Rührei kommt mir nicht aus der Tüte

Rührei kommt mir nicht aus der Tüte

Ist es denn zu glauben? Da will uns die Industrie weismachen, dass Rührei ab sofort aus der Tüte in die Mikrowelle gepackt werden soll, weil man damit unglaublich viel Zeit spart? Dies und andere Widersinnigkeiten lese ich in einem Artikel von Stefan Jacobasch in scienceblogs. Dazu ein überaus amüsantes Video von einer Stern TV Reportage. Brathähnchen aus der Dose. Fischstäbchen für den Toaster – und da verkündet der Hersteller noch laut: Jeder kauft das!

Da hat er sich aber gründlich getäuscht. Ich kaufe weder das eine noch das andere noch sonst irgendwas in dieser Hinsicht. Und ich hoffe doch, Sie, geschätzte Leser und Freunde der Pflanzenlust, auch. Dann wird sich dieser Unsinn schnell in dem auflösen, was ihm zu wünschen ist: in Rauch!

Ich nehme mir ganz einfach die Zeit, meine Eier selbst aufzuschlagen, meine Pfannkuchen noch selbst zu rühren, meinen Eierstich  zum Stocken zu bringen – und esse, nein genieße das mit aller gebotenen Langsamkeit. Nicht nur die Zubereitung, sondern auch das Essen selbst. Man überlege sich einmal, dass die Menschen früher fast den ganzen Tag damit verbringen mussten, um sich die tägliche Nahrungsration zu verschaffen – da konnte schon ganz einfach niemand auf so blödsinnige Ideen verfallen. Und auch nicht auf vorgezogene Weihnachtsausstellungen, nicht auf DSDS und nicht auf …

Genüsse der Langsamkeit – gibt es in keinem Fall aus Dose, Tüte oder Tetrapack: Lachsröllchen (links, Omelett mit Wildkräuter-frischkäse und Räucher-lachs gefüllt) und Grüner Eierstich (Eierstich gewürzt mit pürierten Wildkräutern, garniert mit Jungfer im Grünen). Mit Hingabe und viel Zeit zubereitet von Kräuterpädagoginnen aus Vaihingen/Enz.

2 Kommentare
  • Rührei aus der Tüte – das ja wohl das Allerletzte!

    17. Oktober 2008 um 12:30
  • Cornelia
    Antworten

    Gibt es etwas schöneres, als die Eier, frisch vom Bauern, oder der Hühnerverrückten Freundin,
    zu einem feinen Rührei zu verarbeiten?
    Um das leckere Gericht am Sonntag Morgen mit einem Stück Butterzopf genossen.
    Die Tütenprodukte sind leider sehr stark auf dem Vormarsch, da viele Personen nicht mehr Kochen können, sich die Zeit nicht nehmen oder auch sich die Musse nicht gönnen.
    Schade, so geht viel Kultur verloren.
    Liebe Grüsse
    Cornelia

    12. November 2008 um 10:09

Einen Kommentar schreiben

X