Garten: Spätsommeraufgaben

PalmkohlDie heißen Tage sind vorbei, eine Erholung nach all dem Hitze- und Trockenstress. Jetzt geht es ans Vorbereiten der ruhigeren Jahreszeit. Im Gartenrezept der Woche: Die ausgestochenen Löwenzahnwurzeln werden zu Kaffee oder Likör. Meine wöchentlichen Gartentipps – auch auf br.de.

Pflanze der Woche:
Palmkohl
Eigentlich ein Gemüse, wird der Palmkohl (Brassica oleracea var. palmifolia) gerne als stattliche Zierpflanze gezogen. Immerhin kann eine Pflanze mehr als hüfthoch und doppelt armlang ausladend werden. Noch sind die Blätter zart und geschmackvoll, werden aber umso faserreicher und herber, je länger sie stehen. Als Schwarzkohl, Italienischer oder Toskanischer Kohl wird der Palmkohl in der mediterranen Küche gerne verwendet, man erntet jeweils die äußeren Blätter, und muss nicht wie bei Grünkohl auf den ersten Frost warten.

Bauernregel:
September schön in den ersten Tagen,
will den ganzen Herbst ansagen.

Herbstkrokus_jetzt noch pflanzen_im Oktober blueht erBlütenzauber – Blütenpracht
Noch immer ist Zeit, herbstblühende Zwiebel- und Knollenblumen zu pflanzen. Herbstkrokusse, Goldkrokus, Zeitlosen und auch Zierliche Alpenveilchen bringen dann ab Oktober wohltuende Farbtupfer in den Garten. Es beginnt aber auch bereits die Pflanzzeit für Zwiebelgewächse, die erst im nächsten Jahr blühen: Madonnenlilien und Kaiserkronen sollten Sie jetzt schon in die Erde bringen, damit sich die stattlichen Gewächse optimal entwickeln können.

Malvenfruchtstand_Samen erntenJungwuchs – Nachwuchs
Gratis liefern Ihnen Ihre Gartengewächse jetzt reichlich Material für zusätzliches Pflanzgut. So manche Balkon- und Kübelpflanze, etwa Fuchsien, müssen zurückgeschnitten werden, da können Sie die Triebspitzen gleich als Stecklinge verwerten. Auch ausdauernde Gartenkräuter wie Rosmarin, Thymian oder Lavendel lassen sich jetzt durch Stecklinge vermehren. Viele Gartenpflanzen, z.B. Frauenmantel oder Vexiernelke, haben Ableger gebildet oder sich selbst versamt, die Jungpflänzchen können Sie ausstechen und an anderer Stelle einsetzen. Viele Blumen haben schon Samen angesetzt, von Stockrosen, Jungfer im Grünen, Malven oder Akeleien können Sie die Früchte ernten, schonend trocknen und dann die Samen für die Aussaat im nächsten Jahr in Papiertüten, Briefumschlägen oder kleinen Schraubgläsern dunkel und trocken aufbewahren. Beschriftung nicht vergessen!

Loewenzahn aus dem Rasen ausstechenRasenkur – Rasen fein
Wo sich Löwenzahn im Rasen breit macht, beseitigt man ihn am besten durch konsequentes Ausstechen. Mit einem speziellen Werkzeug, einem sog. Wurzel- oder Unkrautstecher, holt man die Blattrosetten samt Wurzel aus dem Boden. Sie können ebenso ein stabiles, langes Messer dazu verwenden. Packen Sie die Blattrosette und stechen Sie das Messer tief neben dem Blattansatz ein, drehen Sie es rundum und ziehen Sie die Wurzel dann heraus. Löwenzahn darf ruhig auf den Kompost, solange keine Pusteblumen dran sind.

Loewenzahn WurzelnGartenrezept
Löwenzahn-Wurzelkaffee
Wenn Sie schon dabei sind: Aus Löwenzahnwurzeln lässt sich so allerhand machen. Die Wurzeln kann man säubern, klein schneiden und trocknen, dann bei 200 °C im Backofen kräftig braun rösten, zu Pulver mahlen und mit kochendem Wasser aufbrühen: Das ergibt einen schmackhaften Kaffee-Ersatz.
Oder setzen Sie mit Löwenzahnwurzeln einen verdauungsfördernden Likör an: 3 Esslöffel zerkleinerte Löwenzahnwurzeln in eine Flasche geben, Schale einer halben Orange und eine Zimtstange, 5 Kardamomkapseln sowie 2 Esslöffel Kandiszucker zugeben. Mit Doppelkorn oder Wodka (38-40 %) aufgießen, an einem dunklen Ort 2-3 Wochen ziehen lassen. Dann abseihen, weitere 3-6 Wochen nachreifen lassen.
Löwenzahnwurzeln zerkleinert und getrocknet können Sie zu einem Tee aufbrühen, der bei Völlegefühl, Blähungen und Magenbeschwerden nach zu schwerem Essen hilft. Dafür einen Teelöffel Löwenzahnwurzel mit 250 ml kochendem Wasser überbrühen, zugedeckt 5 Minuten ziehen lassen, abfiltern und ungesüßt trinken.

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