Garten: Dem Frühling auf der Spur

Garten: Dem Frühling auf der Spur

Fruehlingsahnen_HaselkaetzchenNoch ist der Frühling nicht da, doch aufmerksame Gartenliebhaber können bereits die ersten Frühlingsboten entdecken: Hier eine Schneeglocke, da ein Haselkätzchen. Richtig los geht es jedoch erst, wenn der Schnee geschmolzen ist. Meine wöchentlichen Gartentipps, samt Gartenrezept (heute: Schwarzer Rettichsalat)  – auch auf br.de.

WeidenkaetzchenPflanze der Woche:
Palmkätzchen
Überall schieben sich gerade die silbrigen Pelze aus den braunen Knospen heraus. Palmkätzchen sind frühe Lenzboten. Samtweiche Fellbüschel zeigen allein die männlichen Weiden-Sträucher, bald schon werden die goldgelben Staubgefäße daraus hervor spitzen und ihren Blütenstaub dem Wind anvertrauen. Der soll zu den weiblichen Sträuchern gelangen, dort wird er von unscheinbaren grünlichen Kätzchen, von den weiblichen Blüten aufgefangen.

Bauernregel:
Kunigund (3.3.) macht warm von unt‘.

Schnee auf KrokuswieseErst muss der Schnee weg
In vielen Gärten liegt noch eine dicke Schneedecke, der muss erst wegtauen. Der Boden ist noch gefroren, der muss erst auftauen. Bleibt dem Gärtner derzeit nur, die Hände in den Schoß zu legen? Nutzen Sie die Zeit, um die kommende Saison zu planen. Lesen Sie Fachliteratur, besuchen Sie Ausstellungen, stöbern Sie im Internet – all das bringt Sie auf neue Ideen, stärkt Ihren grünen Daumen. Erst wenn der Boden schneefrei und von der Sonne erwärmt ist, geht es los in die neue Gartensaison.

Triebe mit leuchtend roter Rinde gibt es beim Hartriegel nur bei fleissigem RueckschnittDa darf der Ast weg
Während milder Perioden im Nachwinter kann man bei vielen Ziersträuchern den Rückschnitt vornehmen. Flieder, Pfeifenstrauch, Schneeball, Spierstrauch, Hartriegel und andere Sommerblüher werden jetzt radikal bis auf kurze Stummel zurückgeschnitten, wenn diese lange nicht gepflegt worden sind und ein wirres Astgeflecht entwickelt haben. Obstbäume können derzeit geschnitten werden, bei den Rosen allerdings sollten Sie noch warten. Rosen schneidet man erst, wenn die Gefahr von Nachtfrösten fast vorüber ist – etwa im April. Wenn die Beetrosen jetzt gekürzt würden und es kommt doch noch kräftiger Frost, würden die frisch geschnittenen Triebe nochmals zurückfrieren und müssten noch tiefer geschnitten werden.

PfirsichblueteSo geht das Kräuseln weg
Wenn sich die Blätter vom Pfirsichbaum schon nach dem Austrieb kräuseln, blasig aufwerfen, weiß oder rot verfärben, dann leiden sie unter der Kräuselkrankheit. Hervorgerufen wird sie durch einen Pilz, der auf der Rinde überwintert und die Knospen bereits ab Februar/März infiziert – sobald sie nämlich zu schwellen beginnen. Dadurch wird der Baum stark geschwächt, oft zeigt sich Gummifluss. Spritzen Sie deshalb jetzt mit einem Knoblauch- oder Schachtelhalmtee (2-3 große Knoblauchzehen gehackt bzw. 2 Esslöffel getrocknetes Schachtelhalmkraut mit 1 Liter heißem Wasser überbrühen, 15 Minuten ziehen lassen, abseihen, nach Erkalten verwenden), das beugt einer Infektion vor. Die Krankheit tritt ebenso an Mandelbäumchen auf, auch hier kann eine Spritzung nicht schaden. Später können Sie die Gehölze mit Zitronenmelisse oder Kapuzinerkresse unterpflanzen.

Da bleibt der Frust weg
Wenn bei Nachtfalter- oder Schmetterlingsorchideen (Phalaenopsis) Blütenknospen welk werden, sich ledrig und weich anfühlen, ihre Farbe verlieren und abfallen, bevor sie aufgehen, ist meist trockene Luft schuld. Bei neu gekauften Orchideen liegt die Ursache oft darin, dass die empfindlichen Blütenrispen einen eisigen Luftzug abbekommen haben. Hilft nichts, als die trockenen Blüten zu entfernen und auf neue zu warten. Die kommen schneller und üppiger als man denkt.

Rettichsalat mit Orangen_Honig_DressingGartenrezept
Schwarzer Rettichsalat
Außen schwarz wie die Nacht, innen weiß wie Schnee, mit kräftig-scharfem Geschmack – das ist der Schwarze oder Winterrettich. Kugelrund und so gesund. Seit alters her schätzt man den Rettich als bewährtes Hustenmittel, aber auch allgemein zur Reinigung des Körpers. Die scharfen Senföle wirken antibiotisch, entkrampfend und wassertreibend. Außerdem gilt der Schwarze Rettich als eines der Gemüse, das am stärksten basisch wirkt. Optimal also auch gegen Übersäuerung.
Zutaten für 4 Portionen:
1 großer oder 2 kleine schwarze Rettiche
1 Orange
1 EL Honig
1 TL Essig
Salz, Pfeffer
Oliven- oder Walnussöl
Zubereitung:
Schwarzen Rettich waschen und mit Schale fein raspeln oder stifteln. Ist der Rettich sehr scharf, kann man ihn leicht salzen und erst eine Viertelstunde ziehen lassen. Das mildert die Schärfe deutlich. Aus den restlichen Zutaten ein cremiges Dressing rühren, den Rettich damit marinieren.

3 Kommentare
  • Karin Müller
    Antworten

    Das werde ich heute noch ausprobieren. Zwei Rettiche liegen noch zuhause, denn ich habe diese Woche einen Hustensaft aus Rettich und braunem Zucker für meinen Mann gemacht. Was gut geholfen hat. Ich probiere jetzt die basische Wirkung aus. – Schmeckt bestimmt auch besser als der Hustensaft …

    1. März 2013 um 10:55
  • Hustensaft aus Rettich? 😉 Das hört sich mal geschmacklich nicht so dolle an. Nimmt dein Mann das Medikament?

    5. März 2013 um 16:22

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