Birkengeschichten

Birke Rinde 2Den Baum erkennt jeder: die Birke! Kein anderer Baum hat einen solch glänzend weißen Stamm, von dem sich papierartige Streifen ablösen. Aber warum haben Birken (Betula) eigentlich ein so charakteristisches Aussehen, warum sind ihre Stämme weiß?

Die weiße Färbung kommt vom Betulin (ein Triterpen, sekundärer Pflanzeninhaltsstoff). Entdeckt hat es der deutsch-russische Chemiker Johann Tobias Lowitz, der nicht nur als erster Wissenschaftler Betulin untersucht und beschrieben hat, sondern damit einen der ersten Pflanzenwirkstoffe überhaupt isoliert hat. Betulin ist ein Schutzstoff, der die Birke vor Sonneneinstrahlung, extremen Temperaturen und Schädlingsbefall schützt.

Birke Rinde
Glatt- oder Spiegelrinde – sehr treffende Bezeichnungen für die Stammaußenhaut.

Birken sind Pioniergehölze, sie wachsen an Stellen, wo sie prallem Sonnenschein und anderen Widrigkeiten ausgesetzt sind. Eine dunkle Rinde würde sich vor allem im Winter, wenn die Sonne fast senkrecht auf den Stamm strahlt, tagsüber stark erhitzen. Krasse Temperaturunterschiede zu den oft bitterkalten Nächten würden die Rinde reißen lassen. Indem Betulin das Sonnelicht reflektiert, heizt sich der Stamm nicht so stark auf.

Die glatte, weiße Stammoberfläche hilft ebenso an heißen Sommertagen, Überhitzung zu vermeiden. Das Blätterdach der Birke ist nicht dicht genug, um viel Schatten zu spenden. Birken müssen als Flachwurzler mit dem Wasser haushalten und können sich große, dichte Blattkronen deshalb nicht leisten, denn solches Blattwerk würde zu viel Wasser verdunsten.

Birke Borke
Im Alter bekommt die Birke eine dicke, dunkle Borke.

Während junge Birken viel Wasser brauchen, können sie sich mit zunehmendem Alter gut an Trockenheit anpassen. Dabei hilft ihnen wiederum der weiße Stamm, das Betulin. Es macht die Rinde wasserabweisend und vermindert dadurch den Wasserverlust vom Stamm. Außerdem schützt Betulin den Baum vor Tierfraß und Pilzbefall – das merkt man ganz besonders an umgestürzten oder bereits abgestorbenen Birken. Das Holz im Inneren verrottet viel schneller als die Rinde.

Birke, der Name beruft sich auf die charakteristische Stammfarbe. Althochdeutsch „bircha“ und indogermanisch „bhereg“ bedeutet hell sein, leuchten oder glänzen.

3 Gedanken zu „Birkengeschichten“

  1. Liebe Frau Greiner,

    meines Wissens nach ist die Birke ein Herzwurzler.
    So habe ich es gerade im Fach Waldbau für meine Jagdprüfung gelernt…
    Die Hauptwurzeln sind kurz und verjüngen sich sehr schnell. Bei Bodenverdichtung, Basenarmut und im Alter bildet die Wurzel Senker aus.
    Der Hauptwurzelhorizont der Birke liegt auf stabilen Standorten in 50-60 cm bzw. bei dichten Böden in 40 cm Tiefe,wobei Wurzeln bis in eine Tiefe von 120 cm (extrem bis 4 m) zu finden sind.

    Herz-liche Grüße
    Frauke Albuszies

    Antworten
    • Danke für den Hinweis, liebe Frau Albuszies.
      Tatsächlich bildet die Birke wie die meisten Bäume ein Herzwurzelsystem aus, hat aber auch viele flach streichende Hauptwurzeln mit sehr hoher Feinwurzelkonzentration knapp unter der Oberfläche.

      Antworten
  2. Hallo, folgendes ist ein wenig Off Topic für KräuterhexenInnen 😀
    Aber wenn wir mal draussen beim Kräutergang ein wärmendes Feuerchen für Seele & Tee machen wollten ist dazu die Rinde von Birken ideal. Denn die Birkenrinde enthält ätherische Öle und daher brennt sie auch noch wenn es überall feucht ist. Natürlich nehmen wir nur die Rinde von grade umgefallen Bäumen oder von grade abgebrochenen Ästen.

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