Garten: Liebevoll närrisch

ZaubernussFrisch entdeckt:
„Nacktblüher“
Die können den Frühling gar nicht erwarten, sie blühen an entblößten Zweigen schon lange vor dem Blattaustrieb: Zaubernuss (Hamamelis), Winterjasmin (Jasminum nudiflorum), Winterblüte (Chimonanthus), Scheinhasel (Corylopsis), Winterschneeball (Viburnum), Winterheckenkirsche (Lonicera). Dank eigens gebildeter Frostschutzmittel in ihren Zellen machen ihnen frostige Tage und eiskalte Nächte gar nichts aus, sie warten geduldig auf wärmere Phasen. Um dann die Attraktion zu sein, nicht nur für uns Menschen, sondern vor allem für Insekten.

Wetterregel:
Im Februar Schnee und Eis,
macht den Sommer heiß.

Christrose im TopfVon drinnen nach draußen
Die Königinnen des Winters: Christrosen. In den letzten Jahren sind die edlen Pflanzen zu Kurzzeit-Topfschmuck umfunktioniert worden, während man sie früher nur in Gärten bewundern konnte. Die Zuchtformen vertragen inzwischen die Verhältnisse von Wohnräumen etwas besser und können zumindest ein paar Wochen auf einer kühlen Fensterbank überdauern. Danach aber sollten die vorgetriebenen Schnee- und Christrosen nach draußen. Zum Umsiedeln sollten Sie die Christrosen behutsam ans Freiland akklimatisieren, also zuerst sehr kühl halten, dann in milden Winterphasen auspflanzen. Sonnig bis halbsonnig wollen sie stehen, in humusreicher, lehmiger, kalkhaltiger Erde. Nicht erschrecken, wenn die Blüten bei Frost schlapp am Boden liegen, sobald es wärmer wird, erholen sie sich wieder.

ValentinsstraussBlütenreiche Liebesbotschaft
Am 14.2. ist es wieder soweit: Schon im 15. Jahrhundert tauschten Verliebte zum Valentinstag kleine Gedichte, seit dem 17. Jahrhundert sprechen Blumen über die Liebe. Selbst pflücken ist zu dieser frühen Jahreszeit schwierig, aber es gibt genügend Angebote an Schnittblumen und Blumentöpfchen. Packen Sie Einzelblüten, Sträuße und Pflanzarrangement sorgfältig in mehrere Lagen Papier ein, jeder kalte Luftzug schadet und beeinträchtigt die Haltbarkeit. Schnittblumen in frisches, lauwarmes Wasser stellen, nachdem die Stiele mit einem scharfen Messer frisch angeschnitten wurden.

Tomaten SaemlingeVorzeitig vorziehen
Manche tun‘s schon: Tomaten vorziehen. Nicht wenige Hobbygärtner sind der festen Überzeugung, dass Tomaten umso kräftiger wachsen, umso reicher blühen und umso früher Früchte tragen, je eher sie die Samen in die Erde bringen. Wer viel Platz hat, die richtigen Kulturbedingungen bietet und die Geduld aufbringt, Tomatenpflänzchen über viele Wochen zu hegen und zu pflegen, kann durchaus schon mit dem Aussäen starten. Sehr viel Licht, angenehme Wärme und gute Belüftung sind wichtig, damit die Sämlinge kompakt und stabil wachsen – vor allem bei Lichtmangel werden die kleinen Tomaten überlang und schwächeln. Deswegen ist nicht schlecht beraten, wer einfach noch wartet. Tomaten keimen rasch, wachsen zügig und entwickeln sich prächtig, wenn sie erst im April gesät werden. Nach dem Auspflanzen ins Freiland zu den Eisheiligen Mitte Mai holen spät gesäte Tomaten den Rückstand gegenüber frühzeitig angezogenen Pflanzen schnell auf.

Rinde abbuerstenGlück aus dem Garten:
Ohne kräftigen Stamm keine ertragreiche Krone, denn über den Stamm sind die Äste mit den Wurzeln verbunden. Grund genug, die Stämme der Obstbäume pfleglich zu behandeln. Ein „Peeling“ als Wellness-Kur ist angesagt: Reinigen Sie die Stämme mit einer Wurzelbürste von losen Rindenschuppen, unter denen sich häufig Schädlinge einnisten. Pappe unterlegen, um alles Abgebürstete aufzufangen und zu entsorgen.
Noch mehr Tipps wie diesen finden Sie in meinem Bayern 1-Buch „Glück aus dem Garten – mit der Gartenexpertin durch die 10 Jahreszeiten“ – erhältlich im BR-Shop und im Buchhandel.

Ein Gedanke zu „Garten: Liebevoll närrisch“

  1. Meine Pflanzen sind etwas im Rückstand, mit Ausnahme der gelben Zaubernuss, die schon sehr schön blüht.
    Winterjasmin und Winterschneeball kontrolliere ich täglich, aber die beiden lassen sich noch etwas bitten…

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