Wenn Pflanzen Kopfschmerzen bereiten?

Wenn Pflanzen Kopfschmerzen bereiten?

HyazintheBloß keine Pflanzen ins Schlafzimmer stellen, denn die rauben einem nachts den Sauerstoff. Und in Krankenzimmern haben Pflanzen zudem nichts verloren, weil sie Kopfschmerzen verursachen. Was ist dran an solchen Weisheiten?

Sauerstoff-Räuber
Wahr ist, dass Pflanzen wie alle Lebewesen zum Leben Sauerstoff brauchen. So wie wir Menschen mit Hilfe von Sauerstoff Nahrung verbrennen, um daraus Energie zum Leben zu gewinnen, tun das ebenso alle Pflanzen. Die grünen Gewächse veratmen Sauerstoff, um zu wachsen, zu blühen und zu fruchten. Aber sie nehmen uns den lebensnotwendigen Sauerstoff nicht weg – im Gegenteil, Pflanzen produzieren ihn sogar. Das merkt man gut im Wald, wo wir wegen der sauerstoffreichen Luft unter den Baumkronen so frei durchatmen können. Eines der besten Rezepte gegen Kopfschmerzen lautet deshalb: Im Wald spazieren gehen.

Wald Weg
Auch im Haus produzieren Pflanzen Sauerstoff. Und verbrauchen nachts wieder etwas davon. Allerdings sind die Mengen so gering, dass sie bezogen auf die gesamte Raumluft keine Rolle spielen. Es gehört ins Reich der Fabel, dass man nachts ersticken könnte, und wenn noch so viele Pflanzen rund ums Bett stünden.

Fensterbank mit BlumenKopfschmerz-Verursacher
Etwas dran ist allerdings an dem Gerücht, dass manche Pflanzen Kopfschmerzen hervorrufen können. Wer besonders empfindlich auf Gerüche reagiert, kann durchaus unter stark duftenden Blühpflanzen leiden. Jasmin, Gardenie, Kranzschlinge, Porzellanblume oder manche Orchideen (Cattleya, Oncidium, Phalaenopsis) mit ihren oft sehr intensiven, süßlichen Blütenparfüms oder Hyazinthen und Narzissen mit orientalisch-schwerem Aroma sind dafür bekannt.
Stark duftende Gewächse gehören daher nicht in Schlafräume – in Wohnräumen können sie dagegen die Stimmung heben und das Wohlbefinden steigern. Wenn man hin und wieder kräftig lüftet. Denn viel häufiger als durch pflanzliche Ausdünstungen entstehen Kopfschmerzen durch stickige, trockene Luft.

Krank durch Zimmerpflanzen?
Nur weil sie auf der Fensterbank steht, lässt selbst die giftigsten Zimmerpflanzen zunächst einmal nicht gefährlich für die Gesundheit werden. Allergische Reaktionen gibt es jedoch auf Blütenstaub so mancher Schnittblumen wie Gerbera oder auf Latexpartikelchen von Grünpflanzen wie Gummibaum und Birkenfeige (auch als „Benjamin“ bekannt).
Mehr Gefahr geht von der Erde aus, Schimmelpilzsporen und Bakterien finden darin oft besten Nährboden. Hier gibt es eine sehr einfache wie wirkungsvolle Abhilfe: Pflanzen nicht in Erde, sondern in Hydrokultur oder Tongranulat ziehen. Im Winter bildet sich auf Erde häufig ein weißer Schimmelbelag – das lässt sich verhindern, wenn man eine Schicht feinen Sand (Vogelsand) oder Splitt obenauf streut.
Nachdem kranke Menschen ohnehin schon geschwächt sind, soll einfach das Risiko weiterer Belastungen durch Düfte oder Keime ausgeschaltet werden – das ist der Grund, warum man bis heute sowohl Vasenblumen wie Topfpflanzen zumindest nachts aus Krankenzimmern verbannt. Denn dass ein bunter Strauß oder eine Zimmerpflanze in üppiger Blütenpracht der Genesung auf die Sprünge hilft, ist unbestritten.

Mentha piperitaWirken Pflanzen auch gegen Beschwerden?
Frische zitronige Düfte wirken bei den meisten Menschen schmerzlindernd. Die ätherischen Öle von Pfefferminze und Lavendel werden in der Naturheilkunde und Aromatherapie gegen Kopfschmerzen verordnet. Und Muskatellersalbei hilft gegen Verspannungen und Krämpfe. Ein kleines Kissen oder ein Stoffbeutel, gefüllt mit Lavendelblüten, Zitronenmelissenblättern und Rosen, kann sehr gut Spannungen lösen und Kopfschmerzen vertreiben – einfach in die Hände nehmen, sanft knuddeln und daran riechen. Eine Tasse Kamillenblütentee kann ebenso Linderung verschaffen wie ein Ingwerdrink. Mutterkrautblüten auf dem Butterbrot kennen vor allem Migräne-Patienten als Hilfsmittel. Auch mal einen Versuch wert: Mandelmilch mit Vanille – der Vanilleduft alleine wirkt schon befreiend.
Nicht zuletzt stammt eines der wichtigsten Schmerzmittel der Welt, die Acetylsalicylsäure (ASS) ursprünglich aus Pflanzen, nämlich aus Weidenrinde und Mädesüßblüten.

 

 

1 Kommentar
  • Danke ein ganz toller Beitrag. Ich habe viel gelernt. Zu Mutterkraut / Migräne kann ich sagen, dass es erst nach ca. 2 Monaten wirkt. Aber dann ist man Beschwerde frei. Eigene Erfahrung in der Familie , allerdings mit Mutterkraut – Tabletten.
    LG Claudia

    9. Februar 2014 um 20:46

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