Veilchen

Der Frühling zieht ein, man riecht es allerorten. Die Veilchen beginnen zu blühen, ihr unvergleichlicher Duft erfüllt die Luft. Willkommen, ihr Violen, Veigele, Märzelen – nicht nur in weiter Flur und im Garten, sondern auch in der Küche!

Augenweide, Nasenkitzler, Gaumenschmeichler

Veilchen sind ausnahmslos genießbar. Essen kann man Blüten wie Blätter von allen Arten, am liebsten natürlich von den duftenden wie dem Märzveilchen (Viola odorata) und dem Parmaveilchen (Viola suavis). Kandierte Veilchen krönten z.B. die weltberühmte Dessertkreation „Birne Helene“ von Auguste Escoffier. Um 1900 war der Veilchenlikör Parfait Amour überaus populär, dem eine aphrodisierende Wirkung nachgesagt wird.

Das unerhörte Violett der Blüten strahlt eine magische Anziehungskraft aus. Selbst wenn die Blümchen nicht duften, so etwa beim Rauen Veilchen (Viola hirta) und Hain-Veilchen (Viola riviniana), krönen Veilchen doch allerlei Speisen. Und gehören als Symbole für Frühling, Jugend und Paradies unbedingt auf Kräutersuppen und -salate.

Verwenden, verfeinern, verführen

Öffnen wir die Blütenküche mit Veilchen. Die zarten Blumen stehen nur kurze Zeit im Jahr zur Verfügung, März ist Veilchenmonat. Das macht das Sinnbild der Bescheidenheit umso begehrenswerter, eben zum saisonalen Highlight. Violette Blütentupfer auf grünen Salaten, grünen Süppchen, grünen Cremes stillen den frühlingshaften Hunger auf frische Farbkontraste. Artischocken, Grüner Spargel, Rucola, Avocado bieten sich als Partner an. Aber ebenso bezaubern Veilchen Ton in Ton, etwa mit blauen Kartoffeln, Rohnen oder Heidelbeeren. Perfekt in Szene setzt man lila Veilchen auf Schwarz und Weiß, sei es dunkle Schokolade oder helle Sahne.

Gerichte und Getränke

Veilchen passen in alle Menügänge, vom Amuse-Gueule bis zum Dessert: Apéricoeur mit Veilchen-Marcarpone-Füllung, Ziegenfrischkäse im Veilchenmantel, Zuckerschotensalat mit Veilchen-Vinaigrette, Räucherforelle mit Veilchendipp, Meeresfrüchte, Kalb oder Huhn mit Veilchen-Hollandaise, Mandel-Cupcakes mit Veilchen-Schokoladen-Frosting – das soll die Phantasie von Koch und Patissier beflügeln. Nicht zu vergessen Kaiserin Sissis Lieblingsspeise: Veilchen-Sorbet.

Veilchenblatt-Parfait mit Veilchenzucker, dazu Erdbeeren und Butterstreusel

Das feine Aroma der Veilchenblüten, vor allem aber auch ihre unvergleichliche Farbe lässt sich auf verschiedene Weise einfangen und zumindest für eine Weile konservieren. Neben den allseits bekannten kandierten Veilchen eignet sich ein Veilchen-Sirup sowie ein Veilchen-Essig gut dazu. Das Sirup veredelt dann beispielsweise Obstsalate, Cremes, Macarons und Kuchenteige, damit bekommen aber auch ein Glas Prosecco oder eine Tasse Kakao besonderen Charakter. Mit Veilchen-Essig (zubereitet aus Veilchenblüten, mildem Weißweinessig und etwas Dessertwein)… aber das müsst Ihr jetzt selbst erforschen!

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