Garten: Noch geht’s

Garten: Noch geht’s

LampionblumeFrisch entdeckt:
Lampionblume
Die Kürbislaternen haben ausgedient, die Martinszüge sind um, im Garten leuchten immer noch Lampions. Es sind die Früchte der Blasenkirsche (Physalis alkekengi), nicht von ungefähr als Lampionblumen bekannt. In den grell orangefarbenen, papierartigen Hüllen stecken hellrote, kirschgroße Früchte. Diese sind manchmal süß, bisweilen bitter. In kleinen Mengen darf man sie ruhig essen. Lampions über die Kerzchen einer Lichterkette gestülpt, fertig ist eine ganz besondere Dekoration.

Wetterregel:
Hält der Baum die Blätter lang‘,
macht ein später Winter bang‘.

Asylbewerber
Dahlien, Gladiolen, Indisches Blumenrohr und Montbretien sind trotz der milden Witterung schon ziemlich in Mitleidenschaft gezogen. Draußen herrscht für diese Gewächse bald feindliche Stimmung, wenn die unterirdischen Teile vom Bodenfrost bedroht werden. Also gewährt man den tropischen Grazien Asyl im Haus. Triebe bis auf Handbreite wegschneiden, Knollen aus dem Boden holen, Erde abschütteln, beschriften und in Zeitungspapier, Sand oder Sägespäne hüllen, in Kisten schichten und frostfrei, aber kühl im Keller, in der Garage oder im Schuppen einlagern. Indisches Blumenrohr darf im Kübel bleiben.

Gießwasserbedürftige
Es ist zu warm, es ist vor allem zu trocken: dieser Herbst bedeutet erneut Stress für viele Pflanzen. Die Vorbereitung auf die Winterruhe fällt vielen Gewächsen schwer, angesichts der hohen Temperaturen können sie sich gar nicht richtig auf kommende Kältephasen einrichten. Gießen Sie ausgiebig, was immergrün ist und den Winter über draußen bleibt – also Buchsbaum, Rhododendron, frisch gepflanzte Thujen und Co. Gießen Sie weniger, was demnächst ins Haus umzieht – also Oleander, Zitronenbäumchen, Palme und andere.

Hagebutten Hundertbluetige RoseSchnittverächter
In diesem frühlingshaften November fühlen sich viele Rosen angeregt, nochmals kräftig Blüten zu zeigen. Oft gehen die Knospen sogar noch auf. Und an so manchem Rosenstrauch leuchten Hagebutten, zierend und bei Vögeln sehr beliebt. Keinesfalls sollten Sie Ihre Rosen jetzt schneiden, höchstens geringfügig einkürzen. Rosentriebe frieren immer zurück, je länger die Zweige in den Winter gehen, desto mehr Holziges bleibt im nächsten Frühjahr übrig für den neuen Austrieb.

WeihnachtssternWeihnachtsboten
Neben Tannen sind es wohl die beliebtesten Pflanzen in dieser Zeit: Weihnachtssterne. Damit sie lange Freude machen sollte man beim Einkauf darauf achten, dass die Blütenknospen – das sind die kleinen Kügelchen inmitten der farbigen Hochblätter – noch geschlossen sind. Packen Sie die Weihnachtssterne zum Transport nach Hause sorgsam ein, Zugluft bekommt ihnen gar nicht.

AmaryllisBlütenhervorlocker
Soll die Amaryllis (korrekt: Ritterstern) zu Weihnachten blühen, muss ihre dicke Zwiebel schleunigst eingepflanzt werden. Topf wählen, in den die Zwiebel gerade hineinpasst – nur eine Daumenbreite soll zwischen Zwiebel und Topfrand Platz bleiben. Zwiebel bis zur Hälfte in Pflanzerde setzen. Behutsam angießen und warm aufstellen.

RosmarinGlück aus dem Garten
Noch schnell was ernten
Bevor es richtig kalt wird: Von Lorbeer, Rosmarin und Thymian, die man oft nur schwer durch den Winterbringt, jetzt noch Blätter ernten. Diese trocknet man – fertig ist der Vorrat für den Winter.
Noch mehr Tipps wie diesen finden Sie in meinem Bayern 1-Buch „Glück aus dem Garten – mit der Gartenexpertin durch die 10 Jahreszeiten“ – erhältlich im BR-Shop und im Buchhandel.

1 Kommentar
  • Bei mir blühen noch die Rosen. Kein Wunder, bei 23 Grad …

    16. November 2015 um 10:11

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