Fürs Hirn, gegen Falten

Fürs Hirn, gegen Falten

GinkgoSo jung gibt es sie erst nächstes Jahr wieder: Blätter vom Ginkgo (Ginkgo biloba). Jedes von ihnen sieht so bezaubernd aus, dass man schon zuerst überlegt, ob man es pflücken darf. Aber ein paar davon, hier ein von dem Ast, dort eins von jenem Zweig, wird ein großer Baum schon verschmerzen können. Ich brauche nur wenig davon, für eine Tinktur und für eine Lotion. Wozu?

Die Inhaltsstoffe vom Ginkgo – ein Gemisch aus vielen verschiedenen Substanzen, die noch gar nicht alle richtig untersucht sind – sollen das Gedächtnis stärken, indem sie Nervenzellen schützen und Botenstoffe unterstützen. Selbstversuch: Ginkgo nehmen und das berühmte Gedicht von Goethe „Dieses Baumes Blatt…“ auswendig lernen… Kann nicht schaden, geistig fit zu bleiben, vorbeugend gegen Demenz und Alzheimer. Mit einem Tee ist es laut bisheriger Erfahrung dabei nicht getan. Durch einen Heißaufguss werden viel zu wenige Substanzen aus den Blättern gelöst, außerdem können unverträgliche Substanzen darin sein. Ginkgolsäuren können Kopfschmerzen, Magenbeschwerden verursachen, Allergien auslösen – und vermutlich sogar die Erbsubstanz schädigen. Es gibt eben kein Kraut, das neben einer Wirkung nicht auch eine Nebenwirkung hat!

Besser ist da wohl eine Tinktur, die jedoch auch nur in geringen Mengen und niemals über lange Zeit eingenommen wird. Fein geschnittene Ginkgoblätter zu einem Drittel in eine kleine Flasche füllen, mit 70% Alkohol auffüllen, eine Woche an dunkler, zimmerwarmer Stelle ausziehen lassen (täglich schütteln), dann abfiltern und in dunkle Tinkturflasche umfüllen. Über höchstens eine Woche einmal täglich 20 Tropfen verdünnt in Wasser einnehmen. Und fleißig das Hirn trainieren…

Ginkgo-Extrakte sind auch gut für die Haut, halten sie elastisch, wirken verzögernd auf die Alterung, helfen gegen Falten. Für eine Salbe einen Esslöffel sehr fein geschnittene Ginkgoblätter mit 100 ml Olivenöl übergießen, auf 35 °C erwärmen und einige Stunden bei dieser Wärme ziehen lassen (Warmhalten ohne Stromverbrauch: die Garkiste von der Garwerkstatt!). Abfiltern und mit Bienenwachs festigen – dafür 10 g Bienenwachs im Öl aufschmelzen. Die Salbe dann mit einem Hydrolat (Rosenwasser) zur Creme bereiten, dafür unter kräftigem Rühren mit dem Mixstab das ebenso warme Hydrolat tropfenweise unterschlagen. Diese Creme ist zwar nicht ganz stabil, dafür völlig ohne Zusätze. Falls sie sich trennt, einfach kurz erwärmen und wieder aufrühren.

 

4 Kommentare
  • Wie gut, dass ich heuer einen Ginkgo angepflanzt habe! Zwar noch ein Baby unter den Ginkgos, dem ich auch noch kein Blättchen krümmen würde wollen, aber das Rezept für die Hautcreme klingt gut und ich habe es sicherheitshalber schon mal notiert.
    Liebe Grüße
    Dani

    25. Mai 2015 um 12:14
  • Das nenne ich „just in time“! Gerade heute früh, an ein paar Ginkgos vorbeispazierend, habe ich überlegt, was man mit den hübschen Blättern machen könnte. Super!

    Beste Grüße
    Marina

    26. Mai 2015 um 15:33
  • RitaMorgan
    Antworten

    Ich habe eine Creme gegen Falten gesehen. Er enthaltet Schlangengift! http://www.schlangengift-creme.com/ .
    Man sagte viel gutes über diesen Creme.

    13. Juni 2015 um 13:42
  • Anonymous
    Antworten

    Ich habe einen ginkgobaum,werde alles ausprobieren. Danke 4.8.2019
    Zita

    4. August 2019 um 19:23

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