So ein Glück mit dem Pech: Baumharze Teil 2

Das Gold des Waldes

Weihnachten ohne Weihrauch? Raunächte ohne Räuchern? Uralte Traditionen leben seit einigen Jahren wieder auf. Das Wort Weihrauch leitet sich vom Althochdeutschen „wîhrouch“ ab, was heiliges Räucherwerk bedeutet. Weihrauch und Myrrhe waren neben Gold die Gaben der Heiligem Drei Könige an das Jesuskind – als die bedeutsamsten Arzneien der damaligen Zeit und eben auch Statussymbole sagenhaft teuer. Sowohl Weihrauch wie auch Myrrhe sind Baumharze, die von tropischen Balsambaumgewächsen abgesondert werden. Weihrauchharz, auch Olibanum genannt, weist auf die königliche Natur des Neugeborenen hin. Myrrhe steht als Symbol für den Heiland, es ist ein hochgeschätztes Heilmittel, aber auch kostbares Parfüm.

Nachdem Weihrauch und Myrrhe für das gemeine Volk unerschwinglich waren, griffen die Leute zu weithin verbreiteten Baumharzen, nutzen vor allem Fichten- und Kiefern-, aber auch Tannen- und Lärchenharz für Räucherzeremonien. Gerade in der dunkelsten Jahreszeit will man mit dem Räuchern böse Geister abhalten, alles Schlechte hinaustreiben und eine gereinigte Atmosphäre fürs Neue schaffen. Nachweislich wird durchs Räuchern die Raumluft von Keimen befreit, dem Rauch sagt man beruhigende und entspannende Wirkungen nach, aber es wird natürlich auch eine besondere Atmosphäre geschaffen.

Fürs Räuchern wird gerne Waldweihrauch verwendet, den man auch als Wildweihrauch, bairischen Weihrauch oder Urweihrauch bezeichnet. Er besteht aus kleinen Kugeln oder Bröckchen vorwiegend von getrocknetem Fichten- und Kiefernharz und entwickelt einen süßlichen, kräftigen, grünen, waldigen Duft. Man kann ihn auf Räucherkohle oder auf einem Räucherstövchen verräuchern, für besonders sanften Duft in ein leeres Teelichtschälchen füllen und damit in die Schale einer Duftlampe geben. Stets gut beobachten, denn Harz kann sich entzünden, wenn es zu heiß wird!

Wenn Sie sich selbst solchen Waldweihrauch besorgen möchten, dann sammeln Sie im Wald ein paar wenige bereits erhärtete Harztropfen, die sich ohne großen Widerstand von den Borkenschuppen lösen lassen. Lagern Sie die Harzkügelchen offen, bis vollständig durchgetrocknet sind, um Schimmelbildung zu vermeiden. Pur oder mit anderen Räucherkräutern wie Beifuß, Salbei, Wacholder oder Johanniskraut können Sie den Waldweihrauch dann anwenden.

2 Gedanken zu „So ein Glück mit dem Pech: Baumharze Teil 2“

  1. Liebe Karin,
    hättest du bitte ein genaues Rezept für Lärchenharz Tinktur und deren Zubereitung, Wirkung-Anwendung. Ich bedanke mich schon im Voraus für dein Bemühen.

    Übrigens habe ich schon eine Anstellung für Alpines Waldbaden, den Sommer über in dem
    Biosphärenpark Großwalsertal Vorarlberg. Kooperation mit dem Tourismusverein Bludenz.
    Freu mich schon!
    Ganz Liebe Grüße Dorothea Nachbaur,
    Kursteilnehmerin von letzten Waldbaden Kurs in Neustift Südtirol

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    • Liebe Dorothea,
      eine Tinktur mit Lärchenharz bereite ich nicht zu. Für eine äußerliche Anwendung ist sie wenig geeignet (wegen des Alkohols, der die Haut strapaziert), von einer innerlichen Anwendung ist abzuraten (wegen möglicher Nierenschädigung). Da kann ich Dir auch kein Rezept geben. Üblicherweise verwendet man Lärchenharz oder Lärchenterpentin nur für Salben.
      Gratulation zur Anstellung, das freut mich sehr!
      Schöne Grüße
      Karin

      Antworten

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