Pflanzen, die mit kaltem Kaffee besprüht wurden, sollen Schnecken mit Verachtung strafen.

GierschbluetenGiersch-Drama
Der Giersch wuchert unter der Hecke, zwischen den Stauden, im Erdbeerbeet? Da sollte man nicht in Wut und Verzweiflung geraten, sondern eher gelassen bleiben. Wer dem Giersch den Krieg erklärt, erhält die Kampfansage zurück. Je mehr man zupft und rupft, desto üppiger wächst der Giersch. Denn aus jedem Wurzelrest, der beim Jäten im Boden verbleibt, sprießt eine neue Pflanze. Giersch kann nur durch mehrjähriges Abdecken der Fläche mit dickem Pappkarton oder starker schwarzer Mulchfolie ausgehundert werden. Besser arrangiert man sich mit ihm, nutzt ihn als gehaltvolles Wildgemüse und schätzt ihn als altbewährtes Heilmittel gegen Gicht.

RhododendronzikadeZikaden-Misere
An Rhododendren und Lorbeerkirschen findet man bisweilen grüne Tierchen mit auffälligem, orangefarbenem Streifenmuster. Bei sehr dichtem Befall der Sträucher mit diesen Insekten bekommen die Blätter helle Flecken und fallen auch schon mal ab. Viel schädlicher ist jedoch, dass die Rhododendron-Zikaden einen Pilz übertragen, der die Blütenknospen fürs nächste Jahr absterben lässt. Mit Gelbtafeln lassen sich die Zikaden gut abfangen. Schwarz verfärbte Knospen unbedingt sorgfältig entfernen und vernichten.

GierschkuechleinGartenrezept
Gierschblüten-Kücherl
Hollerküchlein sind eine wahre Delikatesse, jetzt gerade wieder hoch im Kurs. Doch warum nur Holunderblüten durch Ausbackteig ziehen, im Fett ausbacken und dann mit Zucker bestreut genießen? Da gibt es doch noch ein anderes Kraut im Garten, das sich für Kiacherl, Kücherl oder Küchlein eignet – wenn auch herzhaft als süß.
Für 4 Personen:
12-16 schöne Blütendolden vom Giersch
200 g Vollkorn-Mehl
300 ml Weißbier
2 Eigelbe
4 EL Rapskernöl
2 Eiweiße steif geschlagen
Fett zum Ausbacken
Kräutersalz
Gierschblüten nur vorsichtig ausschütteln, nicht waschen.
Mehl, Bier, Eigelbe und Rapskernöl mit dem Handmixer innig vermischen und 20 Minuten quellen lassen. Der Teig soll geschmeidig vom Löffel fließen, bei Bedarf mit etwas mehr Bier verdünnen. Eiweiß vorsichtig unterheben.
Fett erhitzen. Gierschblüten nacheinander durch den Ausbackteig ziehen, abtropfen lassen und im heißen Fett goldbraun frittieren. Auf Küchenpapier abtropfen lassen. Mit Kräutersalz würzen.
Dazu schmeckt ein frischer Tomaten- oder Gurkensalat.

1 Kommentar
  • In meinem Gewächshaus kann ich alle Pflanzen auch bei kühler Witterung optimal versorgen.

    1. Juli 2013 um 8:40

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