Schlehen: Wohltuend

Schlehen: Wohltuend

SchlehenernteKaum etwas, das von der Schlehe ungenutzt blieb – und es sollte auch heute noch genutzt werden. Schon gar nicht die Früchte, obwohl sie so herb und sauer schmecken, wenig Fruchtfleisch haben, das sich nicht vom recht großen Stein löst. Erst nach richtiger Verarbeitung kommen die wahren Werte dieser Früchte zur Geltung, und dies nicht allein als wohlbekannter und selten verschmähter Schlehenbrand, Schlehenlikör oder Schlehenwein.
Schlehensaft, nicht gepresst, sondern durch behutsames Auskochen der Früchte gewonnen, sowie Schlehenmus werden seit alters her als vitaminreiche Stärkung für das Immunsystem, zur Kräftigung und Rekonvaleszenz empfohlen. Zudem befördern Saft und Mus den Stuhlgang und helfen bei leichten Blasenentzündungen.
SpinnerinnenIn den Spinnstuben kauten früher die Frauen auf getrockneten Schlehenfrüchten, um stets genügend Speichel fürs Anfeuchten des Faden zu haben. Getrocknete Schlehen beruhigen aber auch einen Magen im Aufruhr, etwa bei Brechdurchfall. Sie regulieren den Appetit und helfen, zum Tee gebrüht und gegurgelt, bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum. Verantwortlich sind dafür Gerbstoffe, die den rauen, pelzigen Belag auf Zunge, Gaumen und Zähne legen und entzündungshemmend wirken.

Mandelduftend
Während Schlehenfrüchte doch in vielen Haushalten zu diversen Spezialitäten verarbeitet werden, bleiben die kleinen Blüten oft außen vor. Doch die mühevolle Arbeit des Blütenpflückens lohnt sich. Sie duften angenehm nach Mandeln und ergeben laut Pfarrer Kneipp „das schuldloseste Abführmittel“, aufgebrüht als Tee. Der Blütenaufguss wirkt sanft wassertreibend und verdauungsfördernd, gilt ebenso als bewährtes Mittel gegen Erkältungen, zur Stärkung des Herzens und zur Linderung von Prostatabeschwerden. Und nicht zuletzt fördert ein Öl, in dem Schlehenblüten ausgezogen wurden, die Durchblutung der Haut, strafft sie und hält sie elastisch.

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