Corona im grünen Bereich

Meine Recherchen zu Corona treiben mich tief ins Reich der Pflanzen. Coronaviren tragen ihren Namen danach, dass sie im Elektronenmikroskop aussehen wie die Sonnenkorona, ihre Hüllen erinnern an einen Strahlenkranz. Von Corona spricht man auch bei Pflanzen und meint damit deren Krönung, nämlich die Blüten. Die auffälligsten Teile der Blüten heißen Kronblätter, sie fallen uns viel eher ins Auge als Kelch-, Staub- und Fruchtblätter. In ihrer Gesamtheit spricht der Botaniker von Krone (oder Corolla, wortwörtlich eigentlich Krönchen oder Kränzchen). Mit Corona ist dann wieder eine sog. Nebenkrone (auch Paracorolla) gemeint, das sind kronenartige Gebilde zusätzlich zur Corolla, z.B. die kleinen Krönchen bei den Lichtnelken (Silene), bei der Kronen-Lichtnelke (auch Vexiernelke, Silene coronaria) oder „Trompete“ bei Narzissen (Narcissus).

Trompetennarzisse

Noch mehr Corona

Corona solis? Das ist ein alter Name der Sonnenblume (Helianthus annuus). Corona fratrum nannte man die Wolldistel (Cirsium eriophorum), auch als Mönchskopf bekannt. Corona Salomonis – die Krone Salomos, Aufrechte Waldrebe (Clematis recta). Corona montis – Krone des Berges, Rosmarin (Rosmarinus officinalis). Und schau an: Corona terra, die Krone der Erde – Gundermann (Glechoma hederacea). Durch einen Kranz aus Gundermann sieht man sich nicht nur Hexen an, melkt die Milch, damit sie nicht sauer wird und schützt das brütende Federvieh vor Ungemach, sondern stärkt sich auch gegen alle Widrigkeiten. Gundermann in der Neunkräuterstärke (Kräutersuppe) zu Gründonnerstag oder im Eierkuchen zu Walpurgis wappnet das ganze Jahr vor Krankheiten.

Weiße Lichtnelke, Nacht-Lichtnelke, Weißes Leimkraut

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